Kevin Trapp wechselt zu Paris Saint-Germain

Planspiel mit minimalem Risiko

Mittwoch, 08.07.2015 | 14:41 Uhr
Kevin Trapp wechselt nach drei Jahren bei der Eintracht zu PSG
© getty
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Sein Abschied von Eintracht Frankfurt hatte sich zuletzt angekündigt, gehört er doch zu den besten Torhütern der Bundesliga. Dennoch wirft der Wechsel von Kevin Trapp zu Paris Saint-Germain Fragen auf. Wird Trapp bei PSG spielen? Und: Was erwarten sich beide Seiten von der Zusammenarbeit?

Als Kevin Trapp im Februar 2015 seinen Vertrag bei Eintracht Frankfurt bis 2019 verlängerte, war nicht nur er selbst, sondern auch die komplette Eintracht-Welt glücklich. Die euphorischen Fans waren sich sicher, dass in den nächsten Jahre einen der besten Keeper der Bundesliga zwischen den Pfosten in der Commerzbank Arena stehen würde. Auch die Verantwortlichen um Heribert Bruchhagen und Bruno Hübner hatten gehofft, auf dieser Position zumindest für die nächsten zwei Jahre Planungssicherheit zu haben.

Und der Torhüter selbst? Der gab an, dass er sich lange mit der Vertragsverlängerung bei der Eintracht beschäftigt hatte. "Ich habe nachgefragt: Was sind die Ziele des Vereins, wo will er hin, welche Visionen gibt es? Ich weiß auch, dass nicht alles von heute auf morgen funktionieren kann. Deshalb auch die lange Laufzeit des Vertrages", sagte Trapp. Frankfurt sei für ihn eine neue Heimat geworden.

Knapp fünf Monate später wechselt der 25-Jährige nun zum französischen Meister nach Paris. Und trotzdem sind alle Beteiligten glücklich, niemand ist ihm böse. Nicht die Fans, nicht das Management, nicht Trainer Armin Veh - und schon gar nicht seine Mitspieler. "So eine Chance kommt einmal im Leben. Hier ist Kevin niemand böse, das muss er machen", zitiert Bild beispielsweise Alexander Meier. Veh fügte hinzu: "Wenn es denn so kommen sollte, dass Kevin geht, kann ich es nachvollziehen, denn das ist ja nicht irgendein Verein. Und es ist außerdem eine schöne Stadt."

Nachfolger steht bereit

Des Weiteren lassen sich die Hessen den Abgang ihres Kapitäns mit knapp zehn Millionen Euro versüßen. Somit ist Trapp der teuerste Verkauf der Eintracht und löst Lajos Detari ab, der 1988 für umgerechnet 8,7 Millionen Euro zu Olympiakos Piräus wechselte. Zudem hatte die Eintracht ihre Hausaufgaben gemacht und in Heinz Lindner von Austria Wien bereits einen potentiellen Nachfolger verpflichtet. Fast schon harmonisch lief der Transfer ab.

Das erklärt sich damit, dass man sich am Main bewusst war, Trapp werde den Verein über kurz oder lang verlassen. Spätestens dann, wenn ein Team kommt, das eine bessere sportliche Perspektive bietet. Auch wenn sein Vertrag erst verlängert wurde. So soll Juventus Turin bereits vor einem Jahr bei der Eintracht angefragt haben. Von einem zweiten Oka Nikolov war man am Riederwald nicht ausgegangen. Dafür ist man in Frankfurt seit Bruchhagen zu realistisch.

Es stellt sich nun die Frage: Was erwartet Trapp in Paris? Dem Scheich-Klub, der in den letzten Jahren mit Millionen seinen Kader aufmöbelte, um international konkurrenzfähig zu werden. Dafür wurden Spieler wie Thiago Silva, David Luiz, Javier Pastore und allen voran Zlatan Ibrahimovic verpflichtet. Spieler, die im europäischen Fußball große Namen haben.

Titel! Sonst nichts

Nun also Trapp? Ein Keeper vom Bundesliga-Neunten, der zwar im erweiterten Kreis der Nationalmannschaft gehandelt wird, aber noch über wenig internationale Erfahrung verfügt. Die Klasse des gebürtigen Saarländers ist unbestritten, doch bei PSG hat man gemeinhin andere Ansprüche. In den nächsten Jahren soll in der französischen Hauptstadt der Champions-League-Sieg gefeiert werden.

Der Transfer ergibt aber auf vielen Ebenen Sinn. Im Zuge des Financial Fairplay ist auch PSG gezwungen, auf seine Finanzen zu achten. Zwar wäre auch ein alter Fahrensmann wie Petr Cech auf dem Markt gewesen, aber die Franzosen entschieden sich bewusst für Trapp. Wohl auch, weil Cech bereits 33 ist. Trapp wurde am Mittwoch 25.

Welche Rolle der Deutsche in Paris letztlich einnehmen wird, muss abgewartet werden. Sicher scheint: Er wechselt nicht als klare Nummer zwei an die Seine. Trapp wird sich natürlich beweisen und dem Konkurrenzkampf mit dem bisherigen Stammkeeper Salvatore Sirigu stellen müssen. Dessen Vertrag wurde zwar vor knapp einem Jahr erst verlängert, doch scheint man in letzter Zeit mit dem Italiener nicht mehr rundum zufrieden gewesen zu sein. Bei ihm schwingt mit, auf der einen Seite ein solider und verlässlicher Torhüter zu sein, aber letztlich nicht derjenige, den man für den ganz großen Wurf benötige.

Wechsel als Bewerbung fürs DFB-Team

Daher fiel die Wahl auf Trapp, der sich hinter Manuel Neuer im Kampf um die Nummer zwei im DFB-Team mit Marc-Andre ter Stegen, Ron-Robert Zieler und Bernd Leno in Zukunft konkurrieren dürfte. Trapp ist noch entwicklungsfähig, besitzt enormes Potenzial und hat seine Klasse in einer europäischen Top-Liga bereits mehrfach nachgewiesen. Das hat man auch in Paris registriert.

Vor allem seine fußballerischen Fähigkeiten werden bei PSG geschätzt, gerade in diesem Bereich weist Konkurrent Sirigu gewisse Schwächen auf. Man darf gespannt sein, wie der Italiener reagieren wird. Als Sirigu 2011 als relativ unbekannter Keeper vom US Palermo nach Paris kam, hatte ihn niemand auf der Rechnung. Doch er setzte sich durch, profitierte dabei von einer Verletzung seines Konkurrenten Nicholas Douchez und wurde schließlich hinter Gianluigi Buffon italienischer Nationalkeeper.

Der AS Rom soll zuletzt Interesse bekundet haben, aber PSG denkt wohl nicht darüber nach, Sirigu ziehen zu lassen. Ohne Murren wird sich der 28-Jährige nicht auf die Bank setzen. Es besteht demnach ein gewisses Risiko, dass Trapp letztlich nicht auf die erhofften Partien kommen könnte - dieses dürfte sich aber einem Minimum reduzieren.

Planspiele von Blanc

Trainer Laurent Blanc wird sich bereits einen Plan zurecht gelegt haben. Mit Douchez hatte man in den vergangenen Jahren einen zweiten Keeper, der als Sirigus Backup fungierte und spärlich in den nationalen Pokalwettbewerben sowie vereinzelt in der Liga zum Einsatz kam. Trapp und Sirigu werden nun auf Augenhöhe agieren. Douchez bliebe die Rolle als Nummer 3.

Möglich, dass sich ein ähnliches Modell wie beim FC Barcelona mit ter Stegen und Claudio Bravo anbietet: Ein Keeper spielt in der Liga, der andere in der Königsklasse. Laut L'Equipe soll Trapp die Nummer eins für Blanc sein und den Großteil der Partien absolvieren.

Am 15. Juli geht PSG im Rahmen der Saisonvorbereitung auf US-Tour, am 1. August findet die Trophee des Champions gegen Olympique Lyon in Montreal statt und eine Woche später startet die Ligue 1. Blanc wird bis dahin eine erste Entscheidung treffen müssen - Trapp hat seine jetzt hinter sich. Die Vorzeichen deuten nicht darauf hin, dass er sie großartig bereuen wird.

Kevin Trapp im Steckbrief

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