Die Offensive von Manchester United: Waynes Erben

Freitag, 15.09.2017 | 15:00 Uhr
Manchester United erzielte in dieser PL-Saison bisher zwölf Tore und somit mehr als jeder andere Verein
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Manchester United ist mit den meisten geschossenen Toren Tabellenführer der Premier League. Nach 13 Jahren mit Wayne Rooney sortiert Trainer Jose Mourinho die Offensive von United neu: Der neue Stoßstürmer Romelu Lukaku, flinke Jungstars und Vorlagenkönig Henrikh Mkhitaryan sorgen für Aufbruchstimmung. Und dann ist da ja auch noch Zlatan Ibrahimovic.

"Andy Cole, Ruud van Nistelrooy, Dwight Yorke", begann Romelu Lukaku neulich aufzuzählen. Er war gefragt worden, welche ehemaligen Stürmer von Manchester United er denn als Kind bewundert hätte. "Und natürlich Wayne Rooney." Rooney, klar. 253 Tore hat dieser insgesamt für United erzielt, kein Spieler in der Geschichte des Vereins mehr und mit seinem Vorgänger-Klub gibt es United mittlerweile auch schon immerhin seit 139 Jahren.

In den jüngsten 13 Jahren dieser Geschichte war Rooney das Zentrum der Offensive. Mal ganz vorne, mal etwas dahinter. Entweder Rooney spielte, traf und stand im Fokus der Öffentlichkeit, oder er spielte nicht und es wurde darüber diskutiert, warum nicht. In den vergangenen Jahren nahm Zweiteres Überhand und deshalb passierte es in diesem Sommer dann tatsächlich: Rooney verließ Manchester United. Am 9. Juli endete somit eine Ära, seine Ära und einen Tag später begann eine neue. Für 85 Millionen Euro kam Romelu Lukaku vom FC Everton. Von dem Klub, der tags zuvor Rooney verpflichtet hatte.

Wenn United am Sonntag Everton empfängt (17 Uhr live auf DAZN und im LIVETICKER), ist es also ein Treffen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. "Er wird einen sehr guten Empfang bekommen", prophezeit Jesse Lingard seinem ehemaligen Kollegen Rooney, der Vergangenheit. Die Gegenwart ist seit diesem Sommer aber Lukaku und es ist eine Gegenwart, die eine große Zukunft verspricht. Nicht nur wegen Lukaku, sondern auch wegen all der Spieler rundherum.

Da sind die beiden erfahrenen Techniker und Pässegeber Juan Mata (29) und Henrikh Mkhitaryan (28). Da ist der Allrounder Marouane Fellaini (29). Und da sind die jungen, flinken Angreifer und Flügelläufer Marcus Rashford (19), Anthony Martial (20) und Lingard (24). Sie alle ergänzen sich perfekt mit dem bulligen Stoßstürmer Lukaku. Es sind sieben Offensivspieler, die Trainer Jose Mourinho derzeit zur Verfügung stehen und die er perfekt einzusetzen weiß. Zwölf Treffer hat United in dieser Premier-League-Saison bisher erzielt, mehr als jeder andere Verein der Premier League. Seit dem 1. Spieltag ist United Tabellenführer.

Das romantische Duo Lukaku und Rashford

"Es macht keinen Unterschied ob sie beginnen oder von der Bank kommen", sagt Mourinho über seine Offensivspieler, "sie alle verstehen sich richtig gut." Und zwei verstehen sich besonders gut: Lukaku und Rashford. "Wir haben uns vor seiner Ankunft noch nie getroffen und hatten jeweils keine Ahnung, was der andere mag. Aber als wir das erste Mal gemeinsam auf dem Platz standen, wussten wir einfach immer, wo der andere gerade ist", erinnert sich Rashford an sein erstes Spiel mit Lukaku und es hört sich fast romantisch an, wenn er sagt: "Es hat einfach klick gemacht und wir hatten ein Verständnis füreinander."

Mit seinem bulligen Körper und seiner Größe von 1,91 Metern ist Lukaku prädestiniert dafür, mit dem Rücken zum Tor angespielt zu werden. Mit seiner guten Technik behauptet und verarbeitet er den Ball und leitet ihn zu den flinken Spielern um ihn herum weiter. Mit dem Gesicht zum Tor ist Lukaku aber genauso gefährlich und wichtig, mindestens. Durchsetzungsstark tankt sich Lukaku durch die gegnerischen Defensiven, in sechs Pflichtspielen erzielte er bisher sechs Treffer.

"Er kann den Ball stark halten, aber auch gut hinter die gegnerische Defensivreihe laufen, ist gefährlich im Strafraum und außerdem kopfballstark", lobt Lingard. "Er gibt einem somit viele Möglichkeiten." Diese Unberechenbarkeit bindet Gegenspieler und schafft Platz. Platz für Rashford, der bisher meist linksversetzt neben Lukaku agierte.

Nach seinem erstaunlichen Debüt-Halbjahr im Frühling 2016 stagnierte Rashford in der vergangenen Saison etwas. Nun hat er in Lukaku offenbar seinen idealen Partner gefunden, in Fan-Kreisen werden die beiden bereits mit dem legendären Triple-Gewinner-Duo Cole und Yorke verglichen. Mit den Stürmern, die Lukaku als Kind bewunderte. "Es wäre großartig, so zu werden wie sie", sagt Rashford.

In den vier Ligaspielen in dieser Saison sammelte Rashford bereits drei Scorerpunkte, in den 32 der vergangenen Saison nur sechs. Auch sein Nationaltrainer Gareth Southgate lobt: "Er ist mental sehr stark und reif in seinem Verständnis für das Spiel und verschiedene Systeme."

Die Spielmacher Mata und Mkhitaryan

Bei United heißt das meist: 4-2-3-1. Es ist aber kein symmetrisches System, das Mourinho praktizieren lässt. Der nominelle Linksaußen Rashford ist eher ein zweiter Stürmer neben Lukaku. Rashford steht für Tempo und Torgefahr. Für Übersicht und Passspiel steht dagegen der nominelle Rechtsaußen Mata. Er ist mehr ein zweiter Spielmacher neben Mkhitaryan, dem nominellen Spielmacher.

Im vergangenen Herbst, in den ersten Wochen und Monaten nach seinem Wechsel von Dortmund nach Manchester fühlte sich Mkhitaryan noch unverstanden und nicht gebraucht. Von Mourinho wurde er nur sporadisch eingesetzt und gar öffentlich kritisiert. Erst in der Rückrunde fand sich Mkhitaryan besser ein, nun startet er durch. In den vier bisherigen Ligaspielen verzeichnete er so viele Scorerpunkte wie in der gesamten vergangenen Saison: fünf. Fünf Assists. Mkhitaryan ist das Gehirn von Uniteds neuer Offensive, der Vorlagenkönig.

Die Joker Martial, Lingard und Fellaini

Genau wie Mkhitaryan blieb auch Martial in der vergangenen Saison unter seinen Möglichkeiten. Und genau wie Mkhitaryan findet sich auch Martial nun mit dem System und der Menschenführung von Mourinho zurecht.

"Er versteht mich jetzt besser", sagt Mourinho über Martial und lobt: "Er ist professioneller geworden und arbeitet viel, viel härter." Es ist eine Aufforderung zu mehr: "Wer mit Talent gesegnet ist, der muss es erforschen." Martials Arbeitseinsätze bisher sind jedoch kurz. Kurz, aber auch effektiv. Einmal stand Martial in der Liga in der Startelf, dreimal wurde er eingewechselt. Insgesamt sammelte er dabei drei Scorerpunkte.

Er ist nicht der einzige torgefährliche Reservist, mit dem Mourinho Spiele per Einwechslung spät entscheiden kann. Außer Martial auch noch Lingard und Fellaini. Mit Lingaard verfügt Mourinho auf der Bank über Tempo und Trickreichtum. Mit Fellaini über Wucht und körperliche Präsenz.

Speziell nach der Verletzung von Paul Pogba könnte Fellaini in defensiverer Rolle womöglich gar in die Startelf rücken. Und somit noch wichtiger werden. "Ohne Fellaini fühle ich mich schwächer", sagt Mourinho ohnehin. Oder: "Er ist wichtiger für mich als alle denken."

Der kurzfristige Erbe Ibrahimovic

Und dann ist da ja noch er: Zlatan Ibrahimovic. Im Hintergrund arbeitet er an seinem Comeback, hart und verbissen. Ursprünglich war seine Rückkehr für Januar angedacht, neusten Aussagen zufolge womöglich auch früher. "Sagt Jose, dass ich komme", verkündete Ibrahimovic jüngst via Twitter. Nicht einmal für den Tweet pausierte er mit seiner Reha, er lief währenddessen auf einem Laufband. Ein Video mit Symbolkraft.

Jose freut sich jedenfalls, dass Zlatan kommt. "Ibrahimovic ist ein erfahrener Spieler, der als Stürmer oder Spielmacher agieren kann und mir viele Möglichkeiten gibt", sagt Mourinho. Aber auch: "Er kommt in ein gemachtes Team." Ibrahimovic wird sich neu beweisen müssen, er wird sich wohl letztlich gegen Lukaku beweisen müssen. "Ich freue mich, wenn er zurückkommt, weil wir seine Persönlichkeit brauchen", sagt Lukaku in Hinblick auf Ibrahimovics Comeback. Angst vor dem Konkurrenzkampf? "Ich fürchte mich nicht."

Den "Konkurrenzkampf" um das Trikot hat Lukaku derweil schon längst gewonnen. Er stürmt in der 9, die in der vergangenen Saison Ibrahimovic gehörte. Der Schwede muss auf die 10 ausweichen, aber damit hat er kein Problem: "Ich war nie weg, ich habe nur meine Nummer erhöht", schrieb er auf Twitter.

Die 10 gehörte früher Rooney, der Vergangenheit. Auch Ibrahimovic ist also gewissermaßen ein Erbe, mit seinen 35 Jahren aber nur ein kurzfristiger. Die langfristigen Erben sind andere. Die nämlich, die United in den vergangenen Wochen an die Tabellenspitze schossen.

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