Französische Klubs laufen Sturm

SID
Liga-Präsident Frederic Thierez: "Diese Steuer ist tödlich für den französischen Fußball"
© getty

Die französischen Profiklubs laufen gegen die geplante Reichensteuer Sturm und drohen mit Streik. Ab dem kommenden Jahr soll für Angestellte, die pro Jahr über eine Million Euro verdienen, eine Reichensteuer von 75 Prozent eingeführt werden.

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Ursprünglich sollte der Lohnempfänger zur Kasse gebeten werden, doch nun wurde das Gesetz so geändert, dass die Unternehmen die Zeche bezahlen sollen.

Nach ersten Berechnungen würde das die Klubs mit 44 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich belasten. Nur Monaco mit seinem Sonderstatus sowie Sochaux, Evian, Reims, Lorient und Nantes wären nicht betroffen, weil sie keine Millionengehälter bezahlen. Meister Paris St. Germain würde die Reichensteuer eigentlich 32,4 Millionen Euro kosten, doch da sie auf fünf Prozent des Umsatzes begrenzt ist, würde der Hauptstadtklub mit 20 Millionen davonkommen.

"Diese Steuer ist tödlich"

Auf einer Versammlung am kommenden Donnerstag wollen die Vereine über ihr Vorgehen beraten. "Diese Steuer ist tödlich für den französischen Fußball", sagte Liga-Präsident Frederic Thierez. Jean-Pierre Louvel, der Präsident der Profivereine, meinte: "Wenn man am Abgrund steht und einer will Sie hinunterstoßen, hat niemand Lust, das mit sich machen zu lassen."

Ob es wirklich zum Streik kommt, wird bezweifelt. Noch hat der französische Fußball durch die Vorkommnisse (u.a. Spielerstreik) bei der WM in Südafrika vor drei Jahren ein schlechtes Image. Die Fans, meist nicht auf Rosen gebettet, hätten kein Verständnis.

Da bleibt es dem Fußball nur, mit Fakten zu argumentieren. Jedes Jahr zahlt der Fußball bereits 700 Millionen Euro direkt oder indirekt an Steuern; 265 Millionen davon kommen von den Spielern. Er schafft 25.000 Arbeitsplätze. Mit 120 Millionen Euro wird der Amateurfußball unterstützt.

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