Kampf gegen Diskriminierung

Rassismus weiter ein großes Problem in England

Von Martin Grabmann
Mittwoch, 19.09.2012 | 12:37 Uhr
Rassismus ist in England weiterhin ein großes Thema
© Getty
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Die großen Bedenken mancher Politiker nach den Zwischenfällen in der Premier League mit Luis Suarez und John Terry führten zu einer Bestandsaufnahme über Diskriminierung im englischen Fußball.

Liverpool-Spieler Suarez wurde im letzten Dezember für acht Spiele gesperrt und zu einer Strafe von rund 50.000 Euro verurteilt, nachdem er Manchester Uniteds Patrice Evra rassistisch beleidigt hatte. Terry war beschuldigt worden, Anton Ferdinand beleidigt zu haben, wurde aber zuletzt von allen Vorwürfen freigesprochen.

Parlamentsmitglied John Whittingdale, Vorsitzender des Untersuchungsausschusses, sagte dazu gegenüber "BBC": "Aktuelle Ereignisse rassistischen Verhaltens in Großbritannien zeigen, dass weiter erhebliche Probleme bestehen." Es handelt sich jedoch nicht um ein regionales Problem, auch bei der Europameisterschaft kam es zu rassistischen Zwischenfällen.

Der kroatische Fußballverband musste 80.000 Euro Strafe zahlen, nachdem kroatische Fans den italienischen Stürmer Mario Balotelli mit Affengeräuschen provozierten und eine Banane nach ihm geworfen hatten.

Es muss noch mehr getan werden

Trotzdem betont der Parlamentsreport die positive Entwicklung seit den 1970er und 80er Jahren, als rassistische Beleidigungen und andere Arten der Diskriminierung in Fußballstadien weit verbreitet waren. Dies wird vor allem auf die vielen Initiativen zurückgeführt, die auf und neben dem Platz gegen Rassismus eintreten.

"Während ein genereller Fortschritt im Kampf gegen Rassismus in Großbritannien erkennbar ist, kann und muss noch viel mehr getan werden", betonte Whittingdale.

FA und Premier League prüfen Empfehlungen

Er forderte vor allem vom englischen Fußballverband, mit gutem Beispiel voranzugehen. In einem gemeinsamen Statement mit der Premier League und der Football League, die den Oberbau für die unterklassigen Ligen darstellt, reagierte die FA umgehend auf den Untersuchungsbericht:

"Wir werden weiter auf der kompletten Breite des Sports arbeiten, um unser Programm der Integration und Anti-Diskriminierung zu verbreiten. Dabei werden wir im Detail prüfen, wie die Empfehlungen des Komitees unsere Arbeit unterstützen und beeinflussen können."

Unterdessen macht Parlamentsmitglied Steve Rotheram vor allem die Demografie in den Klubs für den Fortbestand des Rassismus verantwortlich: "Es scheint nur wenige Menschen aus schwarzen oder anderen Minderheiten zu geben, die Führungspositionen übernehmen. Manche Vorstände bestehen komplett aus weißen Männern und die Trainer der Spitzenmannschaften sind fast alle weiß, sodass hier noch einige gläserne Decken eingerissen werden müssen."

Auch Homophobie ein Problem

Neben dem fortbestehenden Rassismus scheint auch Homophobie ein akutes Problem zu sein. Dem Bericht zufolge haben 14% der Befragten in der jüngeren Vergangenheit homophobe Beschimpfungen im Stadion gehört. Im Vergleich zu 10%, die Fußball für rassistisch halten, halten ganze 25% den Fußball für homophob.

Als Ergebnis fordern die Politiker deshalb, mehr Initiativen zur Bekämpfung der Homophobie im Fußball in die Wege zu leiten. Auch UEFA und FIFA werden aufgefordert, aktiver gegen die bestehenden Probleme vorzugehen.

Die aktuelle Tabelle der Premier League

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