Gündogans Wechsel zu Manchester City

Alter Ego Ilkay

Donnerstag, 02.06.2016 | 18:23 Uhr
Pep-Strategen unter sich: Ilkay Gündogan und Xabi Alonso
© imago
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Ilkay Gündogans Wechsel zu Manchester City ist ein essentieller Schritt für Pep Guardiola und hat durchaus Tradition beim Katalanen. Unproblematisch ist die Personalie dennoch nicht.

Ilkay Gündogan hielt es nicht mehr aus. "ANNOUNCE GÜNDOGAN", schrieb er bei Twitter und adressierte seine Botschaft direkt an den Kanal von Manchester City. Sein neuer Arbeitgeber wartete dann nicht mehr lange und publizierte einen Gündogan-Inhalt nach dem anderen.

Wahrscheinlich war Gündogan selbst davon genervt, dass er seit gefühlt drei Jahren ununterbrochen im Zentrum von Transferspekulationen steht und wollte dem Ganzen endlich ein Ende bereiten.

Gündogan zu Real Madrid, Gündogan zu Barcelona. Zu Manchester United. Zum FC Bayern. Und seit langer Zeit eben auch zu Manchester City, wohin es ihn nun auch offiziell zieht.

Für Gündogan Regeln gebrochen

Beachtlich ist der Transfer allemal, denn Gündogan ist im Frühstadium einer Knieverletzung, die ihn die Teilnahme an der EURO 2016 in Frankreich kostet. Noch mehrere Monate wird er ausfallen. Dass ihn die Blues dennoch verpflichten und ihn mit einem langfristigen Vertrag ausstatten, unterstreicht die Wertschätzung für den Mann, den sie sich dem Vernehmen nach 25 bis 30 Millionen Euro kosten lassen.

Und viel mehr zeigt es die Wertschätzung, die Josep Guardiola dem 25 Jahre alten Nationalspieler entgegenbringt. Wie groß diese sein muss, demonstrierte er schon im Frühjahr, als Pep eigens nach Amsterdam flog, um gemeinsam mit Citys Sportchef Txiki Begiristain Ilhan Gündogan, Onkel und Berater Ilkays, von einem Wechsel zu überzeugen und Verhandlungen zu führen.

Beim FC Bayern sorgte die Reise damals für Irritationen, hatte der Klub doch erst eine Sperre für private Reisen an freien Trainingstagen festgelegt. Diese durchbrach als Erster ausgerechnet der Trainer - und das dann auch noch für seinen künftigen Arbeitgeber. Aber Gündogan war und ist eine essentielle Personalie für Pep, für die es sich offenbar lohnte, Regeln zu brechen.

Die Umsetzung der Idee

Gündogans erste Worte als Manchester-Spieler dienen da als wichtiger Anhaltspunkt: "Guardiola war es, der mich gefragt und überzeugt hat, dass der Schritt zum jetzigen Zeitpunkt der richtige ist. Unter seiner Leitung möchte ich die nächste Stufe in meiner Entwicklung als Fußballer gehen."

Dabei ist die Rolle, die Gündogan zugedacht ist, wichtiger als angenommen. Pep wird in Manchester wieder versuchen, seine Idee vom Fußball als Basis zu nehmen, auch wenn er sich, wie schon in München, in gewissen Maßen an die Gegebenheiten halten muss.

Pep kam nach München mit dem Vorurteil, nie lange Pässe spielen zu lassen. Unter ihm spielte der FC Bayern dann so viele lange Bälle wie nie zuvor. Dante, Jerome Boateng und Co. leiteten so unzählige Chancen oder Tore ein. In Manchester wird er vorhandene Stärken nicht zugunsten seiner Überzeugungen vernichten.

Was sich aber nicht verändern wird, ist seine Grundidee vom Ballbesitz-Fußball, für deren Ausführung Pep Experten benötigt. Als er 2008 Cheftrainer des FC Barcelona wurde, nahm er Sergio Busquets direkt von der B-Mannschaft mit zu den Profis und installierte ihn im Zentrum. Der Spanier wurde trotz Xavi, Iniesta, Messi und Co. zu einer der wichtigsten Säulen des Barca-Systems.

Fernando will den Ball nicht

Beim FC Bayern war es Thiago, über den er den berühmten Satz "Thiago oder nix" sagte. Zwar hatte der FC Bayern einige durchaus fähige Spieler für das Zentrum zur Verfügung, dennoch dauerte es geraume Zeit, bis die Mannschaft Peps Fußball wirklich verstehen konnte.

Thiago war die Verkörperung der Pep-Idee, Xabi Alonso, der ein Jahr später kam, komplettierte das Lineup.

Bei Manchester City ist der Bedarf deutlich akuter. Zwar hat City einige hochkarätige Spieler im Zentrum, jedoch nicht die typischen Protagonisten des Pep'schen Fußballs, keiner, dem man offenbar zutraut, die Schaltzentrale für ein schnelles Passspiel darstellen zu können.

Yaya Toure ist ein Gigant, war aber auch damals Peps erstes Opfer bei Barca, weil er für sein System nicht geeignet schien. Toure spielte nicht mehr seine ursprüngliche Rolle, sondern wurde zum Abwehrspieler umfunktioniert. So ähnlich erging es Javi Martinez beim FC Bayern.

Dass der Ivorer Yaya nicht gut auf Guardiola zu sprechen ist und spätestens im vergangenen Winter, als Peps Wechsel zu City als perfekt vermeldet wurde, begann, Optionen zu prüfen, ist bekannt. Auch Fernandinho und sein brasilianischer Landsmann Fernando, der ein Fußballspiel idealerweise mit möglichst wenig Ballbesitz bestreitet, drängen sich nicht auf.

Das Problem: Die Verletzung

Gündogan, der auch statistisch einer der besten Passgeber Europas ist, soll als Alter Ego Peps helfen, seine Idee vom Fußball in Manchester zu etablieren und umzusetzen.

Dass Gündogan aktuell verletzt ist und in der wichtigen Vorbereitungsphase, in der der neue Trainer den Grundstein für die nächsten Jahre legen will, nicht helfen kann, erschwert die Situation. Das Risiko ging Guardiola aber gerne ein.

Dennoch wird es wohl in Manchester nicht bei einem Transfer der Sorte Gündogan bleiben. Dass Guardiola ein Faible für Borussia Dortmunds Julian Weigl hat, ist kein Geheimnis.

Dass er ihn bekommt, ist aber sehr unwahrscheinlich. Zumindest in diesem Sommer.

Ilkay Gündogan im Steckbrief

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