Schrödingers Löwen

Harry Kane könnte das neue Gesicht der Three Lions werden
© getty
Cookie-Einstellungen

Mittelfeld

Die Kandidaten: Dele Alli (Tottenham Hotspur), Ross Barkley (Everton), Fabian Delph (Manchester City), Eric Dier (Tottenham Hotspur), Danny Drinkwater (Leicester City), Jordan Henderson (Liverpool), Adam Lallana (Liverpool), James Milner (Liverpool), Mark Noble (West Ham), Jonjo Shelvey (Newcastle), Jack Wilshere (Arsenal)

Die Situation: Wenn Hodgson über die "enorme Qualität" und "große Zukunft" seiner Truppe spricht, dürfte er vor allem die offensivere Abteilung ansprechen. Dort tummelt sich in der Tat fantastisches Potenzial. Der erfahrene Coach weiß: "Es sieht gut aus. Aber Dinge, die auf dem Papier gut aussehen und das, was passiert, wenn du über die weiße Linie auf das Stück Wiese gehst, um Fußball zu spielen, sind zwei sehr, sehr unterschiedliche Dinge."

Nimmt man das herausragende Angebot an schnellen Flügel- und zentralen Mittelfeldspielern, kommt man schnell zu dem Schluss, dass die von Hodgson selbst als Option ins Spiel gebrachte Raute die Three Lions fast aller Stärken berauben würde. Vielmehr deutet alles auf ein 4-3-3 mit Doppelacht hin, alternativ - wegen des Überangebots an Stürmern - ein 4-4-2.

Hodgson hofft nach wie vor inständig darauf, dass Jack Wilshere, in dieser Saison noch ohne Einsatz, seinen Haarriss im Wadenbein rechtzeitig auskuriert und in Frankreich auflaufen kann. Die fehlende Spielpraxis dabei für den Coach kein Problem. "Ich weiß nicht, warum wir so überfürsorglich sein sollten", sagte Hodgson. "Mir geht es um die Klasse eines Spielers. Form ist vergänglich, Klasse nicht." Wilshere würde den absichernden Sechser geben, Jonjo Shelvey vertrat den Gunner bereits auf dieser Position.

Wahrscheinlicheres Szenario: Hodgson bleibt bei seinem Dreieck im Mittelfeld - und beordert Eric Dier auf die defensivste Position. Der 22-Jährige in Diensten des Tabellenzweiten Tottenham gilt als eine der größten Überraschungen der Saison und wird sich gegen Deutschland aller Voraussicht nach genau in diesem System beweisen dürfen. Auch Danny Drinkwater von den Überfliegern aus Leicester, dank seiner "fantastischen Saison" (Hodgson) erstmals fürs Nationalteam nominiert, könnte als Absicherung vor der Viererkette ran.

Geht es um die Besetzung der Achterpositionen, kommt man an einem weiteren Spurs-Juwel nicht vorbei: Dele Alli, 19 Jahre jung, und auf der Insel gehyped wie kein Zweiter. Gegen Frankreich stand er im November nach drei Einwechslungen erstmals in der Startelf und steuerte direkt ein unfassbares Tor zum 2:0 bei. Sieben Tore und neun Assists steuerte der Youngster zum aktuellen Höhenflug der Spurs bislang bei. Behält der Engländer seine Form, gäbe es wenig, das gegen einen Platz im Mittelfeld spricht. Die Allzweckwaffen Ross Barkley und James Milner durften sich in Quali und Vorbereitung in mehreren Systemen auf unterschiedlichen Positionen austoben - und könnten Allis Nebenmann spielen.