Kurzawa rettet Emery-Debüt

Freitag, 12.08.2016 | 22:00 Uhr
PSG musste zum Auftakt gegen Bastia ran
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Am 1. Spieltag der Ligue 1 hat Paris St.-Germain mit 1:0 (0:0) gegen den SC Bastia gewonnen. Beim Liga-Debüt von Coach Unai Emery tat sich PSG lange schwer, doch ein Verteidiger rettete den Titelverteidiger.

Lange wehrte sich Bastia im Stade Armand-Cesari gegen den großen Favoriten aus der Hauptstadt und hielt PSG über weite Strecken vom eigenen Tor weg.

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Doch im zweiten Durchgang erlöste Layvin Kurzawa PSG, nachdem Jese Rodriguez nur Minuten nach seiner Einwechslung noch an Bastias Keeper scheiterte.

In der 68. Minute sorgten die Bastia-Anhänger für Aufsehen, als Paris-Angreifer Lucas vor einem Eckball von Gegenstand aus der Bastia-Kurve am Kopf getroffen wurde.

Der Meister ließ sich davon nicht beirren und feiert unter dem neuen Coach Unai Emery und im ersten Spiel nach Zlatan Ibrahimovic einen gelungenen Start in die Saison.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Francois Ciccolini kann bei der Mammut-Aufgabe eigentlich auf keinen international bekannten Spieler bauen, der Bekannteste dürfte Squillaci sein. Der Verteidiger-Routinier stand unter anderem beim FC Arsenal unter Vertrag. Aus seiner Zeit bei Hannover ist Saint-Maximin hierzulande noch ein Begriff.

Emerys muss bei seinem Liga-Debüt mit PSG auf die verletzten Cavani und Thiago Silva verzichten. Im Tor steht Trapp, vor ihm verteidigen Kurzawa, Klimpembe, David Luiz und Aurier. Im defensiven Mittelfeld sollen Rabiot und Kapitän Motta den Laden dicht machen, Di Maria, Pastore, Lucas und Ben Arfa bilden die Offensivabteilung.

20.: Fast die Führung für Bastia! Starker Flügellauf von Saint-Maximin, der sich bis zur Grundlinie durchtankt und den Ball scharf in die Mitte schlägt. Am Fünfer kommt Crivelli an die halbhohe Flanke, doch sein Schuss geht knapp neben den Pfosten.

50.: Endlich die erste gefährliche Aktion von PSG. Auf dem rechten Flügel setzt sich Aurier stark durch und flankt hoch und fest in die Mitte, aber am Fünfer klärt Leca vorerst. Di Maria nimmt den Abwehrversuch halblinks im Strafraum volley, doch Leca rettet erneut. Diesmal landet der Ball bei Ben Arfa, der aus zentraler Position im Strafraum vertändelt.

68.: Hässliche Aktion von den Bastia-Anhängern. Lucas will eine Ecke hereinschlagen, doch wird von fliegenden Gegenständen aus dem Publikum getroffen. Auch bei Lucas' zweiten Versuch haben sich die Chaoten nicht im Griff. Erst nach ein paar Minuten kann die Ecke ausgeführt werden.

74., 0:1, Kurzawa: Di Maria spielt den Ball aus dem linken Halbfeld in den Strafraum auf Jese, der aus spitzem Winkel zwar an Bastias Keeper Leca scheitert, doch der Ball fällt Kurzawa vor die Füße. Der Verteidiger bleibt ganz cool und vollendet mit der Innenseite zur Führung.

90.+1: Nach einem harten Foul von Matuidi im Niemandsland beruhigen sich die Spieler überhaupt nicht mehr. Es kommt zwei Mal zur Rudelbildung, bei der Leca einen PSG-Spieler am Kopf packt. Der Schiedsrichter erweist sich als gnädig und zeigt Matuidi und dem Bastia-Keeper lediglich die Gelbe Karte.

Fazit: Bastia wehrt sich tapfer, doch war in einer Szene nicht auf dem Posten. PSG war zur Stelle und gewinnt knapp, bekleckert sich aber keineswegs mit Ruhm.

Der Star des Spiels: Jese. Keiner der PSG-Spieler drängte sich so wirklich auf, aber dem Neuzugang gelang das, was seinen Kollegen über 70 Minuten lang nicht glückte: Er riss mit seinem Laufweg vor dem Tor die entscheidende Lücke in die Abwehr Bastias. Ebenfalls auffällig: Serge Aurier.

Der Flop des Spiels: Hatem Ben Arfa. Der Plan, mit dem 29-Jährigen im Sturmzentrum für Wirbel zu sorgen, ging komplett in die Hose. Ben Arfa hing in der Luft und sammelte die wenigsten Ballaktionen seines Teams. Bis zu seiner Auswechslung war er an keinem einzigen Torabschluss beteiligt.

Der Schiedsrichter: Frank Schneider. Der Schiedsrichter war lange auf der Suche nach einer Linie und erlebte so keinen souveränen Abend. Zudem leistete er sich einige kleine Fehlentscheidungen. Richtig hingegen, in der 35. Minute nicht auf Elfmeter für PSG zu entscheiden.

Das fiel auf:

  • Emery setzte bei seinem Debüt auf ein 4-2-3-1, wobei Ben Arfa die Falsche Neun mimte. Bei eigenem Ballbesitz ließ sich Thiago Motta zwischen die Innenverteidiger fallen. Da die Außenverteidiger gleichzeitig nach vorne schoben, eröffnete PSG den Spielaufbau mit einer Dreierkette. Während Aurier gelegentlich in gute Flankenpositionen kam, blieb Kurzawa bis zu seinem Treffer auf der linken Seite blass.
  • Allerdings fehlte es PSG an einem kreativen Akteur im Mittelfeld, der die Linien Bastias mal überwinden konnte. Stattdessen leisteten sich die Hauptstädter viele leichte Abspielfehler. In der Folge kamen sie nur selten in das gefährliche Drittel, ansehnliche Flankenläufe waren absolute Mangelware. Nach Ballverlusten formierte sich PSG schnell in einem 4-3-3 und wollte so direkt den gegnerischen Angriff unter Druck setzen.
  • Bastia, das in einem 4-3-3 auflief, brauchte etwa 20 Minuten, um in die Partie zu finden. Danach attackierten die Korsen den Favorit bereits in der eigenen Hälfte, ohne dabei die eigene Defensive außer Acht zu lassen. Zu diesem Zweck ließ sich das Mittelfeld nur selten nach vorne locken, sondern legte stets großes Augenmerk darauf, den Abstand zur Abwehrreihe nicht zu groß werden zu lassen. Nach der Pause ließ sich Bastia wieder tiefer fallen.
  • Nach Ballgewinn war Bastia stets um schnelles Umschaltspiel bemüht, wobei sie ihre Konter vornehmlich über die rechte Angriffsseite fuhren.
  • Im zweiten Durchgang konnte sich Bastia kaum mehr befreien und lief dem Ball nur noch hinterher. Paris minimierte die Abspielfehler und konnte sich so dauerhaft tief in der gegnerischen Hälfte festsetzen.

OSC Lille - Paris St.-Germain: Die Statistik zum Spiel

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