Fussball

Österreichs Offensivtalent Thierno Ballo: Ein Wunderkind für Chelsea

Thierno Ballo bei einem Spiel der österreichischen U17-Nationalmannschaft gegen England
© getty

Der 16-jährige österreichische Offensivspieler Thierno Ballo hat einen wundersamen Aufstieg hinter sich. Anfang Januar wechselte er von Viktoria Köln zum FC Chelsea - und will noch in diesem Jahr in den Profikader.

Sein größtes Geschenk bekam Thierno Ballo erst einen Tag nach seinem 16. Geburtstag. Am 3. Januar wurde sein Wechsel zum FC Chelsea offiziell verkündet. Auf Twitter war ein Foto zu sehen: Ballo steht da auf einer Tribüne der Stamford Bridge und hält ein Chelsea-Trikot mit der Nummer 10 hoch. "Hello Ballo", schrieb das englische Massenblatt Sun kurz darauf in Versalien und kündigte ihn als "Wunderkind" an.

Ein Wunderkind, das einen wundersamen Aufstieg hinter sich hat. Vier war Ballo, als er von der Elfenbeinküste ins österreichische Linz kam. Der Fußball gab ihm Anschluss, am liebsten spielte er auf einem Streetsoccerplatz. Zufällig beobachtete ihn dort Peter Huemerlehner, Nachwuchstrainer des lokalen Vereins Chemie Linz. Huemerlehner sprach Ballo an, war überrascht, dass er noch in keinem Verein spielte - und nahm ihn in seine Mannschaft auf.

Für Ballo war Huemerlehner bald mehr als ein Trainer. "Er ist wie ein zweiter Vater für mich", sagte Ballo im Dezember gegenüber DAZN. "Ich habe immer Spaß mit ihm und er hilft mir bei jeder Gelegenheit". In zwei Jahren bei Chemie soll Ballo der Legende nach über 200 Tore geschossen haben, kurzzeitig spielte er danach auch für den größeren Stadtrivalen LASK.

Ballos Zeit bei Bayer Leverkusen und Viktoria Köln

Dann aber ging Huemerlehner aus beruflichen Gründen nach Köln - und nahm den elfjährigen Ballo mit. Erst spielte er in der Nachwuchsabteilung von Bayer Leverkusen, später bei Viktoria Köln. Ballo traf und traf, mit 14 debütierte er innerhalb von vier Monaten für die österreichische U15-, U16- und U17-Nationalmannschaft. In insgesamt 22 Länderspielen erzielte Ballo seitdem sieben Tore. "Kreativität und Spielwitz" zeichnen ihn aus, lobte mal Ex-U17-Nationaltrainer Hermann Stadler. Ballo ist ein Offensivallrounder, Stürmer und Spielmacher gleichermaßen.

Zahlreiche internationale Topklubs begannen Ballo zu beobachten, die meisten waren begeistert. "Ich habe mir die Nachwuchsakademien aller interessierter Vereine angeschaut", erzählt Ballo. Die von Chelsea überzeugte ihn und Huemerlehner am meisten. Weil die FIFA-Statuten jedoch erst einen Wechsel nach dem 16. Geburtstag erlauben, blieb Ballo zunächst in Köln.

Ballos Umzug nach London

Regelmäßig flog er aber nach London, um bei Chelseas U18 mitzutrainieren. Einmal kam er bei einem Testspiel gegen West Ham United zum Einsatz, Chelsea gewann 6:1. Ballo schoss fünf Tore, das letzte bereitete er vor. Mittlerweile ist Ballo nach London umgezogen, er lebt bei einer Gastfamilie in der Nähe des Trainingszentrums - und muss ohne seinen Ersatzvater Huemerlehner auskommen.

Eine Bürde, die Ballo gerne auf sich nimmt. "Ich will beruflich Fußballspieler werden", sagt er. "Und bin jetzt voller Freude, mich künftig mit all den Topspielern messen zu können." Ballo hat bei Chelsea für vier Jahre unterschrieben, zunächst soll er sich in der U18 durchsetzen. "Mein Ziel ist es aber", sagt er, "dass ich in diesem Jahr einmal im Profikader stehe."

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