Dienstag, 03.12.2013

Romelu Lukaku im Porträt

Alles nur wegen Manuel Neuer

Ein verschossener Elfmeter kostete Romelu Lukaku den Job beim FC Chelsea. Der Belgier ging auf Leihbasis zu Everton und ist dort erfolgreicher als der gesamte Blues-Sturm. Mourinho ist aber immer noch nicht überzeugt.

Lukaku trifft, aber nicht im Trikot des FC Chelsea
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Lukaku trifft, aber nicht im Trikot des FC Chelsea

"An dem Tag, an dem ich hier spiele, werden mich meine Eltern das einzige Mal in meinem Leben weinen sehen. Nur wenn ich hier spiele, ansonsten niemals."

Romelu Lukaku, Jugendspieler vom RSC Anderlecht blickt während eines Schulausflugs an die Stamford Bridge auf den Rasen und träumt von einem Engagement bei seinem Lieblingsverein.

Als ihn sein Lehrer bittet der Klasse in den Presseraum zu folgen, gibt ihm Lukaku ein scheinbar unmögliches Versprechen: Eines Tages werde er für Chelsea spielen. Es folgt eine gespielte Vorstellung im Presseraum, in der Mitschüler den heute 20-Jährigen als Transfer der Blues präsentieren.

Dies sind Szenen aus einem Youtube-Video, welches mittlerweile gewissen Kultstatus im Internet erreicht hat. Denn der verträumte Junge mit den großen Ansagen, dem weder Mitschüler noch Lehrer so richtig glauben wollten, wurde bereits ein Jahr an selber Stelle als 22-Millionen-Euro-Neuzugang des FC Chelsea präsentiert.

Durchbruch bei West Brom

Was einem hollywoodreifen Ende von Lukakus Geschichte ähnelt, ist für den Belgier jedoch erst der Anfang seiner Probleme. Noch ist der junge Belgier weit davon entfernt, seinen Wunschklub zu prägen wie einst sein großes Vorbild Didier Drogba. Und noch sind seine Eltern weit davon entfernt, ihn weinen zu sehen.

Als Lukaku im Sommer 2011 zu den Blues kam, galt er als großes Talent vom RSC Anderlecht mit der Empfehlung von 16 Ligatreffern und der belgischen Torjägerkanone. Hinter den übermächtigen Drogba, Anelka und Torres kam Lukaku jedoch nur zu acht Einsätzen und wurde im folgenden Sommer an West Bromwich Albion verliehen.

Ausgestattet mit reichlich Einsatzzeiten traf er dort in 35 Spielen 17 Mal und sorgte mit den Baggies vor allem zu Saisonbeginn für ordentlich Furore in der Premier League. Während Chelsea im Jahr Eins nach Drogba durchaus mit einem Sturmproblem zu kämpfen hatte, zeigte Lukaku, dass er durchaus gut genug wäre, für Chelsea zu spielen.

Im Sommer kehrte Lukaku in der Hoffnung an die Stamford Bridge zurück, dieses Mal den ersehnten Durchbruch zu schaffen. Nach ordentlichen Auftritten in der Vorbereitung schienen regelmäßige Einsatzzeiten auch realistisch. Doch es folgte das verhängnisvolle Supercup-Finale gegen den FC Bayern, als Lukaku den entscheidenden Elfmeter etwas zu lässig schoss und an Manuel Neuer scheiterte.

Mourinho noch immer nicht überzeugt

CFC-Coach Jose Mourinho gab dem Schiedsrichter und Lukaku die Schuld an der Niederlage. Kurze Zeit später verpflichtete er Samuel Eto'o; für Lukaku war plötzlich kein Platz mehr. Kurz vor Transferende wurde er an den FC Everton "abgeschoben".

Die Top-Torjäger der Premier League 2013/14
Platz 1: Luis Suarez vom FC Liverpool (31 Tore)
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Platz 1: Luis Suarez vom FC Liverpool (31 Tore)
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Platz 2: Daniel Sturridge vom FC Liverpool (22 Tore)
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Platz 2: Daniel Sturridge vom FC Liverpool (22 Tore)
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Platz 3: Yaya Toure von Manchester City (20 Tore)
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Platz 3: Yaya Toure von Manchester City (20 Tore)
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Platz 4: Wayne Rooney von Manchester United (17 Tore)
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Platz 4: Wayne Rooney von Manchester United (17 Tore)
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Platz 4: Sergio Agüero von Manchester City (17 Tore)
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Platz 4: Sergio Agüero von Manchester City (17 Tore)
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Platz 4: Wilfried Bony von Swansea City (17 Tore)
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Platz 4: Wilfried Bony von Swansea City (17 Tore)
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Platz 7: Edin Dzeko von Manchester City (16 Tore)
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Platz 7: Edin Dzeko von Manchester City (16 Tore)
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Platz 7: Olivier Giroud vom FC Arsenal (16 Tore)
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Platz 7: Olivier Giroud vom FC Arsenal (16 Tore)
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Platz 9: Jay Rodriguez vom FC Southampton (15 Tore)
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Platz 9: Jay Rodriguez vom FC Southampton (15 Tore)
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Platz 9: Romelu Lukaku vom FC Everton (15 Tore)
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Platz 9: Romelu Lukaku vom FC Everton (15 Tore)
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Platz 11: Eden Hazard vom FC Chelsea (14 Tore)
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Platz 11: Eden Hazard vom FC Chelsea (14 Tore)
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Platz 11: Loic Remy von Newcastle United (14 Tore)
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Platz 11: Loic Remy von Newcastle United (14 Tore)
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Platz 13: Steven Gerrard vom FC Liverpool (13 Tore)
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Platz 13: Steven Gerrard vom FC Liverpool (13 Tore)
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Und auch bei den Toffees liefert Lukaku Woche für Woche ab. Mit acht Toren und einer Vorlage in neun Spielen überflügelt er den kompletten Chelsea-Sturm. Torres, Ba und Eto'o bringen es bislang nur auf vier Tore und fünf Vorlagen. Den Blues fehlt ein Stürmertyp, der mit Wucht und Kopfballstärke dem oft statischen Spiel mit vielen hohen Bällen entgegen kommt.

Einer wie Lukaku. Der hat Mourinho noch nicht verziehen. "Es liegt es an mir, ihm zu zeigen, dass er falsch lag", sagte Lukaku. Mourinhos Antwort kam prompt: "Für Everton zu spielen ist das eine, für Chelsea zu spielen ist etwas ganz anderes."

Mourinhos Kollege Roberto Martinez ist da ganz anderer Meinung: "Romelu ist ein großartiger Torjäger. Manchmal sieht man eine Nummer Neun, die körperlich und physisch stark ist, aber Romelu bringt auch technische Stärke mit. Ich will, dass er den Fußball genießt und sein Potential voll ausschöpft. Dann kann er Großes erreichen."

"Denken die, dass ich langsam bin?"

Lukaku ist mehr als der klassische Sturmtank. Er hat eine beachtliche Technik und ist kaum zu halten, wenn er mal ins laufen kommt.

Die Entwickler des Spielkonsolen-Kultspiels FIFA 14 sahen das etwas anders. Via Twitter beschwerte sich Lukaku über seine Schnelligkeitswerte: "Ich hoffe, ich bin nicht der Einzige, der es bemerkt hat, aber ich glaube, ich bin nicht schnell genug auf FIFA. Denken die, dass ich langsam bin?"

Geht seine Entwicklung bei Everton ähnlich rasant weiter, wird er bei Chelsea eine neue Chance bekommen. Helfen könnte dabei auch eine gute WM in Brasilien, für die sich Lukaku mit Belgien souverän qualifiziert hat. Der Gruppen-Auslosung am Freitag blickt er entspannt entgegen: "Wir können jede Mannschaft auf der Welt schlagen."

Romelu Lukaku im Steckbrief

Marco Kieferl

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