Joker Aguero entscheidet Manchester-Derby

Von SPOX
Montag, 08.04.2013 | 23:13 Uhr
Die Entscheidung: Aguero setzt sich gegen drei Gegenspieler durch und knallt den Ball unter die Latte
© getty
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Venlo

ManCity siegt in einem kurzweiligen Derby letztlich verdient, dank Kun Aguero. Im Kampf um die Champions-League-Qualifikation bleibt es spannend: Dank eines 2:1 bei West Bromwich Albion bleibt Arsenal Tottenham und Chelsea auf den Fersen. Die Spurs entgehen gegen Everton nur knapp einer Heimpleite, Chelsea siegt nach Rückstand gegen Sunderland.

Manchester United - Manchester City 1:2 (0:0)

Tore: 0:1 Milner (51.), 1:1 Kompany (59./Eigentor), 1:2 Aguero (78.)

Manchester City hat am 32. Spieltag einen 2:1-Auswärtssieg im Old Trafford gegen den Stadtrivalen Manchester United gefeiert.

Den Führungstreffer von James Milner (51.) konnten die Hausherren dank eines Eigentors von Vincent Kompany (59.) noch egalisieren. Nach einem Solo von Sergio Aguero (78.) fand die Mannschaft von Sir Alex Ferguson jedoch keine Mittel mehr, um die Pleite abzuwenden.

Im 165. Manchester-Derby mussten die Ex-Bundesliga-Stars Shinji Kagawa von United und Edin Dzeko von den Citizens erst einmal auf der Bank Platz nehmen. Beide Mannschaften starteten dennoch vom Anpfiff weg in einem enorm hohen Tempo, die Anfangsphase hatte es in sich.

In der 3. Minute prüfte Danny Welbeck per Hinterkopf Joe Hart im Kasten der Citizens. Kurz darauf tauchte David Silva vor dem Strafraum der Hausherren auf. Der Spanier spielte James Milner halbrechts mustergültig in den Lauf. Der zog direkt ab, aber David De Gea bekam gerade noch die Fäuste nach oben.

In der 9. Minute dann die Chance für Robin van Persie. Nach starker Ballbehauptung und Vorbereitung von Wayne Rooney ging der Schuss des Niederländers von halblinks knapp am langen Pfosten vorbei. Die intensiv geführten Zweikämpfe - besonders heftig langte Kompany gegen Ashley Young hin - forderten ihren Tribut. Die Partie verlor nun an Tempo.

Carlos Tevez kam nach Vorlage von David Silva (21.) im Fünfmeterraum einen Schritt zu spät - ansonsten tat sich in dieser Phase nicht mehr so viel. Beide Mannschaften starteten ohne Wechsel in die zweite Hälfte. In der 51. Minute gelang der Führungstreffer. Ein Ballverlust von Ryan Giggs leitete den Gegenangriff der Gäste ein. Samir Nasri legte an der Strafraumgrenze für Milner auf. Der versenkte aus gut 20 Metern.

Nur acht Minuten später glichen die Red Devils aus. Ein Freistoß von van Persie mit viel Schnitt auf das City-Gehäuse landete bei Phil Jones, der im Fünfmeterraum Kompany an den Rücken köpfte. Von dort aus landete der Ball im Netz - Schlussmann Hart sah bei der Aktion gar nicht gut aus.

Im weiteren Verlauf erhöhte Manchester City wieder den Druck. In der 78. Minute tauchte Aguero 20 Meter vor dem Tor auf. Gegen drei United-Spieler setzte sich der kleine Stürmer durch und setzte den Ball ins obere Eck. In den Schlussminuten wurde es dann ungemütlich. Rudelbildung und harte Fouls führten zu einer Nachspielzeit von vier Minuten.

Manchester United drückte, konnte sich jedoch keine klaren Torchancen mehr erspielen. Die allerletzte Ecke fand zwar den Kopf von Rio Ferdinand, der Ball landete jedoch in den Armen von Hart.

Manchester City gewann letztlich verdient mit 2:1. Die Gäste investierten mehr. City bleibt in Tabelle Zweiter, "verkürzte" den Abstand auf Spitzenreiter United aber auf zwölf Punkte. An Uniteds Meisterschaft dürfte die erst zweite Saisonniederlage aber nichts mehr ändern.

FC Chelsea - AFC Sunderland 2:1

Tore: 0:1 Azpilicueta (45./Eigentor), 1:1 Kilgallon (47./Eigentor), 2:1 Ivanovic (55.)

Eine knappe 1:2-Niederlage mit zwei kuriosen Gegentoren hat Sunderlands umstrittenem Neu-Trainer Paolo di Canio sein Debüt gegen den FC Chelsea verpatzt. Damit müssen die Black Cats im Abstiegskampf weiter zittern.

Weil die Partie für Chelsea bereits das vierte Spiel in acht Tagen war, setzte Trainer Rafael Benitez weiterhin auf Rotation und so saßen mit John Terry, Frank Lampard und Fernando Torres einige Stammkräfte zunächst auf der Bank.

Der AFC Sunderland zeigte sich an der Stamford Bridge von Beginn an ohne Angst vor dem namhaften Gegner und hielt gut dagegen. Mit aggressivem Gegenpressing ging der Tabellensiebzehnte zu Werke und ließ die Blues so gerade einmal zu einer Hand voll Halb-Chancen kommen.

Kurz vor dem Pausenpfiff folgte dann sogar die Krönung für eine engagierte erste Hälfte: Nach einer Ecke kam John O'Shea zum Kopfball und Chelseas Verteidiger Cesar Azpilicueta beförderte den Ball mit einem misslungenen Abwehrversuch ins eigene Tor (45.).

Direkt nach Wiederanpfiff schlug der FC Chelsea dann aber zurück. Bei einem schnellen Konter in der 47. Minute spielte der zur Pause eingewechselte Fernando Torres seinem Mitspieler Oscar den Ball schön in den Lauf.

Dessen Schuss aus völlig freier Position fälschte Sunderlands Innenverteidiger Matthew Kilgallon unglücklich mit der Hacke ab und der Ball kullerte ins Tor. Nur wenige Minuten später drehten die Blues plötzlich das Spiel, hatten allerdings beim 2:1-Führungstreffer ebenfalls Glück. Ein Fernschuss von David Luiz traf Mitspieler Branislav Ivanovic, der den Ball unhaltbar abfälschte (54.).

Der Tabellenvierte der Premier League kontrollierte nun das Geschehen und beschränkte sich darauf, die Führung zu verwalten. So blieb es bei einem letztlich zwar verdienten, aber in der Entstehung der Tore glücklichen Heimsieg für Chelsea.

Tottenham Hotspur - FC Everton 2:2

Tore: 1:0 Adebayor (1.), 1:1 Jagielka (15.), 1:2 Mirallas (53.), 2:2 Sigurdsson (87.)

Ohne die verletzten Gareth Bale, Jermaine Defoe und Aaron Lennon hat Tottenham Hotspur es verpasst, mit dem FC Everton einen direkten Verfolger weiter zu distanzieren. Den Londonern, bei denen der Ex-Schalker Lewis Holtby 90 Minuten durchspielte, gelang gegen die Toffees aber immerhin noch der späte Ausgleich zum 2:2 (1:1).

Die Spurs erwischten einen Start nach Maß: Jan Vertonghen, Spieler des Monats März in der Premier League, schlug aus dem linken Halbfeld eine harte Hereingabe in die Mitte, die Emmanuel Adebayor artistisch aus vier Metern durch die Beine von Everton-Keeper Tim Howard ins Tor schoss. Ganze 33 Sekunden waren da gespielt.

Doch in der 15. Minute schlugen die Gäste zurück: Nach einem Eckball von rechts stieg Phil Jagielka am langen Pfosten höher als Vertonghen und köpfte an Spurs-Keeper Hugo Lloris vorbei ins kurze Eck zum Ausgleich ein.

Danach flachte die Partie merklich ab. Beide Mannschaften fanden bis zur Pause nicht zu ihrem Spiel. Das änderte sich in einer abwechslungsreichen zweiten Hälfte: Mit einem starken Solo spielte der Belgier Kevin Mirallas Tottenhams Steven Caulker schwindlig und schob aus 15 Metern mit Übersicht in die linke Ecke zur Führung für Everton ein.

In der Folge übernahm Tottenham das Kommando. Schon zwei Minuten nach dem Rückstand musste Howard sein ganzes Können zeigen, um einen abgefälschten Schuss von Mousa Dembele noch an die Latte zu lenken.

Zweimal vergab anschließend Victor Anichebe Möglichkeiten zur Entscheidung, als er jeweils mit Distanzschüssen das Tor verfehlte (70./83.). Das rächte sich in der 87. Minute, als Adebayor aus 14 Metern zunächst nur den Innenpfosten traf, Gylfi Sigurdsson per Nachschuss aus acht Metern aber locker zum 2:2 einschieben konnte.

In der Nachspielzeit drängten beide Teams noch auf den Siegtreffer, doch am Ende blieb es beim verdienten Unentschieden, das beiden Mannschaften im Kampf um die Champions-League-Plätze jedoch wenig hilft.

West Bromwich Albion - FC Arsenal 1:2

Tore: 0:1 Rosicky (20.), 0:2 Rosicky (50.), 1:2 Morrison (71./Elfmeter)

Rote Karte: Mertesacker (70.)

Der FC Arsenal hat am 32. Spieltag der Premier League den dritten Sieg in Folge gefeiert. Die Gunners setzten sich bei West Bromwich Albion mit 2:1 durch.

Tomas Rosicky (20./50.) traf für das Team von Coach Arsene Wenger, James Morrison (70.) verkürzte per Foulelfmeter. Per Mertesacker durfte von Beginn an ran, flog allerdings aufgrund einer Notbremse vom Platz. Lukas Podolski saß 90 Minuten auf der Ersatzbank.

Dabei begannen die Gastgeber im Stadion The Hawthorns vielversprechend und hatten in der 12. Minute die erste dicke Möglichkeit. Nach einer Ecke von Chris Bunt kam Claudio Yacob zum Kopfball, Rosicky klärte auf der Linie. Acht Minuten später stand der frühere Dortmunder erneut im Mittelpunkt. Nach einer tollen Vorlage von Gervinho besorgte Rosicky per Kopfball die Führung.

Dann verhinderte Arsenal-Keeper Lukasz Fabianski (25.) den Ausgleich, als er einen Freistoß von Brunt erstklassig entschärfte. Nur drei Minuten später kam Gervinho in West Bromwichs Strafraum zum Abschluss - Keeper Ben Foster wehrte mit dem Fuß ab. Kurz vor der Pause hätte Aaron Ramsey auf 2:0 erhöhen müssen, doch der Waliser knallte die Kugel aus fünf Metern vorbei.

Die Londoner kamen mit viel Schwung aus der Kabine und setzten West Bromwich unter Druck. In der 50. Minute hielt Rosicky drauf, Foster wehrte zunächst ab, aber der Tscheche verwandelte den Nachschuss aus kurzer Distanz zum 2:0.

Die Partie beruhigte sich nun ein wenig, ehe es in der 70. Minute richtig rund ging. Mertesacker stoppte Shane Long im Sechzehner per Notbremse. Schiedsrichter Howard Webb zückte Rot, den fälligen Strafstoß verwandelte Morrison mit etwas Glück - Fabianski war noch dran.

West Bromwich startete nun die Schlussoffensive, war aber nicht zwingend genug. Die beste Möglichkeit zum Ausgleich vergab Romelo Lukaku. Arsenal ist nun Vierter - mit einem Zähler Vorsprung auf Chelsea und einem Punkt Rückstand auf Tottenham. West Bromwich belegt den achten Platz.

Der 32. Spieltag in der Übersicht

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