Donnerstag, 31.05.2012

Premier League: Neuer Reds-Coach gefunden

Liverpool: Der neue Coach bestimmt den Kurs

Swansea-Trainer Brendan Rodgers hat beim FC Liverpool unterschrieben und soll in den nächsten 24 Stunden offiziell vorgestellt werden. Als Antrittsgeschenk möchte er den Ex-Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson von seinem ehemaligen Klub mitbringen. Außerdem hat er scheinbar durchgesetzt, dass Louis van Gaal nicht Sportdirektor wird.

Brendan Rodgers wird neuer Liverpool-Coach
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Brendan Rodgers wird neuer Liverpool-Coach

Angst vor großen Namen hat Brendan Rodgers (39) scheinbar nicht. In den Gesprächen mit der Liverpooler Führung soll er ein Trainer-Engagement an Bedingungen geknüpft haben: Louis van Gaal wird nicht Sportdirektor der Reds, dann gibt es die Unterschrift.

Die Vereinsführung gehorchte scheinbar brav und zahlt zudem umgerechnet schlappe 6,3 Millionen Euro Ablöse für den Trainer-Emporkömmling, der bei Swansea City seinen Kontrakt noch im Januar dieses Jahres eigentlich bis 2015 verlängerte. Laut "Mirror" soll der Nordire jährlich 3 Millionen Pfund (circa 3,75 Millionen Euro) Gehalt kassieren.

Swansea-Präsident Huw Jenkins sagte: "Obwohl wir uns nicht gewünscht haben, einen so außergewöhnlichen, jungen Trainer zu verlieren, wollten wir ihm keine Steine in den Weg legen."

Sigurdsson soll folgen

Mitkommen an die Anfield Road soll auch Gylfi Sigurdsson (22), der im Winter auf Leihbasis vom Bundesligisten Hoffenheim zu den Schwänen wechselte und in 18 Premier-League-Spielen 7 Tore erzielte und fünf Treffer auflegte.

Swansea zahlte die Rekordablöse von 8,5 Millionen Euro an die Kraichgauer - und nun soll es für den isländischen Nationalspieler gleich wieder weiter nach Liverpool gehen. Die endgültige Unterschrift fehlt nach Informationen der "Daily Mail" noch unter dem Vertrag mit Swansea und auch der Medizin-Check steht offenbar noch aus.

Premier League 2011/2012: Meister der Nachspielzeit
MEISTER: Manchester City holte den dritten Ligatitel der Klubgeschichte. Am 38. Spieltag drehten die Citizens das Spiel gegen QPR durch zwei Tore in der Nachspielzeit
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MEISTER: Manchester City holte den dritten Ligatitel der Klubgeschichte. Am 38. Spieltag drehten die Citizens das Spiel gegen QPR durch zwei Tore in der Nachspielzeit
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VIZE-MEISTER: Manchester United verlor am letzten Spieltag die Meisterschaft. Die Reds holten wie der Lokalrivale 89 Punkte, den Ausschlag gab die Tordifferenz
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DRITTER: Robin van Persie (M.) sicherte seinem Team mit einer überagenden Saison den dritten Tabellenplatz. 19 Punkte Rückstand auf den Meister enttäuschten viele Fans jedoch
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DRITTER: Robin van Persie (M.) sicherte seinem Team mit einer überagenden Saison den dritten Tabellenplatz. 19 Punkte Rückstand auf den Meister enttäuschten viele Fans jedoch
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VIERTER: Verdiente Freude bei den Spurs - Tottenham zieht in die Champions-League-Qualifikation ein. Ein Grund: die viertbeste Offensive der Liga
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FÜNFTER: Papiss Demba Cisse (r.) half nach seinem Wechsel von Freiburg zu Newcastle mit 13 Toren in 14 Spielen, die Europa League zu erreichen
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FÜNFTER: Papiss Demba Cisse (r.) half nach seinem Wechsel von Freiburg zu Newcastle mit 13 Toren in 14 Spielen, die Europa League zu erreichen
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TORSCHÜTZENKÖNIG: Robin van Persie erzielte 30 Treffer - drei mehr als Wayne Rooney auf Platz zwei. Zudem gab der Niederländer noch zehn Torvorlagen
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FA-CUP SIEGER: Chelsea wurde in der Liga nur Sechster, gewann aber den FA-Cup und erreichte das CL-Finale
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LIGA-CUP-SIEGER: Steven Gerrard konnte mit Liverpool zwar den Carling Cup holen, der achte Ligaplatz reichte aber nicht. Kenny Dalglish musste seinen Trainerposten abgeben
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ABSTEIGER: Für Kevin Davies (r.) und seine Bolton Wanderers reichte es nicht - Platz 18 bedeutet den Abstieg die zweite Klasse
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AUFSTEIGER: Mit einem Sieg über Coventry City machte Southampton den Durchmarsch aus der dritten in die höchste Spielklasse klar
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AUFSTEIGER: West-Ham-Kapitän Kevin Nolan (r.) und Torschütze Carlton Cole (M.) halten den Pokal. Matt Taylor darf nur zugucken. Die Mannschaft gewann die Play-Offs
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Rodgers steile Karriereleiter - Lehrmeister Mourinho

Für Rodgers ging es in seiner Trainerkarriere nur nach oben. Zwischen 1994 und 2004 arbeitete er für den FC Reading. Der Shooting-Star heuerte beim großen FC Chelsea an und betreute dort das U-18-Team und bis 2008 die Reserve der Blues. Dort schaute er sich viel vom damaligen Chefcoach Jose Mourinho ab. Sein Cousin Nigel Worthington, selbst langjähriger Premier-League-Spieler und zuletzt nordirischer Nationaltrainer, sagte zum "Mirror": "Ohne jeden Zweifel hatte Mourinho den größten Einfluss auf ihn. Jedes Mal, wenn ich mit ihm rede, spricht er mit höchstem Respekt und Bewunderung über ihn."

Noch heute sollen die beiden Trainer in regem Kontakt stehen. Über den FC Watford und abermals Reading gelangte Rodgers 2010 zu Swansea City, welches er in die Premier League führte. In der abgelaufenen Saison belegte die Rodgers-Elf einen bemerkenswerten elften Tabellenplatz. Der 39-Jährige hospitierte im Laufe seiner Karriere unter einigen Trainern in Europa und spricht italienisch und spanisch. Sein Cousin glaubt nicht, dass die neue Aufgabe in Liverpool für Rodgers eine Nummer zu groß ist: "Er wird es genießen und das Beste aus sich herausholen. Er ist ein sehr besonnener Mensch und hat einen starken Charakter, dort seinen Mann zu stehen."

Zurück in Europas Spitze

Der Klub von der Anfield Road spielte eine enttäuschende Saison, die mit dem achten Tabellenrang endete. Im FA-Cup-Finale setzte es eine 1:2-Niederlage gegen Chelsea, einzig der Erfolg im Carling Cup, in dem man im Endspiel Cardiff City im Elfmeterschießen niedergerungen hatte, sicherte den Reds den Einzug in die Europa League. Es war der erste Titel nach einer sechsjährigen Durststrecke.

Für Trainer Kenny Dalglish war nach Saisonende Feierabend an der Anfield Road und die Spekulationen, wer seine Nachfolge antritt, wucherten wild. Eine Rückkehr von Rafa Benitez war im Gespräch, auch Wigan-Coach Roberto Martinez war ein Kandidat. Dazu waberten die Namen Pep Guardiola, Fabio Capello, Frank de Boer oder Andre Villas-Boas durch die Gassen Liverpools. Nun wird es also die vermeintlich kleine Lösung Brendan Rodgers. Mit seiner Spielphilosophie, die vor allem für ein schnelles Kurzpassspiel steht, soll das Team wieder an goldene Zeiten anknüpfen. Schon in der kommenden Spielzeit soll Liverpool in die Champions-League-Ränge geführt werden.

Brendan Rodgers im Steckbrief

Frederik Büll

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