Fussball

Ribery nur auf der Bank, Frankreich feiert Martin

SID
Franck Ribery (r.) macht in der französischen Nationalmannschaft eine schwieirge Phase durch
© Getty

Franck Ribery hat es in der französischen Nationalmannschaft derzeit nicht leicht. Gegen die Ukraine fand sich der Mittelfeldstar von Bayern München nur auf der Ersatzbank wieder.

In der letzten Woche harsch kritisiert, jetzt lange Zeit nur in einer Nebenrolle auf der Ersatzbank: Bayern Münchens Mittelfeldstar Franck Ribery durchlebt derzeit in der französischen Nationalmannschaft eine harte Zeit. Gerade einmal 26 Minuten durfte der 28-Jährige beim 4:1 (0:0) der Equipe Tricolore in der Ukraine auf dem Feld stehen.

Und während er seit zwei Jahren weiter auf ein Tor im Dress des Weltmeisters von 1998 wartet, stahl ihm ein Debütant die Show: Mit zwei Toren und einer Vorlage in den Schlussminuten avancierte der eingewechselte Marvin Martin vom FC Sochaux zum umjubelten Matchwinner für das Team von Trainer Laurent Blanc.

Wie einst Zinedine Zidane

Der letzten französischen Mittelfeldspieler, dem bei seinem ersten Länderspiel ein Doppelpack gelang, war ein gewisser Zinedine Zidane.

Für Ribery war es dagegen wieder einmal ein Tag zum Vergessen im Dress der Les Bleus. Seit April 2009 wartet der 28-Jährige auf ein Tor für Frankreich. Und in der Vorwoche war der Münchner nach seinem Auftritt beim 1:1 im EM-Qualifikationsspiel in Weißrussland harsch kritisiert worden.

Die L'Equipe hatte dem lange Zeit unumstrittenen Platzhirschen im französischen Mittelfeld Egoismus vorgeworfen. Das Sportportal "Sport24" hatte sogar gefragt, was Ribery überhaupt in der Nationalelf zu suchen habe.

Blanc gibt sich experimentierfreudig

"Er hatte dasselbe Auftreten wie immer im französichen Trikot. Er spielt in seiner eigenen kleinen Ecke. Und das nicht erst seit gestern", kommentierte
"Sport24": "Wie lange dauert es bis Laurent Blanc endlich Schlussfolgerungen zieht?"

Im Länderspiel gegen den Co-EM-Gastgeber am Montag tat es der französische Trainer. Jedoch blieb nicht nur Ribery lange nur ein Platz auf der Ersatzbank. Auch Florent Malouda, Alou Diarra und Karim Benzema mussten der Experimentierfreude Blancs erst einmal Tribut zollen. Und der französische Coach sprach nach der geglückten Rochade sogar von einer möglichen Wachablösung.

Martin: "Eine Karriere wie Zidane"

"Die jungen Spieler sind kreativ. Sie haben ihre Chance ergriffen und bewiesen, dass sie die Fähigkeit haben, nicht nur als Ersatz zu gelten", sagte Blanc und verteilte an Martin ein Extralob: "Ich wünsche ihm eine Karriere wie Zinedine Zidane. Aber was mir besonders gefallen hat, war das Kollektiv. Wir lagen zurück und sind nicht in Panik geraten." Das ukrainische Führungstor hatte im Übrigen der Münchner Anatoli Timoschtschuk erzielt.

In der französischen Öffentlichkeit ist Ribery seit dem beschämenden Auftritt der Franzosen bei der WM 2010 in Südafrika ohnehin nicht sonderlich wohlgelitten. Als einer der Rädelsführer des Trainingsboykotts war er verbandsintern für drei Spiele gesperrt worden, erst Ende März feierte er sein Comeback.

Die Reaktionen der Fans darauf waren gespalten. Dagegen hatte sich Sportministerin Chantal Jouanno entschieden gegen ein Comeback ausgesprochen.

Der Steckbrief von Marvin Martin

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