Mittwoch, 29.01.2014

Premier League, 23. Spieltag

City nach nächster Gala an der Spitze

Am 23. Spieltag kommt der Tabellenführer FC Arsenal beim FC Southampton nur zu einem glücklichen Unentschieden. Derweil gelingt Manchester United bei Juan Matas Debüt und Ryan Giggs' Jubiläum die Befreiung. Und: Der FC Everton muss im Merseyside-Derby böse Prügel vom FC Liverpool einstecken. Manchester City nutzt den Patzer der Gunners und ballert sich mit einem Kantersieg bei den Spurs an die Tabellenspitze. Chelsea kommt gegen West Ham nicht über ein Remis hinaus.

Edin Dzeko traf beim 5:1-Sieg von ManCity zum zwischenzeitlichen 3:0
© getty
Edin Dzeko traf beim 5:1-Sieg von ManCity zum zwischenzeitlichen 3:0

FC Southampton - FC Arsenal 2:2 (1:0)

Tore: 1:0 Fonte (21.), 1:1 Giroud (48.), 1:2 Cazorla (52.), 2:2 Lallana (53.)

Rote Karte: Flamini (Arsenal/80.)

Vor dem Spiel hätte Tabellenführer FC Arsenal eine Punkteteilung in Southampton vermutlich als Misserfolg abgetan, doch nach dem Spielverlauf auf dem regendurchweichten Rasen des St. Mary's Stadium konnten die Gunners von Glück sagen, dass am Ende nicht die vierte Saisonpleite zu Buche stand.

Allein Southamptons Startelf-Debütant Sam Gallagher hätte vor der Pause mehrfach für klare Verhältnisse sorgen können. Der 18-jährige Angreifer scheiterte bei drei guten Schussmöglichkeiten aber an Gunners-Torwart Wojciech Szczesny und seinen Nerven. So gingen die Gunners nach ihrer schwächsten Halbzeit der Saison (1:8 Torschüsse) nur mit einem 0:1 in die Kabine.

Im Stile einer Spitzenmannschaft hätten der Wenger-Elf dann gerade einmal sieben gute Minuten nach der Pause fast zum Sieg gereicht. Doch Girouds Hackentor (48.) und Cazorlas Weitschuss nach Pass von Mesut Özil (52.) wurden umgehend von Adam Lallana gekontert. In einer dramatischen zweiten Hälfte war Southampton nach dem Platzverweis gegen Mathieu Flamini nach rüdem Einsteigen gegen Morgan Schneiderlin erneut näher am Sieg.

FC Liverpool - FC Everton 4:0 (3:0)

Tore: 1:0 Gerrard (21.), 2:0 Sturridge (33.), 3:0 Sturridge (35.), 4:0 Suarez (50.)

Anders als beim 3:3 aus dem Hinspiel entwickelte sich das 222. Merseyside-Derby zu einer äußerst einseitigen Angelegenheit für die gastgebenden Reds. Ausgerechnet der Ur-Liverpooler Steven Gerrard brach mit einem wuchtigen Kopfball nach einer Suarez-Ecke in seinem 28. Premier-League-Derby (neuer alleiniger Rekord) den Bann.

Zuvor hatten die Reds die Partie an der Anfield Road bereits klar im Griff und näherten sich dem Tor von Tim Howard durch schnörkellosen Fußball immer mehr an. Howard musste in der 33. und 35. Minute schließlich einen Doppelschlag von Daniel Sturridge hinnehmen, der von Philippe Coutinho und später von Aly Cissokho zweimal auf eine einsame Reise geschickt wurde.

Everton fand offensiv nur in den Minuten vor dem 2:0 statt und hatte durch Phil Jagielka (31.) und Kevin Mirallas (32.) gute Einschussmöglichkeiten. Mit dem zweiten Treffer war die Partie aber gelaufen. Bezeichnend für den weiteren Spielverlauf war die Szene vor dem 4:0, in der Jagielka dem abermals starken Luis Suarez den Ball an der Mittellinie förmlich schenkte und dem Uruguayer auf dem Weg zu dessen 23. Saisontor nur noch Geleitschutz gab.

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Manchester United - Cardiff City 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 van Persie (6.), 2:0 Young (59.)

Wichtiger Sieg für Manchester United beim Debüt von 45-Millionen-Mann Juan Mata gegen Schlusslicht Cardiff City. Der Spanier strahlte bei seinem ersten Auftritt im Dress der Red Devils zwar große Ballsicherheit aus, die Geschichte des Spiel schrieb aber Robin van Persie.

Nach siebenwöchiger Verletzungspause stellte der Niederländer bei seinem Comeback gleich nach sechs Minuten seinen Torriecher unter Beweis, als er einen Valencia-Kopfball an die Latte nach zweifachem Nachsetzen über die Linie bugsierte. Bis zum 2:0 durch den unhaltbaren 18-Meter-Schuss von Ashley Young (59.) hatte United, bei dem Ryan Giggs zum 800. Mal in der Startaufstellung stand, im Old Trafford aber alles andere als leichtes Spiel mit den Bluebirds.

Die von Manchester-Legende Ole Gunnar Solskjaer betreuten Waliser zeigten dem United-Defensivverband mehrfach seine Schwächen auf. Beim Kopfballversuch von Mark Hudson (25.) und erst recht in der Situation kurz vor dem 2:0, in der der einschussbereite Fraizer Campbell knapp verpasste (56.), war Manchesters Sieg erheblich gefährdet.

FC Chelsea - West Ham United 0:0

Elf Ecken, eine Großzahl an Torchancen und deutlich mehr Ballbesitz - all das reichte dem FC Chelsea nicht, um zuhause West Ham United zu bezwingen. Ein ums andere Mal scheiterten die Blues an Hammers-Keeper Adrian. Bei West Ham nahmen die beiden italienischen Neuzugänge Marco Borriello und Antonio Nocerino zunächst nur auf der Bank Platz.

Für eine kuriose Szene und das einzige Tor im Spiel, das aber zu Recht nicht zählte, sorgte Eto'o. Der Kameruner schnappte sich den Ball, den sich Adrian zum Freistoß an den Fünfer gelegt hatte und schob ihn über die Linie. Die größte Chance aus dem Spiel heraus hatte jedoch Andy Carroll für die Hammers. Nach einer knappen Stunde flankte Stewart Downing von links, Petr Cech verlängerte den Ball unfreiwillig zu Carroll - und der brachte es fertig, fünf Meter vor dem leeren Tor den Ball nicht zu treffen.

Auf Seiten der Blues sorgten Oscar und Frank Lampard immer wieder mit Distanzschüssen für Gefahr. Trotz zahlreicher Chancen und optischer Überlegenheit sprang aber kein Torerfolg dabei heraus.

Tottenham Hotspur - Manchester City 1:5 (0:1)

Tore: 0:1 Agüero (15.), 0:2 Toure (51./FE), 0:3 Dzeko (53.), 1:3 Capoue (59.), 1:4 Jovetic (78.), 1:5 Kompany (89.)

Rote Karte: Rose (50./Tottenham)

Von einer Revanche für die 0:6-Pleite im Hinspiel war bei den Spurs die Rede, zu sehen war davon aber nichts an der White Hart Lane. Von Anfang an machte City klar, wer hier den Ton angibt - und sich die Tabellenspitze sichern will. Auffälligster Akteur in Abschnitt eins war dabei Sergio Agüero. Sein Arbeitsnachweis: Pfostenschuss (4.), Führungstor (15.), verletzungsbedingte Auswechslung (45.).

Doch auch ohne ihren mit Abstand besten Akteur hatten die Sky Blues mit den Gastgebern keine Probleme. Yaya Toure mit einem Foulelfmeter (51.) und Edin Dzeko (53.) sorgten für die schnelle Vorentscheidung. Die Spurs, seit der Roten Karte gegen Danny Rose vor dem Elfer über eine halbe Stunde in Unterzahl, kamen lediglich zum Anschluss durch Etienne Capoue (59.).

Hoffnung kam bei den Londonern aber nicht auf. Zu gravierend war der Unterschied zu den Citizens, die kurz vor Schluss durch Joker Stevan Jovetic (78.) den alten Abstand wiederherstellten und dank Vincent Kompanys Abstauber nach einer Ecke (89.) mit dem Schlusspfiff sogar noch auf 5:1 stellten.

Der 23. Spieltag der Premier League

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