Meister Leicester verliert Saisonauftakt

Samstag, 13.08.2016 | 15:23 Uhr
Ahmed Musa (M.) kam vor der Saison für fast 20 Millionen Euro zu Leicester City
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Leicester City hat den Auftakt der Premier League verloren. Am ersten Spieltag setzte es für den Überraschungsmeister der Vorsaison gegen Aufsteiger Hull City eine 1:2 (0:1)-Pleite.

Vor 25.000 Zuschauern im KCOM Stadium erzielte Adama Diomande (45.+1) die Führung für den Underdog aus Hull und schoss somit das erste Tor der Premier-League-Saison 2016/2017. Unmittelbar nach der Pause schlug der Meister aus Leicester zurück. Riyad Mahrez (46.) verwandelte einen fragwürdigen Foulelfmeter und glich aus.

Hull steckte nach dem Ausgleich nicht auf. Nach einem Torwartfehler von Kasper Schmeichel schaltete Robert Snodgrass (57.) am schnellsten und traf zum 2:1-Endstand.

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Erstmals seit der Gründung der Premier League im Jahr 1992 verlor somit der Meister der Vorsaison den Auftakt zur neuen Saison.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim Aufsteiger Hull geht vor dem Start vieles drunter und drüber. Erst vor drei Wochen schmiss Coach Bruce die Brocken hin - offenbar aufgrund von Unstimmigkeiten mit der Klubführung. Zudem steht aufgrund von unzähligen Verletzungen derzeit nur ein Rumpfteam zur Verfügung. Derzeit leitet Interimscoach Phelan das Team. Er schickt seine Elf in einem 4-3-3 ins Rennen.

Coach Ranieri hielt sein Überraschungsteam fast komplett zusammen und nimmt im Vergleich zur letzten Saison nur vereinzelt Veränderungen vor. King beginnt für den abgewanderten Kante auf der Sechs, in der Abwehrzentrale spielt Neuzugang Hernandez statt des gesperrten Huth. 20-Millionen-Mann Musa darf direkt an der Seite von Vardy ran. Bitter aus deutscher Sicht: Zieler hat das Rennen ums Tor gegen Schmeichel verloren und sitzt auf der Bank.

25.: Auf rechts setzt Mahrez sich im Dribbling gegen zwei Spieler durch und gibt den Ball flach zu Drinkwater. Dessen direkter Versuch segelt aus elf Metern knapp am linken Pfosten vorbei.

41.: Fuchs schaltet sich in den Angriff ein. Mit zwei Doppelpässen setzen ihn die Mitspieler perfekt ein und auf einmal steht der Linksverteidiger alleine vor dem Tor. Mit seinem Versuch bleibt er an Jakupovic hängen, der Nachschuss von Vardy aus wenigen Metern wird geblockt. Die Kugel kommt zu Mahrez, der sich Platz verschafft und aus elf Metern hauchdünn links vorbeischießt.

43.: Diomande spielt einen Fehlpass, Musa geht dazwischen und setzt sich in den Strafraum ab. Anstatt von halbrechts zu schießen, legt er quer zu Vardy. Der hoppelnde Pass ist aus zwölf Metern schwer zu nehmen - deutlich drüber.

45.+1, 1:0, Diomande: Eine Ecke von links wird von Davies auf den Kasten verlängert, Schmeichel hält den Ball, doch er kommt rechts in den Fünfer. Diomande nimmt diese Kugel per Seitfallzieher aus spitzem Winkel und jagt ihn an die Unterkante der Latte. Hernandez war da mit einem gleichzeitigen Fallrückzieher irgendwie auch noch dran, der Treffer wird aber Diomande gegeben.

47., 1:1, Mahrez (FE): Elfmeter für Leicester! Wenige Augenblicke nach dem Wiederanpfiff foult Huddlestone Gegenspieler Gray an der Grenze zum Strafraum. Eigentlich beginnt das Foul vor der Box, doch Dean zeigt auf den Punkt. Mahrez tritt an und jagt das Spielgerät links hoch in die Maschen. Jakupovic ist unterwegs in die andere Ecke.

57., 2:1, Snodgrass: Der direkt folgende Abwurf von Schmeichel landet bei den Hausherren, die über rechts schnell nach vorne spielen. Die Flanke wird noch abgewehrt, allerdings direkt zu Snodgrass, der nicht zögert und den Ball aus elf Metern unten rechts versenkt. Der Aufsteiger führt wieder!

Fazit: Leicester City tut sich gegen den defensiv starken Aufsteiger enorm schwer und schafft es kaum, Torchancen herauszuspielen. Hull schlägt vorne eiskalt zu und gewinnt zurecht.

Der Star des Spiels: Curtis Davies. Ist in einem stark von Verletzungen gebeutelten Team der einzig verbleibende Innenverteidiger. War gegen Leicester der Schlüssel zum Erfolg. Dirigierte sein Team stark und räumte in den Gefahrensituationen alles weg, was nötig war. Führte Unmengen an Zweikämpfen und gewann starke 70 Prozent davon. Auch in der Luft eine Macht, er gewann alle Kopfballduelle.

Der Flop des Spiels: Jamie Vardy. Dem Torjäger ist die fehlende Vorbereitung noch deutlich anzumerken. Klar, wirklich eingebunden ins Spiel ist er sowieso nie. Doch 20 Ballkontakte sind auch für ihn wenig. Zudem versagten ihm heute auch vor dem Tor die Nerven. Mehrere Chancen vergab er leichtsinnig.

Der Schiedsrichter: Mike Dean. Hatte mit einer recht ruppigen Partie zu kämpfen. Schritt jedoch früh ein und zeigte Fuchs bereits in der 29. Minute die erste Gelbe Karte. Zog seine Linie durch und behielt das Spiel im Griff. Das Foul, das zum Elfmeter führte, war jedoch außerhalb des Strafraums - ein klarer Fehler.

Das fiel auf:

  • In der Aufstellung der Foxes gab es im Vergleich zur Vorsaison kaum Veränderungen. Ähnlich wie zuletzt entwickelte sich eine Art 4-4-1-1. Drinkwater übernahm die Aufgabe des abgewanderten Kante und kurbelte das Spiel aus dem Mittelfeld an. Musa hingegen schlüpfte in die Okazaki-Rolle. Er hatte hinter Vardy sämtliche Freiheiten und war im offensiven Drittel fast überall zu finden.
  • Das Team aus Leicester bekam einen ersten Vorgeschmack, was ihm nach der Meisterschaft blühen könnte. Hull überließ dem Favoriten vor allem im ersten Durchgang das Feld und stand tief. Bei gegnerischem Ballbesitz wurde aus dem 4-3-3 ein sehr dicht gestaffeltes 4-5-1, das Leicester nur selten knackte. Vor allem in den Zweikämpfen präsentierte sich Hull bissig und entschied in der ersten Halbzeit deutlich mehr Duelle für sich (54 Prozent vs. 46 Prozent). Nach vorne rissen sich die Tigers kein Bein aus. Sobald die Mittellinie überquert wurde, ging es meist hoch und weit nach vorne. Das reichte jedoch, um die berühmten Nadelstiche zu setzen.
  • Der Meister aus Leicester hatte mit der defensiven Grundordnung von Hull mächtig zu kämpfen. Mit dem Ball wussten die Foxes oft nichts anzufangen und blieben oft früh hängen. Ins Aufbauspiel schlichen sich zudem zahlreiche Ungenauigkeiten und Stockfehler ein. Es dauerte lange, bis Leicester gefährlich vor das Tor kam. Ausgerechnet in der größten Leicester-Druckphase schlug es hinten ein.

Hull City - Leicester City: Die Statistik zum Spiel

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