Zum Saisonstart von Arsenal

Chronisch in die Krise

Von Frederick Müller
Samstag, 19.09.2015 | 22:29 Uhr
Ein Scharmützel, aus dem Costa als Sieger hervorgeht: Gabriel fliegt, der Spanier darf weiterspielen
© getty
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Es hätte alles ganz anders kommen sollen. Doch nach einer überzeugenden Vorbereitung, kommt Arsenal wieder einmal nur behäbig in die Saison. Statt die Schwäche der anderen zu nutzen, geht die eigene Stärke verloren. Doch in der Verantwortung sehen sich die Londoner nicht.

"Er darf machen, was er will. Und jeder, der antwortet, wird vom Feld geschickt. Das ist nicht akzeptabel", echauffierte sich Arsene Wenger nach der Derby-Pleite gegen Chelsea über Diego Costa. "Er war der Mann des Spiels. Er hat das getan, was er tun musste", lobte hingegen Jose Mourinho seinen Stürmer.

Drei Schläge ins Gesicht von Laurent Koscielny stehen am Ende auf dem Datenblatt des "Mannes des Spiels." Vom Platz musste allerdings Arsenals Gabriel Paulista, der sich als Schlichter einmischte und sich so lange von Costa bequatschen ließ, bis er sich schließlich zu einer unnötigen Tätlichkeit entschied.

Hat Chelseas Stürmerstar nun geschickt provoziert, oder ist er ein unbelehrbarer Hitzkopf?

Arsenal verliert die "emotionale Kontrolle"

Fakt ist aber: Arsenal kann in der Meisterschaft immer noch nicht gegen Chelsea gewinnen und läuft mit fünf Punkten Rückstand nach sechs Spielen der Spitze hinterher.

Aus einem Saisonstart, bei dem der Meister historisch schwächelt, Manchester United auf Selbstfindungs-Kurs ist, die Qualität von Liverpool kaum einzuschätzen ist und einzig Manchester City bis zur Heimpleite gegen West Ham Normalform zeigte, können die Londoner keinen Profit schlagen. Anstatt die Gunst der Stunde zu nutzen, wird einfach mitgekriselt.

Auch in der Champions League ging der Auftakt gegen Außenseiter Zagreb verloren, auch dort wurde das Spiel aufgrund der Undiszipliniertheit von Olivier Giroud in Unterzahl beendet. In zwei Spielen flogen mit Giroud, Santi Cazorla und eben Gabriel drei Spieler vom Platz.

"Ich habe im Jahr 2000 das erste Derby meiner Karriere gespielt. Seitdem sage ich meiner Mannschaft vor jedem Derby, das ich spiele: Ihr müsst euch im Griff haben. Ohne emotionale Kontrolle verliert ihr das Spiel", erzählte Mourinho. Eben jene "emotionale Kontrolle" ist den Mannen von Arsene Wenger abhandengekommen.

Vom Höhen- in den Sinkflug

Und dabei standen die Vorzeichen so gut. Arsenal wurde so stark wie selten vor der Saison eingeschätzt. Die Offensive um Mesut Özil, Giroud oder Theo Walcott hat in der Vorbereitung alles abgeschossen, was sich in den Weg stellte. Nationalspieler genossen ihren Urlaub und kamen fit aus der Vorbereitung.

Der Triumph im FA-Cup sorgte für Euphorie zum Ende der letzten Saison. Und mit Petr Cech kam das letzte Puzzleteil in eine funktionierende Mannschaft, die in der Rückrunde der letzten Saison die meisten Punkte gesammelt hat.

Der Cech-Effekt hielt bis zum Community Shield. Mit 1:0 rang Arsenal Chelsea nieder und verteidigte den Cup. Wenger feierte im 14. Anlauf endlich den ersten Sieg gegen seinen größten Rivalen Mourinho. Nur, um eine Woche später den Saisonauftakt zu Hause gegen West Ham mit 0:2 zu vergeigen. Und nur, um ein paar Wochen später wieder das hämische Grinsen seines ewigen Widersachers zu sehen.

Zwei Hälften, zwei Gesichter

Die Schwächephasen in der Hinrunde einer Saison scheinen mittlerweile chronisch zu sein. Saison für Saison verspielt Arsenal seine Titelchancen bereits zu Beginn der Spielzeit, um in der zweiten Hälfte aufzudrehen und sein wahres Potenzial ans Licht zu bringen. Das reichte zwar für 18 Champions-League-Teilnahmen in Folge. Aber eben auch für bis jetzt elf Jahre Wartezeit auf die nächste englische Meisterschaft.

"Ich bin enttäuscht von der Leistung von Mike Dean. Unser Spieler wird des Feldes verwiesen. Und Costa kommt mit Gelb davon. Das ist widerlich", sieht Wenger die Schuld für die Niederlage beim Schiedsrichter. Und Mourinho? "Ihr solltet Gabriel fragen, der hat den Fehler gemacht."

Provokateur oder Hitzkopf?

Dass sich die zwei Heißsporne nicht einig sind, ist seit 2005 klar. Als Mourinho Wenger einen Voyeur schimpfte, begann die Posse. Einige weitere Bekundungen der gegenseitigen Respektlosigkeit, verweigerte Handschläge und Schubsattacken später, ist es das alt bekannte Spiel der zwei Star-Trainer.

Doch es täuscht nicht darüber hinweg, dass Arsenal einmal mehr einen Aufwind mit Saisonbeginn verstreichen ließ. Dass die Chance, die direkten Konkurrenten auszustechen, nicht genutzt wurde. Und dass die Stimmung nun wieder auf dem Tiefpunkt ist. Ganz egal, ob Costa ein gewiefter Provokateur oder unbelehrbarer Hitzkopf ist.

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