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Premier League, 26. Spieltag: United - Leicester

United verschiebt Leicester-Märchen

Sonntag, 01.05.2016 | 20:53 Uhr
Louis van Gaal (r.) und Claudio Ranieri trennten sich mit einem 1:1
© getty
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Am 36. Spieltag der Premier League trennen sich Manchester United und Leicester City mit 1:1 (1:1). Die Foxes müssen damit ihre Meisterparty verschieben, Tottenham Hotspur kann herankommen. Louis van Gaal sorgte mal wieder für Aufsehen, als er sich dazu äußerte, wie Robert Huth United-Profi Marouane Fellaini an den Haaren gezogen hat.

Vor 76.000 Zuschauern im Old Trafford erzielte Anthony Martial (8.) die frühe Führung für Manchester United. Wes Morgan (17.) gelang nur wenig später der Ausgleich nach einem Freistoß.

Juan Mata kam in der zweiten Halbzeit zu seinem 100. Einsatz für die Red Devils, Tore wurden allerdings von keinem der beiden Teams erzielt. Danny Drinkwater (86.) sah die Gelb-Rote Karte kurz vor Ende der Partie.

Leicester steht mit 76 Punkten weiter an der Spitze, ist aber noch nicht Meister. Sollte Tottenham am Montag aber nicht gewinnen, ist den Foxes der Titel nicht mehr zu nehmen. Manchester United rangiert mit 35 Spielen und 60 Punkten auf Platz fünf.

Reaktionen:

Claudio Ranieri (Trainer Leicester City): "Für uns ging es darum, mindestens einen Punkt zu holen. Das haben wir geschafft, weshalb ich zufrieden bin. Wir müssen jetzt einfach ruhig bleiben."

Louis van Gaal (Trainer Manchester United) zum Haareziehen von Huth gegen Fellaini: "Dass man jemanden an den Haaren packt und nach hinten zieht, gehört sich nicht. Nur beim Sadomasochismus ist so etwas erlaubt."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Louis van Gaal siegte zuletzt mit ManUnited knapp mit 2:1 gegen Everton im FA Cup, nur eine Änderung gibt es für das Leicester-Spiel: Valencia spielt als Rechtsverteidiger, Fosu-Mensah muss zusehen.

Claudio Ranieri nimmt nach dem klaren 4:0-Sieg über Swansea am vergangenen Spieltag keine Änderung an der Startelf vor. Jamie Vardy fehlt weiterhin gesperrt.

8., 1:0, Martial: Fuchs lässt sich auf links mit einem Haken austanzen, Valencia spielt eine Außenrist-Flanke auf die rechte Seite. Dort wartet Martial und vollendet vom Fünfereck an Schmeichel vorbei.

14.: Fellaini legt eine Hereingabe von der linken Seite auf Rashford ab, der direkt abzieht. Schmeichel ist schnell unten am linken Pfosten und pariert stark.

17., 1:1, Morgan: Freistoß von Drinkwater aus dem Halbfeld. Morgan löst sich mit einem Lauf von Gegenspieler Rojo in die Mitte hinein und köpft den Ausgleich.

30.: Riesenbock von Simpson als letzter Mann. Lingard fängt seinen ungenauen Pass ab und zieht alleine aufs Tor, Simpson eilt hinterher. Er kann ihn mit fairen Mitteln stoppen, der herauseilende Schmeichel klärt.

39.: Schlupp flankt oder schießt, de Gea boxt den Ball auf jeden Fall etwas überrascht von der Linie. Im Anschluss narrt Mahrez Rojo und wird gelegt, der Pfiff bleibt aber aus.

50.: Simpson startet im Rücken von Rojo und Blind. Er verzögert am Fünfer und legt dann rüber zu Okazaki, der aber aus vollem Lauf trotz Grätsche vorbeirauscht.

71.: Leicester kontert über Kante, der rechts Mahrez sieht und einen Pass quer durchs Mittelfeld spielt. Der Algerier lässt United-Spieler für United-Spieler stehen, sein Schuss wird von de Geas Fäusten entschärft.

78.: Rooney flankt auf den rechten Pfosten, dort kommt Smalling gegen drei Gegner zum Kopfball. Der Pfosten ist vor dem heranfliegenden Schmeichel am Ball.

86.: Es wird undurchsichtig. Drinkwater reißt am linken Strafraumrand Depay um und sieht Gelb-Rot. Er kann es nicht fassen, die Wiederholung zeigt aber: Alles korrekt.

90+2.: Martial legt quer auf Depay, Schmeichel ist heldenhaft zur Stelle und klärt in allerhöchster Not außerhalb des Strafraums.

Fazit: Ein ausgeglichenes Spiel mit guten Chancen auf beiden Seiten. Beide Teams bringt das Unentschieden nicht voran, Leicester hat aber noch zwei Trümpfe in der Rückhand.

Der Star des Spiels: Riyad Mahrez ist nicht wegzudenken aus dem Offensivkonzept von Leicester. In Abwesenheit von Vardy zeigte er noch deutlicher, warum er zum PL-Spieler des Jahres gewählt wurde: Beweglich, dribbelstark, ideenreich und blitzschnell.

Der Flop des Spiels: Marcos Rojo ließ nicht nur Morgan vor dem Ausgleich laufen, sondern war auch im Anschluss als Manndecker des LCFC-Kapitäns überfordert. Hätte zudem einen Elfmeter an Mahrez verursacht, wäre Michael Oliver nicht anderer Meinung gewesen.

Der Schiedsrichter: Michael Oliver ließ sich auf gar keine Polemik ein und entschied bei den kniffligen Situationen in Hälfte eins, speziell gegen Lingard, richtig. Übersah allerdings den Ellbogen von Fellaini gegen Huth (21.) sowie die unmittelbar vorangegangene Szene des Deutschen, der den Belgier an den Haaren gezogen hatte. Zudem verkannte er Mahrez einen Elfmeter gegen Rojo. Dafür die richtige Entscheidung kurz vor Schluss gegen Drinkwater. Durchschnittliche Leistung.

Das fiel auf:

  • Wie zu erwarten war, übernahmen die Red Devils den Ball, während Leicester in einem tiefen 4-4-2 verteidigte. Die beiden Viererketten hielten sich eng aneinander, die Stürmer variierten leicht in ihren Abständen, stellten aber nur selten mit Anlaufen Druck her.
  • United baute variabel auf, suchte dennoch früher oder später immer den Weg über die Außen. Dort nahmen die Flügelstürmer das Tempo etwas heraus, die Außenverteidiger hinterliefen. Für mögliche Flanken stießen Rooney und Fellaini aus dem Mittelfeld in den Strafraum nach.
  • Leicester scheute sich nicht, lange Bälle nach vorne zu schlagen. Okazaki suchte die ballnahen Räume hinter dem Außenverteidiger und versuchte dort, die Zuspiele zu sichern. Allerdings konnte er das nicht mit der Qualität von Vardy, viele Versuche scheiterten.
  • Mahrez zeigte sich beweglich, war mal links, rechts oder in der Mitte neben Ulloa zu finden. Der Algerier war sichtlich wichtig für die offensive Kreativität der Foxes, agierten sie doch sonst recht bieder. Besonders über die rechte Seite war er an einem Großteil der Chancen beteiligt.
  • Eigentlich unglaublich, wie viele technische Fehler sich Leicester leistete. Die Foxes produzierten Kerzen im eigenen Strafraum, Kopfbälle vor den eigenen Strafraum und haarsträubende Fehlpässe. Mit großer physischer Präsenz, sofortigem Umschalten und einer wirklichen Einer-für-alle-Einstellung konnten sie aber doch immer klären.

Manchester United - Leicester City: Daten und Statistiken zum Spiel

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