Arsene Wenger beim FC Arsenal: 20 Jahre, 20 Momente

Nur noch fünf Minuten

Von Stefan Zieglmayer
Freitag, 12.08.2016 | 14:42 Uhr
Arsene Wenger startet am Sonntag gegen den FC Liverpool in seine 21. Spielzeit beim FC Arsenal
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Kaum ein Trainer hat die Geschichte seines Vereins so geprägt wie Arsene Wenger. Der Franzose leitet seit nunmehr zwei Dekaden die Geschicke beim FC Arsenal und startet am Sonntag gegen Liverpool (17 Uhr live auf DAZN und im LIVETICKER) in seine 21. Spielzeit mit den Gunners. SPOX lässt Wengers Liebesbeziehung Revue passieren: 20 Jahre, 20 Momente.

Der erste St. Totteringham's Day: Wenger hat in London so einige Trophäen und Auszeichnungen entgegengenommen. Einen inoffiziellen Triumph feierte er bisher aber in jedem Jahr, zum ersten Mal am 9. April 1997. Und davon wusste der Gentleman womöglich gar nichts.

Eingefleischte Gunners-Fans sind zwangsläufig - gelinde gesagt - keine Sympathisanten von Tottenham Hotspur. Die Rivalität zieht sich durch die komplette Vereinsgeschichte. 2005 tauchte der Begriff "St. Totteringham's Day" zum ersten Mal in der breiten Masse auf.

Er wurde von der Arsenal-Anhängerschaft ins Leben gerufen und bezeichnet den Tag, an dem die Spurs rechnerisch nicht mehr an den Gunners vorbeiziehen können. Seinen ersten St. Totteringham's Day genoss Wenger vielleicht sogar bei einem Glas guten Rotweins in der Badewanne. Das entscheidende Spiel war nämlich die 1:2-Pleite von Tottenham gegen Sheffield Wednesday.

Arsene who? Zu diesem Zeitpunkt war der Name Wenger auf der Insel bereits in aller Munde. Das konnte man zum Zeitpunkt seiner Vorstellung am 23. September 1996 nicht unbedingt behaupten. Die erste Schlagzeile über den neuen Coach lieferte der London Evening Standard: "Arsene who?"

Wenger war ein unbeschriebenes Blatt in England, obgleich er mit dem AS Monaco und Nagoya Grampus aus Japan bereits vier Titel geholt hatte.

Das erste Spiel: Wengers Anfänge waren eigentlich zum Scheitern verurteilt. Er übernahm die Gunners inmitten der Hinrunde, zuvor beschäftigte Arsenal binnen 90 Tagen zwei verschiedene Trainer. Zu allem Überfluss musste der damals 47-Jährige noch einmal zurück nach Japan, um das letzte Spiel mit Grampus zu bestreiten.

Am 12. Oktober 1996 stand er also das erste Mal für seine neue Liebe an der Seitenlinie. Nach seinem Debüt gegen die Blackburn Rovers musste sich Wenger bei Ian Wright bedanken. Der Stürmer sorgte im Alleingang für den 2:0-Erfolg im Ewood Park.

Das erste Mal Haue: Den ersten drei Punkten sollten noch viele weitere folgen. Wenger führte Arsenal mit soliden Ergebnissen auf den dritten Platz. Die Gunners kamen nie so wirklich unter die Räder - bis zum 06. Mai 1998. An der Anfield Road setzte es ein 0:4 gegen den FC Liverpool.

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Im Tor stand damals übrigens niemand Geringeres als Alexander Manninger. Es war das erste Spiel mit mehr als drei Gegentoren unter Wenger. Und dennoch war es eine wertvolle Niederlage.

Der erste Titel: Warum? Schließlich war das Double noch zu greifen. Gegen Liverpool schonte Wenger also seine Stars. Drei Tage zuvor feierte er nämlich seine erste Meisterschaft mit Arsenal - die erste seit sieben Jahren. Nach einem 4:0-Sieg gegen Everton war den Gunners der Titel nicht mehr zu nehmen.

Und tatsächlich holte Wenger in seiner ersten vollen Saison das Double. Im Finale des FA Cup gewann sein Team mit 2:0 gegen Newcastle United. Der Franzose krönte sich nicht nur zum ersten nicht britischen Meistertrainer der Premier League, er sorgte auch für das erst zweite Double der Vereinsgeschichte.

Der goldene Lufttransfer: Ein Jahr später griff Wenger entgegen seines Wesens tief in die Tasche und verpflichtete einen gewissen Thierry Henry für damals skandalöse 16 Millionen Euro. Skandalös, weil der Franzose bei Juventus eine sehr schwache Saison hinter sich hatte und die Ablösesumme nicht gerechtfertigt schien.

Dabei wäre der Transfer beinahe nicht zustande gekommen. Henry stand mit etlichen europäischen Top-Klubs in Verhandlungen - unter anderem mit dem FC Barcelona. Henry entschied sich aber für Arsenal.

"Ich sah ihn in einem UEFA-Cup-Playoff-Spiel gegen Udinese. Er spielte als linker Außenverteidiger. Nach dem Spiel flog ich zufällig mit ihm zurück nach Paris. Ich sagte ihm: 'Ich werde dich verpflichten und hier spielst du Stürmer'", erinnert sich Wenger, der Henry noch aus Monaco kannte. Gesagt, getan. Der Startschuss einer Fabelkarriere.

Heute ist Henry mit 226 Treffern Rekordtorschütze des Klubs und darf sich an seiner eigenen Statue vor dem Emirates Stadium ergötzen.

Wenger Day: Die Kritiker verstummten schnell. Es war eine der vielen umstrittenen Entscheidungen des Trainers, die letzten Endes zum Sprichwort "Wenger knows" führten. Wenger weiß schon, was er tut. Die Fans entwickelten ein Urvertrauen in ihren Coach. Die Verehrung reichte sogar so weit, dass die Anhänger den sogenannten "Wenger Day" ins Leben riefen.

Der datiert auf den 22. Oktober 2005, Wengers 56. Geburtstag - ein Zeichen der Anerkennung. Ein 1:0-Sieg gegen Manchester City versüßte den ersten Wenger Day.

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