Fussball

Jose Mourinho bei Manchester United entlassen - wer folgt?

Jose Mourinho coachte Manchester United von 2016 bis 2018.

Paukenschlag bei Manchester United: Der englische Rekordmeister hat sich zwei Tage nach der empfindlichen 1:3-Pleite im Prestige-Duell der Premier League mit dem FC Liverpool von Teammanager Jose Mourinho getrennt. Das gab der Klub am Dienstagvormittag offiziell bekannt. Ein Ex-Profi könnte interimsweise übernehmen.

"Der Verein bedankt sich bei Jose für seine Arbeit bei Manchester United und wünscht ihm viel Glück für seine Zukunft", hieß es in der Pressemitteilung der Red Devils.

United belegt nach dem 17. Spieltag der Premier League mit 19 Punkten Rückstand auf den von Jürgen Klopp trainierten FC Liverpool nur den sechsten Platz, im Champions-League-Achtelfinale (12. Februar/6. März) geht es mit Paris Saint-Germain gegen einen Titelkandidaten. Ein Interimscoach werde in Kürze ernannt, teilte United weiter mit.

Jose Mourinho entlassen - zwei Ex-Profis im Gespräch

Der Daily Mail zufolge gilt Ex-Profi Michael Carrick als aussichtsreicher Kandidat auf den Posten. Carrick, 37, arbeitete zuletzt als Mourinhos Assistenztrainer und soll innerhalb der Mannschaft beliebt sein. Sein Manko: Ihm fehlt noch die notwendige UEFA Pro Lizenz.

Wie der Telegraph berichtet, beschäftigt sich United deshalb auch mit Ole Gunnar Solskjaer. Solskjaer, 45, ebenfalls Ex-Profi, trainiert aktuell den norwegischen Erstligisten FK Molde.

Für die kommende Saison soll in der Zwischenzeit eine Dauerlösung gefunden werden. Zinedine Zidane (zuletzt Real Madrid) und Mauricio Pochettino (Tottenham Hotspur) werden seit Monaten heiß gehandelt.

Zidanes Berater gab allerdings unlängst zu verstehen, sein Klient habe vorerst kein Interesse an einem Job in der Premier League, während Pochettinos Vertrag bei den Spurs noch bis 2023 datiert ist.

Jose Mourinho winkt Mega-Abfindung

Mourinho, 55, hatte seinen Posten bei den Red Devils im Sommer 2016 angetreten. Der Kontrakt lief noch bis 2020 und enthielt eine Option auf ein weiteres Jahr.

Übereinstimmenden Medienberichten aus Großbritannien zufolge muss der Klub dem Portugiesen nicht nur dessen restliches Gehalt (20 Millionen Euro), sondern eine zusätzliche Abfindung (5 Millionen Euro) zahlen. Eine gigantische Summe, die Uniteds Geschäftsführer Ed Woodward in den vergangenen Wochen noch davon abhielt, die Reißleine zu ziehen.

Nach der 1:3-Niederlage beim Erzrivalen FC Liverpool am Sonntag blieb dem 47-Jährigen aber keine andere Wahl mehr.

Streit mit Paul Pogba und anderen Stars von Manchester United

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich Mourinho mit mehreren Führungsspielern, vor allem Paul Pogba, zerstritt. Pogba, Weltmeister und wertvollster Spieler im Kader, schmorte wie so oft auch gegen Liverpool 90 Minuten lang auf der Bank.

Darüber hinaus gelang es Mourinho nicht, Neuzugänge wie Alexis Sanchez oder Fred in sein Team zu integrieren. Stattdessen übte er immer wieder in aller Öffentlichkeit Kritik an seinen Stars und klagte über Uniteds Transferpolitik anstatt sich selbst zu hinterfragen.

Ein ähnliches Verhaltensmuster war ihm bereits bei seinen beiden vorherigen Arbeitgebern, dem FC Chelsea und Real Madrid, zum Verhängnis geworden.

Jose Mourinho: Ein Titel in zwei Jahren mit Manchester United

Dennoch: Mourinho ist nach wie vor einer der erfolgreichsten Vereinstrainer der Welt. "The Special One" gewann in vier europäischen Ligen insgesamt zehn Meistertitel. Mit dem FC Porto (2004) und Inter Mailand (2010) triumphierte Mourinho in der Champions League.

Mit United gewann er 2016/17 die Europa League, Porto führte er 2003 zum Titel im Vorgängerwettbewerb UEFA-Cup. Mit Real und Chelsea blieben ihm trotz großer Erfolge auf nationaler Ebene internationale Triumphe versagt.

"Es geht nicht immer um Titel", sagte United-Legende Gary Neville bereits nach der Pleite in Liverpool der BBC. "Wichtig ist, dass die United-Fans wieder ins Stadion gehen und Spaß an dem haben, was sie sehen. Das haben sie unter Mourinho nicht mehr. Genauso wenig wie zuvor unter David Moyes und Louis van Gaal."

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