Dienstag, 07.01.2014

Albtraum für Englands Medien

Walcotts WM-Aus schockiert die Insel

Für England und den FC Arsenal ist die schwere Knieverletzung von Stürmerstar Theo Walcott ein Drama. Für Wirbel sorgen zudem die Umstände seiner Auswechslung.

Theo Walcott wird den Three Lions bei der WM in Brasilien wohl fehlen
© getty
Theo Walcott wird den Three Lions bei der WM in Brasilien wohl fehlen

"Pech", "Dilemma", "Albtraum" - am Tag nach der erschütternden Diagnose für Englands Fußball-Stürmerstar Theo Walcott überschlugen sich die Schlagzeilen der britischen Zeitungen. Und auch der deutsche Nationalspieler Lukas Podolski reagierte betroffen auf das tragische WM-Aus seines Teamkollegen vom FC Arsenal. Walcott, die große Hoffnung des englischen Fußballs, wird beim Turnier in Brasilien nur Zuschauer sein. Erneut.

"So ein Pech für Theo und das ganze Team", schrieb Podolski bei "Twitter" und postete ein Bild von sich und dem Angreifer: "Alles Gute, dass du schnell zurückkommst." Englands Teammanager Roy Hodgson war geschockt. "Das ist ein Schlag für ihn persönlich, Arsenal und England. Es ist eine Schande, dass wir einen Spieler seines Kalibers für die WM verlieren", sagte Hodgson.

Die WM-Geschichte wird für Walcott zunehmend zum persönlichen Drama, denn der pfeilschnelle Offensivspieler konnte seine außergewöhnlichen Fähigkeiten weder bei der Weltmeisterschaft 2006 noch 2010 präsentieren: Bei den Titelkämpfen in Deutschland spielte der damals 17-Jährige keine Minute, vor vier Jahren wurde er völlig überraschend nicht nominiert.

Kreuzbandriss im linken Knie

Diesmal wurde Walcott eine Szene beim 2:0-Erfolg seines Klubs im London-Derby in der dritten Runde des FA Cups gegen Tottenham Hotspur zum Verhängnis. Seine Verletzung entpuppte sich am Montagabend als Kreuzbandriss im linken Knie. Damit ist die Saison für den 24-Jährigen gelaufen, der WM-Start am 12. Juni kommt für Walcott zu früh. Und für Arsenal ist es im Titelkampf ebenfalls ein schwerer Schlag.

Für zusätzlichen Wirbel sorgt auf der Insel derweil ein Zwist über die Auswechslung Walcotts. Während der schmächtige Stürmer, der in 36 Länderspielen bisher fünf Treffer erzielt hat, auf einer Trage vom Spielfeld gebracht wurde, hielt er zwei Finger der rechten Hand in die Höhe, mit der linken Hand formte er grinsend eine Null in Richtung der Tottenham-Fans - den Spielstand zum Zeitpunkt des Wechsels.

Daraufhin wurde Walcott wüst beschimpft und mit Münzen und anderen Gegenständen beworfen. Dies zog am Dienstag einen "Shitstorm" im Internet nach sich - die betreffenden Profile in den Sozial-Netzwerken wurden inzwischen gelöscht.

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FA rügt Walcott

Der englische Fußball-Verband FA rügte Walcott für die Geste und erinnerte ihn an seine Vorbildfunktion, will aber kein Disziplinarverfahren einleiten. Die FA hat beide Klubs zu Stellungnahmen aufgefordert, sollten die Werfer identifiziert werden, drohen ihnen lebenslange Stadionverbote. Arsenal-Teammanager Arsène Wenger nahm Walcott ausdrücklich in Schutz: "Ich glaube nicht, dass seine Geste beleidigend gemeint war."

Walcott und Weltmeisterschaften - das passt einfach nicht zusammen. 2006 war Arsenals Kronjuwel mit 17 Jahren und 75 Tagen der jüngste Spieler, der jemals in einem englischen WM-Kader stand. Doch beim Turnier in Deutschland blieb Walcott unter Teamchef Sven-Göran Eriksson nur die Statistenrolle, er verfolgte sämtliche Spiele seiner Mannschaft von der Bank aus.

Auch die WM 2010 verpasste der Angreifer mit dem starken rechten Fuß. Nach Verletzungsproblemen befand sich Walcott in einer Formkrise und wurde von Fabio Capello nicht berücksichtigt. Nun muss Englands große Hoffnung bis 2018 warten - vielleicht klappt es in Russland mit seinem ersten WM-Einsatz. Dann ist Walcott 29 Jahre alt.

Theo Walcott im Steckbrief


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