Fussball

Chelseas N'Golo Kante wehrte sich gegen Steuertricks der Blues

Von SPOX
N'Golo Kante wehrte sich gegen Steuertricks.
© getty

Der französische Weltmeister N'Golo Kante weigerte sich offenbar, bei seiner Vertragsunterzeichnung beim FC Chelsea seine "Image Rights" (persönliche Bild- und Vermarktungsrechte) an Offshore-Firmen in einem Steuerparadies abzutreten.

Dieses Vorgehen ist, so der Bericht, in der Premier League üblich. Damit hat er wohl bewusst Steuernachteile in Kauf genommen. Das berichtet der Spiegel im Zuge seiner neuesten Football-Leaks-Enthüllungen.

Spieler und Vereine sichern sich steuerliche Vorteile

Demnach wollte Chelsea bei der Gehaltszahlung von Kante Geld wohl sparen. Dafür sollen die Blues dem Mittelfeldspieler angeboten haben, 20 Prozent seines Gehalts über speziell für die Vermarktung seiner "Image Rights" gegründete Firmen zu zahlen.

Dieses Modell, das zahlreiche Profis wie etwa Eden Hazard oder Edin Dzeko mithilfe von Firmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Luxemburg nutzen sollen, bringt sowohl den Spielern als auch den Vereinen erhebliche steuerliche Vorteile. Durch die Zahlung an diese Unterthemen der Spieler fällt statt dem Spitzensteuersatz, der auf die Gehälter anfallen würde, anscheinend lediglich die deutlich geringere Unternehmenssteuer an. Zusätzlich können sich die Vereine mit diesem Prinzip offenbar Sozialabgaben sparen, die für normale Gehaltszahlungen fällig wären.

Späte Einigung zwischen N'Golo Kante und dem FC Chelsea

Aus Angst vor Ermittlungen wegen dieser Steuertrickserei soll sich Kante allerdings geweigert haben, eine solche Offshore-Firma für seine Vermarktungsrechte in Übersee zu gründen. Stattdessen forderte der 27-Jährige seine fünf Millionen Euro Nettogehalt ohne die Abtretung der "Image Rights". Dieses Prinzip ist beispielsweise in Deutschland üblich.

N'Golo Kante wechselte im Sommer 2016 als amtierender englischer Meister von Leicester City zu den Blues. Erst am 6. Dezember 2017 einigten sich der Spieler und sein neuer Klub dem Bericht zufolge auf ein Modell, was beiden Parteien zusagte. Statt eine Offshore-Firma zu gründen, entschied Kante, so der Spiegel weiter, seine "Image Rights" ausschließlich an ein Unternehmen in Großbritannien zu übergeben. Damit entsteht für den Franzosen offenbar eine zusätzliche Steuerbelastung in Höhe von 579.000 Pfund.

Da diese 579.000 Pfund direkt vom Gehalt des Profis abgehen, verständigten sich Klub und Spieler offenbar auf eine höhere Beteiligung Kantes an Werbedeals, damit er die entgangene Summe doch noch erhalten kann.

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