Sonntag, 18.03.2012

Fabrice Muamba: Ärzte kämpfen um sein Leben

Trainer Coyle hält Nachtwache bei Muamba

Tränen bei Spielern und Verantwortlichen, Fassungslosigkeit bei den Zuschauern im Stadion an der White Hart Lane: Der Zusammenbruch von Boltons Mittelfeldspieler Fabrice Muamba sorgte für ein schockierendes Ende des Viertelfinalspiels im FA-Cup zwischen den Tottenham Hotspurs und den Bolton Wanderers.

Vor dem Reebok Stadium legten Bolton-Fans Besserungswünsche auf Trikots nieder
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Vor dem Reebok Stadium legten Bolton-Fans Besserungswünsche auf Trikots nieder

Der 23-jährige Muamba war am Samstagabend in der 41. Minute nach einem Herzinfarkt zusammengebrochen, musste zehn Minuten lang wiederbelebt werden und schwebte nach Angaben des Vereins am Montagmorgen noch immer in Lebensgefahr. Sein Zustand sei "stabil, aber weiterhin kritisch", hieß es in einer Pressemitteilung der Wanderers.

"Alle beten für Fabrice, das gibt seiner Familie Kraft", sagte der Trainer von Bolton, Owen Coyle, vor dem London Chest Hospital. "Wir hoffen inständig, dass er es schafft." Der Schotte hatte im Krankenhaus von Samstag auf Sonntag gemeinsam mit Muambas Familienangehörigen die Nachtwache für seinen schwer erkrankten Spieler gehalten.

"Wir können bestätigen, dass Fabrice Muamba einen Herzinfarkt erlitten hat und sich in einem sehr kritischen Zustand befindet", hieß es in einer Mitteilung der Bolton Wanderers am Sonntagmorgen. Auch am Abend war Muamba noch nicht bei Bewusstsein.

Schiedsrichter Webb brach das Spiel ab

Coyle bedankte sich am Sonntag für die überwältigende Anteilnahme der Fans. "Wir können nur hoffen, dass die Gebete der Menschen Fabrice helfen, sich zu erholen", erklärte Coyle sichtlich bewegt.

Muamba war kurz vor der Pause ohne Fremdeinwirkung zusammengebrochen. Nach einer zehnminütiger Behandlungspause entschied FIFA-Schiedsrichter Howard Webb, die Partie beim Stande von 1:1 abzubrechen. Die Tore von Gareth Bale (6., Eigentor) für Bolton und Kyle Walker (11., Kopfball) gerieten angesichts des Dramas zur Fußnote.

Die britische Fußball-Öffentlichkeit befindet sich nach dem Drama um Muamba in Schockzustand. "Der Fußball ist nach Muambas Zusammenbruch gelähmt", schrieb "The Independent". "Meine Gedanken sind bei Fabrice", erklärte Michael Owen von Manchester United via "Twitter".

Anteilnahme von anderen Profis

"Es ist schrecklich, was mit Muamba passiert ist, wir beten für ihn", sagte der frühere Hamburger Rafael van der Vaart von Tottenham Hotspur. "Ich bin sehr traurig, weil ich mit ihm bei Arsenal zusammengespielt habe", teilte Robin van Persie vom FC Arsenal mit.

"Unser Respekt gilt den Spielern, den Offiziellen und den Medizinern, die schnell gehandelt haben", erklärte Premier-League-Geschäftsführer Richard Scudamore, "aber auch den Zuschauern, die auf den Rängen mitgelitten haben".

Fabrice Muamba kam 1999 mit elf Jahren als Bürgerkriegsflüchtling aus Zaire, der heutigen Demokratischen Republik Kongo, nach Großbritannien. Er begann seine Laufbahn in der Jugendakademie des FC Arsenal und wechselte 2008 zu den Bolton Wanderers.

Insgesamt bestritt der defensive Mittelfeldspieler 33 U-21-Länderspiele für England und 148 Spiele für die "Trotters". Der Fall Muamba weckte in England traurige Erinnerungen an den Kameruner Marc-Vivien Foé. Der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler von Manchester City brach beim Confederations-Cup-Halbfinale zwischen Kamerun und Kolumbien am 26. Juni 2003 tot zusammen.

FA Cup: Das Viertelfinale im Überblick


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