Diskussionen um Klopps "Ugly Face"

SID
Jürgen Klopp beendete gegen Chelsea die Negativserie
© getty

Jürgen Klopp stürmte mit weit aufgerissen Augen auf den Vierten Offiziellen zu und präsentierte der Welt sein berühmtes "Ugly Face": Der Teammanager des FC Liverpool schrie den Unparteiischen aus nächster Nähe an, drehte ab, um mit aggressiver Gestik dann doch noch ein paar "nette" Worte an den Mann in der schwarzen Jacke folgen zu lassen.

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Die viel diskutierte Szene aus dem 1:1 (0:1) im Spitzenspiel gegen den FC Chelsea offenbarte jedem Zuschauer, welcher Druck auf Klopp nach der jüngsten Pleitenserie gelastet hatte. Nach drei Niederlagen in Pokal und Liga im eigenen Stadion kämpfte der langjährige Dortmund-Coach mit jeder Faser für die Wende, die am späten Dienstagabend zumindest teilweise gelang. Die englische Meisterschaft - und damit die letzte Titelchance - scheint für Liverpool verloren. Doch im Kampf um die Champions League war der Auftritt ein wichtiges Signal.

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"Niemand kann uns schlagen", habe er in Richtung des Schiedsrichters gebrüllt, berichtete Klopp später reumütig über seinen emotionalen Ausbruch. Kurz vor den wenig salonfähigen Bildern hatte LFC-Keeper Simon Mignolet einen Elfmeter von Blues-Star Diego Costa nach umstrittener Entscheidung gehalten. "Ich bin noch einmal zum Schiedsrichter gegangen und habe mich entschuldigt", sagte Klopp. Der Referee habe "cool" reagiert und entgegnet: "Mir gefällt deine Leidenschaft."

Leidenschaft, die auch Klopps Team auf dem Rasen zeigte. Liverpool spielte forsch auf, wurde jedoch kalt erwischt. David Luiz verwandelte einen Freistoß direkt, bevor sich die Mauer der Gastgeber positioniert hatte. Georginio Wijnaldum traf per Kopf zum Ausgleich. "Liverpools Gegenwehr gibt Jürgen Klopp Aufwind. Doch das Titelrennen scheint gelaufen", schrieb der Guardian.

"Bin wirklich glücklich mit der Perfomance"

Klopp ordnete das Auftreten gegen den Tabellenführer als Fortschritt ein. "Ich bin wirklich glücklich mit der Performance und dass wir ein Lebenszeichen gesendet haben", sagte der 49-Jährige, der mit seinem Klub (46) zehn Punkte hinter Chelsea (56) auf Rang vier liegt.

Nur einen Punkt mehr hat der FC Arsenal auf dem Konto, der mit einer überraschenden 1:2 (0:2)-Niederlage gegen den FC Watford ebenfalls seine Meisterchancen minimierte. Das Team um die Weltmeister Mesut Özil und Shkodran Mustafi kassierte einen frühen Doppelschlag von Younes Kaboul und Troy Deeney. Alex Iwobi erzielte das Tor für die Gunners.

"Wir haben eine große Chance verpasst", sagte Teammanager Arsene Wenger, der das Spiel aufgrund einer Vier-Spiele-Sperre von der Tribüne aus verfolgen musste. Nun gelte es gegen Chelsea am Samstag "eine Antwort zu finden". Um im Titelrennen zumindest noch für etwas Spannung zu sorgen.

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