Nach Ausraster von Ibra reagiert Politik

Forderung zum Verlassen Frankreichs

SID
Montag, 16.03.2015 | 11:35 Uhr
Zlatan Ibrahimovic rastet nach der Niederlage gegen Girondins Bordeaux aus
© getty
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Zlatan Ibrahimovic hat mit seiner Wutrede und der heftigen Kritik an Frankreich einen Sturm der Entrüstung in der Grande Nation ausgelöst. Marine Le Pen, die Vorsitzende der rechtsgerichteten Front National, forderte den schwedischen Superstar von Paris St. Germain gar zum Verlassen des Landes auf.

"Diejenigen, die Frankreich für ein Scheißland halten, können es verlassen", sagte sie einem französischen Radiosender.

Dabei hatte "Ibrakadabra" noch am Sonntag einen Canossagang angetreten und sich für seine verbalen Entgleisungen nach der 2:3-Niederlage des französischen Meisters bei Girondins Bordeaux entschuldigt.

Wohl auch auf Druck des französischen Sportministers. In der 87. Minute hatte Schiedsrichter Lionel Jaffredo einen Rückpass von Ludovic Sane zu seinem Torhüter Cédric Carrasso nicht sanktioniert.

"Enttäuschung rechtfertigt nicht die Beleidigung"

Daraufhin ätzte der 33 Jahre alte Ibrahimovic, der beide PSG-Tore erzielte, nach dem Schlusspfiff vor laufenden Kameras: "In 15 Jahren habe ich noch nie einen so schlechten Schiedsrichter erlebt wie in diesem Scheißland. Dieses Land verdient einen Verein wie Paris Saint Germain nicht." Sportminister Patrick Kanner kommentierte umgehend via Twitter.

"Die Enttäuschung von Ibrahimovic rechtfertigt nicht die Beleidigung des Schiedsrichters und des Landes, das ihm Gastrecht gewährt. Er sollte sich entschuldigen."

Zlatan rastet aus: "Scheißland verdient PSG nicht"

Was dann auch prompt geschah. Ibrahimovic: "Das ging nicht gegen Frankreich oder die Franzosen. Ich habe nur über ein Fußballspiel gesprochen. Ich akzeptiere die Niederlage, aber ich toleriere nicht, wenn der Schiedsrichter die Regeln missachtet - zumal das nicht das erste Mal war."

"Ansonsten die Klappe halten"

Zur Verteidigung gibt Ibrahimovic an, sehr erregt gewesen zu sein "und jeder weiß, dass die Worte dann manchmal schneller sind als die Gedanken. Ich entschuldige mich bei allen, die sich beleidigt fühlen".

Jerome Guedj, ein führender Politiker der sozialistischen Partei, nannte die Ibrahimovic-Aussagen "inakzeptabel". "Er soll Fußball spielen und ansonsten die Klappe halten", sagte Guedj, "er sollte respektvoll sein gegenüber diesem Land und auch den Fans, die er auch beleidigt hat."

Im Internet laufen inzwischen Abstimmungen, ob Ibrahimovic bestraft werden sollte oder nicht. Das 2:3 war die zweite Niederlage von PSG in der laufenden Saison in der Liga. Am Mittwoch hatte sich der Verein durch ein überraschendes 2:2 nach Verlängerung beim FC Chelsea für das Viertelfinale der Champions League qualifiziert.

Durch die Niederlage verlor Meister PSG als Tabellenzweiter (56 Punkte) an Boden auf Olympique Lyon (58). Der Spitzenreiter kam am späteren Sonntagabend bei Olympique Marseille nicht über ein 0:0 hinaus.

Paris St. Germain im Überblick

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