United-Desaster - Lampard ärgert Blues

SID
Sonntag, 21.09.2014 | 18:59 Uhr
Der pure Wahnsinn! Jamie Vardy und Leicester City lieferten eine historische Partie ab
© getty
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Am 5. Spieltag der Premier League muss Manchester United bei Aufsteiger Leicester City eine kolossale Niederlage einstecken. Nach einer 3:1-Führung gingen die Red Devils noch mit 3:5 unter. Frank Lampard bewahrte Manchester City gegen Ex-Klub Chelsea dagegen vor einer Niederlage. Zudem ist der Fehlstart des FC Liverpool perfekt, Mesut Özil hat den FC Arsenal zu einem Auswärtssieg bei Aston Villa geführt.

Leicester City - Manchester United 5:3 (1:2)

Tore: 0:1 van Persie (13.), 0:2 Di Maria (16.), 1:2 Ulloa (17.), 1:3 Herrera (57.), 2:3 Nugent (62., Elfmeter), 3:3 Cambiasso (64.), 4:3 Vardy (79.), 5:3 Nugent (83., Elfmeter)

Rote Karte: Blackett (83., ManUnited)

Wahnsinnsmatch im King Power Stadium, das wohl in die Geschichte der Premier League eingehen wird! Nach 16 Jahren Warten gewinnt Leicester City mal wieder gegen ManUnited - und wie! Beim Aufsteiger aus Leicester gelang United ein toller Start, an dem die vier Hochkaräter Robin van Persie, Falcao, Angel Di Maria und Wayne Rooney direkt beteiligt waren.

Die Führung der Gäste resultierte aus einer starken Falcao-Hereingabe, der von der linken Außenbahn bis zum Strafraumeck ging und butterweich an den langen Pfosten flankte. Van Persie nickte unter Mithilfe von Liam Moores Oberkörper ein. Kurz darauf der nächste starke Spielzug: Ballgewinn Di Maria, Rooney legte dem Argentinier wieder auf - und der lupfte aus 14 Metern und vollem Lauf gefühlvoll über Kaspar Schmeichel hinweg ins rechte Eck.

Leicester schlug sofort zurück und kam nach einer Hereingabe von Jamie Vardy durch Leonardo Ulloas Kopfball zum Anschlusstreffer. Und es ging weiter: Johnny Evans musste mit einer Knöchelverletzung raus (30.), Ritchie De Laet hätte Gelb-Rot sehen müssen (34.), Falcao traf nach der Pause nur die Latte (49.).

Nach der Pause brach der reine Wahnsinn los. Zunächst sah Van Persie im Sechzehner Di Maria im Rückraum, dessen Schuss von Ander Herrera mit der Hacke ins Tor abgelenkt wurde. Was dann passierte, ist kaum zu begreifen. Leicester drehte das schon verloren geglaubte Spiel mit vier Treffern in 21 Minuten!

Die Hausherren hatten zwar Glück, dass es Elfmeter für sie gab, da Rafael von Vardy klar gefoult wurde, Letzterer aber dennoch in den Strafraum stürmte und sich dann zu einem Faller an der Grundlinie hinreißen ließ - David Nugent versenkte mittig.

Sekunden später legte Vardy mit dem Rücken zum Tor für Esteban Cambiasso ab, der aus mittiger Position unten rechts zum Ausgleich traf. Juan Mata ebnete den Weg zum Führungstreffer für Leicester mit einem katastrophalen Ballverlust an der Mittellinie. De Laet bediente den gestarteten Vardy und der überwand David De Gea aus mittiger Position ohne Mühe.

Bei United brachen längst alle Dämme. Wieder ein langer Ball, wieder war Vardy frei durch. Blackett holzte ihn klar um - Rot und Elfmeter. Ulloa schob ein und beendete das Tor-Festival am Sonntagnachmittag. Verrückte Statistik: Leicester schoss in der gesamten Partie fünf Mal auf Manchesters Tor. Und: Zum ersten Mal nach 853 Spielen in der Premier League wirft ManUnited eine Zwei-Tore-Führung weg und verliert.

Manchester City - FC Chelsea 1:1 (0:0)

Tore: 0:1 Schürrle (71.), 1:1 Lampard (85.)

Gelb-Rot: Zabaleta (ManCity, 66.)

Es war keine hochklassige, aber dafür eine umso intensivere Partie. Frank Lampard rettete der Mannschaft von Manuel Pellegrini fünf Minuten vor Schluss das Remis gegen seinen Ex-Klub, den Andre Schürrle nach 71 Minuten in Führung gebracht hatte.

Die Hausherren übernahmen vor 52.387 Zuschauern von Beginn an das Kommando und drückten die Blues in die eigene Hälfte. Yaya Toure hatte dabei nach einer Ecke von der linken Seite die erste dicke Chance, brachte aber nicht genug Druck hinter seinen Kopfball und Thibaut Courtois konnte parieren (9.).

Das Team von Jose Mourinho um Top-Torjäger Diego Costa suchte den Weg in die Offensive nur äußerst verhalten und verteidigte bisweilen mit einer Fünferkette, weswegen Chancen in der Folge auf beiden Seiten Mangelware waren. Vor allem die zahlreichen Flankenversuche der Citizens fanden in der Mitte keinen Abnehmer.

Es dauerte bis zur 31. Minute, ehe die von Taktik geprägte Partie wieder etwas Leben eingehaucht bekam und Sergio Agüero einen Volleyschuss aus 15 Metern nur knapp über die Querlatte donnerte. Letztendlich ging es aber mit dem 0:0 in die Pause, wobei Joe Hart in den ersten 45 Minuten nicht einmal eingreifen musste.

Nach dem Seitenwechsel das gewohnte Bild - Chelsea stand hinten drin, City rannte an und fand keinen Weg durch das Bollwerk der Blues. In der 56. Minute hatte Agüero dann trotzdem die bislang beste Chance der des Spiels, als er mit einem Drehschuss aus elf Metern am glänzend reagierenden Courtois scheiterte - den Abpraller klärte Ramires gerade noch vor dem einschussbereiten Edin Dzeko.

Nach einer guten Stunde durfte schließlich auch Schürrle mitwirken, der etwas frischen Wind beim Tabellenführer reinbrachte. Zudem schwächte Pablo Zabaleta die Gastgeber, indem er nach einem Foul an Costa mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde (66.).

Fünf Minuten später lagen die Blues in Führung - Costa wurde im Mittelfeld nicht angegriffen und legte den Ball auf rechts zu Eden Hazard. Der behielt den Überblick und bediente Schürrle mustergültig am zweiten Pfosten - der Rest war Formsache.

Costa hätte die Führung in der 81. Minute noch weiter ausbauen können, traf aber nur den Pfosten. Stattdessen schlug vier Zeigerumdrehungen später die Stunde von Lampard, als der ehemalige Chelsea-Star den Sky-Blues das Unentschieden rettete.

West Ham United - FC Liverpool 3:1 (2:1)

Tore: 1:0 Reid (2.), 2:0 Sakho (7.), 2:1 Sterling (26.), 3:1 Amalfitano (88.)

Zögerliches Abtasten gegen den Favoriten? Nicht die Devise von West Ham United, als sich der FC Liverpool die Ehre gab. Die Hausherren begannen wie die Feuerwehr: Keine 120 Sekunden waren absolviert, da klingelte es bereits im Liverpooler Kasten. James Tomkins verlängerte einen Freistoß auf Steven Reid, der problemlos zur frühen Führung einschoss.

Während sich die Reds noch sammelten, brachte Diafro Sakho den Upton Park erneut zum Beben. Vier Pool-Akteure schauten zu, wie der Angreifer eine Flanke von Mark Noble anvisierte und die Kugel aus kurzer Distanz über die Linie bugsierte - 2:0 nach gerade sieben Minuten!

Die Gäste konnten sich auf ihre individuelle Klasse verlassen. Raheem Sterling verwertete einen abgeblockten Balotelli-Versuch mit Wucht und Präzision. Schmeichelhaft aus Liverpooler Sicht, denn die Hammers hätten ihren Vorsprung durchaus ausbauen können.

Im zweiten Durchgang wurde das Spiel ausgeglichener, ruppiger und intensiver. Der Champions-League-Teilnehmer drängte nun mit Macht auf den Ausgleich, scheiterte aber trotz Dauerdruck daran, echte Tormöglichkeiten zu kreieren. West Ham beschränkte sich auf die Defensive, errichtete einen wahren Abwehrriegel - und konterte in der 88. Minute so gnadenlos wie erfolgreich. Morgan Amalfitano schloss einen sauber vorgetragenen Angriff zum 3:1-Endstand ab.

Aston Villa - FC Arsenal 0:3 (0:3)

Tore: 0:1 Özil (32.), 0:2 Welbeck (34.), 0:3 Cissokho (36./ET)

Erst lange nichts, dann alles auf einmal: So oder so ähnlich stellte sich die erste Halbzeit des FC Arsenal bei Aston Villa dar. Bis der Zeiger die 30-Minuten-Marke streifte, brachten die Gäste nicht viel zustande, auch der zuletzt gescholtene Mesut Özil vermochte keine Impulse zu setzen.

Das änderte sich zwischen der 32. Und 36. Minute - und zwar radikal: Just als Villa dabei war, das Heft in die Hand zu nehmen, wurden sie von drei Arsenal-Treffern in kürzester Zeit erwischt. Özil besetzte eine Hauptrolle. Den ersten Treffer erzielte der Deutsche selbst, indem er nach Steilpass von Alex Oxlade-Chamberlain cool vollstreckte. Kaum hatten die Gastgeber neu angestoßen, tauchte Özil auf der linken Flanke auf und spielte überlegt zur Mitte, wo Danny Welbeck keine Mühe hatte, das 0:2 zu erzielen. Weitere 120 Sekunden darauf drang Kieran Gibbs in den Strafraum ein, gab die Kugel ins Zentrum und fand in Aly Cissokho einen unglücklichen Abnehmer - ein Eigentor, 0:3.

Mit der komfortablen Führung verwaltete Arsenal die Partie nach Belieben. Der dreifache Nackenschlag hatte den Widerstand von Aston Villa gebrochen, in den zweiten 45 Minuten konnte die Elf von Paul Lambert nicht mehr an ihr gefälliges Spiel der Anfangsphase anknüpfen.

Der 5. Spieltag der Premier League

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