Mittwoch, 23.01.2013

Capital One Cup: Halbfinal-Rückspiele

Hazard sorgt für Eklat bei Swansea-Sieg

Klingt komisch, ist aber so: Im Finale des englischen Capital One Cups stehen sich Viertligist Bradford City und Swansea City im Londoner Wembley-Stadion gegenüber. Der Viertligist verlor im Villa Park zwar knapp, doch das Hinspiel-Ergebnis reichte. Für Swansea war ein 0:0 gegen Chelsea genug - Blues-Mittelfeldspieler Eden Hazard sah nach einem Tritt gegen einen Balljungen die Rote Karte.

Sensation in England: Bradford und Swansea spielen den Gewinner des Capital One Cups aus
© Getty
Sensation in England: Bradford und Swansea spielen den Gewinner des Capital One Cups aus

Swansea City - FC Chelsea 0:0

Rote Karte: Hazard (80.)

Intensive und ausgeglichene Partie in den ersten 45 Minuten. Die Gäste wollten einen frühen Elfmeter haben, als Demba Ba im Strafraum von Ben Davies attackiert wurde (8.). Die Pfeife blieb stumm, denn auch wenn es einen Kontakt gab, schien der Ex-Hoffenheimer den Strafstoß zu sehr zu wollen.

Quasi im Gegenzug zwei exzellente Chancen für die Hausherren: Swansea konterte nach einer Chelsea-Ecke, Wayne Routledges Schuss prallte an Cesar Azpilicueta ab und flog nur knapp am Pfosten vorbei.

Nur eine Minute später bediente Routledge Torjäger Michu, doch dessen flacher Linksschuss wurde von Keeper Petr Cech stark entschärft (10.). Das Spiel blieb offen, bis zur Pause hatte dann wiederum Chelsea zwei gute Gelegenheiten: Gary Cahills Kopfball nach einem Eckball klärte Angel Rangel auf der Linie, Oscars Rebound war dann für Gerhard Tremmel kein Problem mehr (24.). Kurz vor dem Pausenpfiff setzte Ba eine Hereingabe von der linken Seite über den Kasten.

Nach rund zehn Minuten im zweiten Abschnitt war es erneut Ba, der kurz hinter der Strafraumgrenze abzog und nur knapp daneben schoss. Chelsea blieb in der Folge dran, doch Swansea verteidigte stark und machte die Räume geschickt eng. Eine Viertelstunde vor Schluss dann die große Gelegenheit für die Gäste, doch Tremmel parierte Juan Matas Schuss von der Strafraumecke.

Chelsea nahm sich dann in der 80. Minute alle Chancen, die Partie noch umzubiegen. Eden Hazard wollte das Spiel schnell machen und einen Ball aus dem Toraus sofort zu Tremmel geben, damit dieser abstoßen konnte. Ein Balljunge begrub die Kugel unter sich und gab sie nicht sofort frei. Der Belgier trat daraufhin in Richtung des Balles, traf den Balljungen am Bauch und sah dafür zu Recht Rot. Eine kuriose Szene, selbst ein paar Chelsea-Spieler kümmerten sich in der Folge um den unter Schmerzen sich krümmenden Jungen. Unfassbar!

Durch Swanseas 2:0-Hinspielsieg an der Stamford Bridge trifft somit das erste walisische Team der Premier League am 24. Februar im Londoner Wembley-Stadion auf den Viertligisten aus Bradford - ebenfalls kaum zu glauben.

Aston Villa - Bradford City 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Benteke (24.), 1:1 Hanson (55.), 2:1 Weimann (89.)

Der nächste Streich des Favoritenschrecks: Bradford City hat nach Wigan und Arsenal den nächsten Premier-League-Klub ausgeschaltet und steht sensationell im Finale des englischen League Cup. Mit einem klaren taktischen Konzept erarbeitete sich der Viertligist bei Aston Villa eine knappe 1:2-Niederlage, die aufgrund des 3:1-Sieges im Hinspiel jedoch für den Einzug ins Finale reicht.

Dabei legten die Hausherren im Villa Park von der ersten Minute an ein hohes Tempo vor. Nach 20 Minuten hatten die Villans über 70 Prozent Ballbesitz. Folgerichtig ging das Team von Paul Lambert auch früh in Führung: Eine starke Halbfeld-Flanke von Joe Bennet drückte Christian Benteke zum 1:0 ins Netz.

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Auch in der Folge war Villa das klar bessere Team. Besonders Charles N'Zogbia und Stephen Ireland sorgten immer wieder für Gefahr.

Das Konzept des Underdogs, tief in der eigenen Hälfte zu stehen und auf Konter und Standards zu lauern, zahlte sich kurz nach dem Seitenwechsel völlig überraschend aus. Nach einer Ecke glich James Hanson für Bradford aus.

In der letzten halben Stunde wurde es für die Villans also ein Spiel gegen die Zeit. Und irgendwie schien das Team selbst nicht mehr wirklich daran zu glauben, noch zwei Tore erzielen zu können. Fortan war keine klare Linie mehr im Spiel nach vorne, kaum ein Angriff wurde konzentriert zu Ende gespielt. Der Anschlusstreffer von Weimann kam zu spät.

So schaffte Bradford, das 1911 mal den FA-Cup gewinnen konnte, Historisches und zieht als erster Viertligist nach dem AFC Rochdale 1962 wieder ins Finale ein.

Capital One Cup: Der gesamte Spielplan

SPOX

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Der Underdog trotzt Villas Sturmlauf und schafft eine historische Bestmarke: Erstmals nach über 50 Jahren zieht ein Viertligist wieder ins Finale ein. Dort trifft man auf Swansea.

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