Von wegen unbekannt

Freitag, 12.09.2014 | 23:27 Uhr
Lazar Markovic wurde gegen die Spurs für Mario Balotelli in der 61. Minute eingewechselt
© getty
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Der FC Liverpool hat im Sommer 25 Millionen Euro für Lazar Markovic von Benfica Lissabon ausgegeben. Eine stolze Summe für ein serbisches Talent. Doch der Weg des kleinen, schmächtigen Jungen aus Cacak zeigt - das Geld dürfte gut angelegt sein.

Zugegeben, in England sind astronomische Ablösesummen fast an der Tagesordnung. Gut 150 Millionen gab der FC Liverpool für Spieler in diesem Sommer aus. Doch außer Mario Balotelli ist kein richtig bekannter Name dabei. Das Enfant Terrible des italienischen Fußballs versucht es nach seinem Gastspiel bei Manchester City abermals auf der Insel. 20 Millionen Euro zahlten die Reds für ihn. Insgesamt bezahlten die Vereine schon 70 Millionen Euro für Balotelli. Seit 2010 befindet er sich nun auf Wanderschaft.

Lazar Markovic verließ seinen Heimatverein Partizan Belgrad 2013 als 19-Jähriger für zehn Millionen Euro in Richtung Portugal und schloss sich Rekordmeister Benfica an. Nach nur einem Jahr zog es ihn schon weiter und er wechselte für 25 Millionen Euro auf die Insel zum FC Liverpool. Doch die Unterschiede zwischen den beiden könnten größer nicht sein.

Ist Balotelli mit 20 Millionen fast ein Schnäppchen, fragt man sich nicht nur in England: 25 Millionen - für wen? Was kann dieser schmächtige und unscheinbare Junge aus Cacak? Nicht alle Fans des FC Liverpool konnten mit dem Namen Lazar Markovic etwas anfangen. Doch die Leute, die mit ihm seit einiger Zeit zusammenarbeiten, schwärmen in den höchsten Tönen vom inzwischen 20-Jährigen.

"Ich behaupte, abgesehen von Messi und Ronaldo, ist er eines der besten Talente, die ich im Alter von 19 Jahren gesehen habe", sagte Avram Grant vor gut einem Jahr über Markovic. Grant, Champions-League-Finalist mit dem FC Chelsea, ist inzwischen Trainer in Belgrad und arbeitete mit Markovic ein Jahr lang zusammen.

Starke Zahlen für eine Youngster

Insgesamt erzielte der offensive Mittelfeldspieler für Partizan in 46 Einsätzen 13 Tore und bereitete 13 weitere Treffer vor. Eine ordentliche Quote. 2011 und 2012 wurde er serbischer Meister. Im Februar 2012 debütierte er für die serbische Nationalmannschaft. Zwei Tore stehen dort bei 14 Einsätzen zu Buche.

Ganz so unbekannt war Markovic auf dem Fußball-Planeten also nicht, als Benfica im letzten Sommer zuschlug und sich gegen namhafte Konkurrenz durchsetzte. In Portugal wollte man ihm Zeit geben. Er sollte reifen und peu a peu aufgebaut werden. Von seinem Talent war man überzeugt. Aber Markovic brauchte gar keine Zeit. Er lieferte sofort.

Stand er zum Saisonauftakt gegen Maritimo Funchal zunächst nicht im Kader, kam er im zweiten Spiel gegen Gil Vicente knapp eine halbe Stunde vor Schluss in die Partie und erzielte in der 92. Minute nach Vorarbeit des heutigen Mainzers Filip Djuricic den zwischenzeitlichen Ausgleich. Eine Minute später traf Lima gar noch zum Siegtreffer für Benfica.

Held im Derby

Am dritten Spieltag folgte das Derby gegen Sporting. Wieder lag der Rekordmeister zurück. Wieder kam Markovic ins Spiel - und wieder glich der Youngster aus. In der 64. Minute schnappte er sich 25 Meter vor dem Tor die Kugel. Es folgte ein unnachahmlicher Antritt, mit der er die komplette Sporting-Abwehr stehen ließ. Anschließend tunnelte er eiskalt den portugiesischen Nationaltorhüter Rui Patricio und vollendete seinen Solo-Lauf gekonnt.

Völlig euphorischer Jubel oder gar Ekstase beim Serben anschließend? Mitnichten. Cool und lässig, fast so als hätte er noch nie etwas anderes gemacht, schnappte er sich den Ball und lief zum Mittelpunkt zurück. Generell verzichtet der 1,75 Meter große Rechtsfuß auf große Gesten. Er lässt lieber seine Fähigkeiten sprechen. Von Selbstdarsteller keine Spur.

Am Ende der Saison standen 26 Liga-Einsätze mit fünf Treffern und vier Vorlagen in der Super Liga. Eine respektable Quote für einen 19-Jährigen, der seine ersten Schritte im Ausland wagte.

Von wegen unbekannt

Sein damaliger Coach Jorge Jesus war voll des Lobes: "Markovic ist ein überaus talentierter Spieler. Mit dem Ball am Fuß ist er kaum zu stoppen." Jesus war mit dieser Meinung nicht alleine. Seit Jahren schon galt Markovic unter Experten in Europa als eines der heißesten Talente. Der FC Chelsea wollte ihn frühzeitig verpflichten.

"Markovic ist Talent pur. Er verfügt über besondere Fähigkeiten, was Schnelligkeit und Technik angeht. Er kann Spiele allein entscheiden. Er wird ein sehr wichtiger Spieler für Serbien sein", sagte Ljubinko Drulovic, U-19-Trainer der Serben über den Rohdiamanten.

Es ist dem Rechtsfuß und seinem Umfeld hoch anzurechnen, nicht zu früh den Verlockungen des schnellen Geldes verfallen zu sein, sondern die Karriere schrittweise aufzubauen. Bei Benfica sammelte er Champions-League- und Europa-League-Erfahrung und holte sich Wettkampfhärte auf europäischem Top-Niveau.

Markovic und Liverpool: Das könnte passen

Mit dem FC Liverpool spielt er nun für eine Mannschaft, die zu den talentiertesten in Europa zählt. Unter Brendan Rodgers spielen die Reds begeisternden Fußball, der im vergangenen Jahr fast zum Titel geführt hätte. Hier kann Markovic den nächsten Schritt gehen.

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Der Serbe passt mit seiner Art, Fußball zu spielen, perfekt in System und Philosophie von Rodgers: Er ist extrem schnell und hat technisch alles im Repertoire. Diese Attribute sind vollkommen kompatibel mit dem aktuellen Fußball der Reds.

Dass Markovic neben diesen beiden herausragenden Fähigkeiten zudem noch vor dem Tor eiskalt ist, schließt das verheißungsvolle Gesamtpaket ab. Er kann im Zentrum oder links offensiv spielen, fühlt sich auf dem rechten Flügel aber am wohlsten.

Selbst ehemalige Mannschaftskollegen zeigen sich von ihm und seine Fähigkeiten begeistert: "Es war super, dass ich sechs Monate mit diesem fantastischen Jungen spielen durfte. Er hat riesiges Potenzial. Er kann einer der besten Spieler Europas auf seiner Position werden", sagt beispielsweise Nemanja Matic, früher Kollege bei Benfica, heute Gegner beim FC Chelsea.

An der Anfield Road soll auch Markovic dazu beitragen, das Loch, das der Verlust von Luis Suarez hinterließ, zu schließen. In Raheem Sterling, dem Dribbler und Wegbereiter, und Torjäger Daniel Sturridge verfügt Liverpool schon über eine gewisse Klasse. Markovic hat das Potential beide Eigenschaften auf sich zu vereinen.

Lazar Markovic im Steckbrief

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