Des Trickbetrügers neuer Trick

Mittwoch, 01.02.2017 | 13:00 Uhr
Leroy Sane überzeugte bei Manchester City zuletzt immer häufiger
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Leroy Sane überzeugte bei Manchester City (West Ham vs. City, 20.45 Uhr im LIVETICKER und live auf DAZN) zuletzt mit auffälligen Leistungen und drei Treffern in den vergangenen drei Pflichtspielen. Pep Guardiolas untypische Spielweise profitiert vom deutschen Nationalspieler - was auch Oliver Bierhoffs Worte entkräftet.

Als Pep Guardiola im Sommer in Manchester aufschlug, waren Wunderdinge vorprogrammiert. Und sie passierten - natürlich - auch: Die ersten zehn Pflichtspiele gewannen die Citizens allesamt. Der Übergang in die neue Ära des attraktiven, dominanten, flüssigen Fußballs im Etihad Stadium war extrem schnell gegangen. Manchester City diktierte mit einem Spielstil, den die Stadt noch nie gesehen hatte.

Nun ja, nicht ganz.

Die Ergebnisse stimmten zwar zweifelsohne. Die Fans wurden schnell erfolgsverwöhnt - außergewöhnlich in der doch recht komplexen und unvorhersehbaren Premier League. Die Art und Weise, wie City spielte, entsprach aber nur in Grundzügen der Guardiola'schen Vorstellung. Und, ehrlich gesagt, auch nicht wirklich der Vorstellung so ziemlich aller anderen.

Guardiola: Trickbetrüger ohne Trick

Ab dem 3:3 bei Celtic Glasgow in der Champions League ließen die Ergebnisse nach. Die anfängliche Euphorie, die der vermeintlich beste Trainer der Welt über Wochen quasi ohne eigenes Zutun heraufbeschworen hatte, ebbte ab, und City fiel zurück.

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Es gab einige Aufs und Abs. Der Tiefpunkt war der 15. Spieltag, als der 1:3-Heimpleite gegen Chelsea ein ebenso aussagekräftiges 2:4 in Leicester folgte. Guardiola, der Zauberer, war von der englischen Presse plötzlich als Trickbetrüger entlarvt worden.

Das größte Problem: Einen wirklichen Trick hatte Pep nicht mal parat. Dem Spiel der Citizens fehlte neben einer einheitlich verstandenen Spielidee das Besondere.

Sane erst einmal außen vor

Doch City fing sich wieder. Nach der Packung beim Meister machte sich - mit Ausnahme der Partien bei den Reds und in Everton - tatsächlich eine Besserung im Spiel bemerkbar.

Leroy Sane hatte bis zu diesem neuerlichen Aufwärtstrend Anfang Dezember in Manchester noch nicht wirklich Fuß gefasst. Schon durch seine Oberschenkelverletzung, die er aus der Sommer-Vorbereitung mit in die Saison geschleppt hatte, war der deutsche Nationalspieler aus dem Radar gerutscht.

Als er ab dem vierten Spieltag wieder einsatzfähig war, berücksichtigte Guardiola ihn erst einmal nur zaghaft. Zum einen wollte er nach der Verletzung kein zu großes Risiko gehen, zum anderen den Youngster im extremen englischen Blätterwald nicht zur Hatz freigeben.

Dass das Besondere im City-Spiel allein von Sane kommen würde, erwartete ohnehin keiner. Trotz seiner umgerechnet etwa 50 Millionen Euro Ablöse. Dafür hat der gesamte Kader eine viel zu hohe individuelle Klasse und dafür war Sane auf der Insel noch eine zu große Unbekannte.

Leroy Sanes Premier-League-Statistik 2016/17

Im Duo mit Sterling eine Waffe

Peu a peu fand sich Sane in der Folge im Team ein. Die Einsatzzeiten wurden erst häufiger, dann auch länger. Citys Probleme aber hatten weiter Bestand, die Defensiv-Schwierigkeiten sogar bis heute.

Was Guardiola aber sicher Hoffnung macht, sind die Fortschritte der Offensive in den letzten Wochen. Das Spiel ist viel geradliniger und schneller geworden, wenngleich die Art und Weise durchaus abweicht von der vom Katalanen indoktrinierten Spielidee seiner vorherigen Mannschaften.

Die Skyblues tun sich gegen Mannschaften leichter, die sich nicht hinten hereindrängen lassen, sondern selbst hoch pressen und versuchen, schon in Citys Hälfte anzugreifen. So kommt City einfacher hinter die gegnerische Verteidigungsreihe. Das begünstigte beim 2:1-Sieg über Arsenal und dem spektakulären 2:2 gegen Tottenham zwei der besten Leistungen der bisherigen Saison: Mit wenigen Kontakten wurden die gegnerischen Ketten schnell überspielt und die schnellen Außen in die gefährlichen Zonen gebracht.

Genau da kam neben Raheem Sterling in den letzten Wochen Sane eine Schlüsselrolle zu. Schon beim Erfolg über Arsenal erwiesen sich Sanes Schnelligkeit und Technik als sehr zweckdienlich. Nachdem Guardiola, der Sterling zunächst links und Sane rechts aufgeboten hatte, das Duo nach der Pause die Seiten tauschen ließ, drehten die beiden das Spiel. Sane war erstmals auf der Insel obenauf - und gleich wieder raus. Die nächste Muskelverletzung warf ihn bis Mitte Januar aus der Bahn.

Bierhoffs Aussagen verwundern

Seitdem der 21-Jährige aber wieder mitwirken kann, hat sich gezeigt, dass Sane keine neuerliche Anlaufzeit braucht. Bei zwei Pflichtspiel-Einsätzen stand er seither zweimal in der Startelf und traf auch zweimal. Der Nationalspieler nutzte den Umstand perfekt aus, dass sich die Gegner weiterhin in erster Linie auf Sterling fixierten. Sein Treffer gegen Tottenham war das beste Beispiel dafür, als er der Abwehr im Rücken enteilte und die Führung besorgte.

Überraschend kam in dieser mehr als ordentlichen aktuellen Entwicklung des Youngsters die Aussage von Oliver Bierhoff in der vergangenen Woche: "Ich hätte es sportlich besser gefunden, wenn er sich in Deutschland weiter entwickelt hätte", sagte der DFB-Teammanager in der Fußball Bild: "Das wäre für ihn selbst und für die Liga sicher gut gewesen."

Wirklich begründet sind Bierhoffs Äußerungen in der jetzigen Phase nicht. Immerhin verpasste Sane in der Vorrunde satte zehn Spiele verletzungsbedingt, das hätte ihm auch auf Schalke widerfahren können. Vielmehr beeindruckt Sane derzeit durch die Selbstverständlichkeit, mit der er seine wichtige Rolle im Team gefunden hat. Zudem hält Guardiola riesige Stücke auf ihn: "Er hat so besondere Qualitäten", sagte der Coach in dieser Woche.

Ob ihn ein Stammplatz in Markus Weinzierls strauchelnder Schalker Elf in dieser Saison wirklich weitergebracht hätte als zum Status quo in Manchester, darf letztlich jeder für sich urteilen. Der neue Trick in Guardiolas allmählich funktionierender Weltklasse-Truppe zu sein, ist sicherlich aber auch nicht so schlecht.

Leroy Sane im Steckbrief

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