Sonntag, 22.01.2012

Premier League, 22. Spieltag

United zu abgezockt für Arsenal

Riesenspiel zwischen Manchester City und Tottenham Hotspur: Erst fallen in zehn Minuten vier Tore, dann geht es in der Nachspielzeit drunter und drüber. Am Ende siegt ManCity glücklich. Manchester United präsentiert sich abgezockt und gewinnt einen offenen Schlagabtausch gegen den FC Arsenal.

Die Partie im Emirates Stadium war die meiste Zeit völlig offen. Auch ein Sieg für die Gunners war drin
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Die Partie im Emirates Stadium war die meiste Zeit völlig offen. Auch ein Sieg für die Gunners war drin

Arsenal - Manchester United 1:2 (0:1)

Tore: 0:1 Valencia (45.), 1:1 van Persie (71.), 1:2 Welbeck (81.)

Die Reaktionen:

Alex Ferguson (Trainer United): "Der Sieg war existentiell wichtig. Wir hatten viele Chancen und hätten mehr Tore machen müssen. Aber wenn wir weiter mit dem United-Geist spielen, wird es schwer, uns zu schlagen. Wir weiter drei Punkte hinter City und müssen die eigenen Spiele gewinnen."

Vor dem Spiel: Bei den Gunners rückte Thomas Vermaelen nach Verletzung zurück ins Team. Das änderte aber nichts daran, dass weiterhin vier Innenverteidiger die Arsenal-Defensive bildeten. Thierry Henry stand aufgrund einer Oberschenkelzerrung nicht im Kader.

Analyse: Die Gunners nahmen im heimischen Emirates Stadium sofort das Heft in die Hand. Mit Passsicherheit und enormem Laufpensum ließen sie den Gast aus Manchester die ersten zwanzig Minuten überhaupt nicht in die Partie kommen. Sinnbild für ein aufgewecktes Arsenal war Alex Oxlade-Chamberlain, der die Defensive der Red Devils ein ums andere Mal kräftig durcheinander wirbelte.

Premier League, 8. Spieltag

Im Abschluß blieb der Gastgeber in seiner anfänglichen Drangphase viel zu ungefährlich, vor allem die Präzision ließ zu wünschen übrig. Nach 15 Minuten verletzte sich Phil Jones, der ohne Einwirkung eines Gegenspielers umknickte und durch Rafael ersetzt werden musste. Diese Szene schien den Meister aus Manchester aufgeweckt zu haben. So schien das Spiel für die Red Devils erst mit zwanzigminütiger Verspätung zu beginnen.

In der Folge war es immer wieder Nani, der Tempo aufnahm und der linken Arsenal-Seite massive Probleme bereitete. Djourou, wohlgemerkt gelernter Innenverteidiger, bekam den Portugiesen überhaupt nicht den Griff. Eben jener Nani setzte in der 45. Minute auf seiner linken Seite Giggs in Szene, der mit einer perfekten Flanke auf den Kopf von Valencia das 1:0 mustergültig einleitete. Eine dominante zweite Hälfte der ersten Halbzeit reichte Manchester für die Führung zur Pause.

Zum zweiten Durchgang brachte Arsene Wenger Nicholas Yennaris für den überforderten Johan Djourou. Und der Beginn war furios! Erst versemmelte van Persie eine für seine Verhältnisse Hunderprozentige (51.), dann scheiterten Ramsey (55.), Valencia (56.), Rosicky (58.) und Oxlade-Chamberlain (62.) aus besten Positionen.

In der 71. Minute war es dann soweit: Der quirlige Oxlade-Chamberlain zog von der rechten Außenbahn in die Mitte und spitzelte den Ball in den Lauf von van Persie. Der Niederländer schoss aus schwierigem Winkel ins lange Eck - ein klasse Tor zum Ausgleich.

Die letzten 30 Minuten hatten es in sich. Nach einem Foul von Koscielny, der dafür auch Gelb sah, musste der starke Nani verletzt vom Platz. Kurz vorher hatte Arsene Wenger Oxlade-Chamberlain für den beim Publikum in Ungnade gefallenen Arschawin ausgewechselt, was im Emirates für lautstarke Pfiffe sorgte.

Nur wenige Minuten nach seiner Einwechslung ließ Arschawin sich ganz billig auf dem rechten Flügel abkochen, woraufhin Valencia den Ball zum freistehenden Welbeck brachte, der unbedrängt vor Szczesny einschießen konnte (81.). In der Folge gab es zwischen der 85. Minute und dem Schlusspfiff noch vier Gelbe Karten, zwei für Arsenal, zwei für Manchester.

Die Red Devils waren zwar nicht das offensichtlich überlegene Team, präsentierten sich aber vor allem in der Offensive reifer als der FC Arsenal. Die Gunners hatten zwar die Mehrzahl an Chancen, vergaben diese aber einfach zu fahrlässig. Ein offenes Spiel, in dem auch Arsenal ohne weiteres als Sieger vom Platz hätten gehen können.

Spieler des Spiels: Was Ryan Giggs im Winter seiner Karriere noch für Leistungen abliefert, ist beachtlich. Auch gegen Arsenal war er mit seiner Ruhe und Abgeklärtheit die ordnende Hand im Spiel von Manchester United. Mit einer wunderbaren Flanke bereitete er zudem das 1:0 von Valencia vor.

Manchester City - Tottenham Hotspur 3:2 (0:0)

Tore: 1:0 Nasri (56.), 2:0 Lescott (59.), 2:1 Defoe (61.), 2:2 Bale (65.), 3:2 Balotelli (90.+5, Elfmeter)

Die Reaktionen:

David Platt (Co-Trainer City): "Ich dachte, die Spurs seien tot und begraben, dann waren sie plötzlich wieder da. Der Titelkampf bleibt weiter offen. Ein Spiel ändert daran nichts. Ich glaube nicht, dass wir United noch mehr unter Druck gesetzt haben."

Harry Redknapp (Trainer Spurs) über das Elfmeter-Foul von Ledley King an Balotelli: "Das war nicht das erste Mal und wird auch nicht das letzte Mal gewesen sein, dass er so etwas macht."

Vor dem Spiel: Bei Manchester City ist Balotelli wieder fit, sitzt aber auf der Bank. Dzeko und Agüero stürmen. Tottenham muss auf Adebayor verzichten. Der Togolese ist von City ausgeliehen und eine Regelung, die in der Premier League Gang und Gäbe ist, verhindert einen Einsatz.

Analyse: Beide Trainer stellten sehr offensiv auf, die Ausrichtung sah aber zunächst anders aus. Enge Räume im Mittelfeld, hohe Intensität in den Zweikämpfen und schnelles Umschalten bei Ballbesitz in beide Richtungen. Letzteres gelang beiden Mannschaften nur bedingt, weil die defensiven Zentralen gute Arbeit verrichteten und keine Räume für Entfaltung zuließen.

Gleiches Bild nach der Pause, auch wenn Manchester City mit zunehmender Dauer etwas intensiver die Offensive suchte. Tottenham, bis zur 55. Minute defensiv fehlerfrei, wurde bei der ersten Unachtsamkeit hart bestraft: Younes Kaboul und Ledley King ließen den Raum im Zentrum zu weit frei, so dass Silvas überragendes Zuspiel den Weg zu Samir Nasri fand. Der Franzose fackelte nicht lange und schoss wuchtig aus 17 Metern das 1:0.

Und jetzt begann endlich ein Spiel für Feinschmecker: Drei Minuten später verlängerte Edin Dzeko eine Nasri-Ecke per Kopf. Joel Lescott stocherte den Ball aus kurzer Distanz ins Tor.

Das muntere Toreschießen sollte weitergehen: Einen langen Ball von Kyle Walker verlängerte Stefan Savic unglücklich in den Lauf von Jermain Defoe. Der Engländer (61.) schob den Ball am herauslaufenden Joe Hart vorbei zum 2:1. Das Sahnehäubchen gab's vier Minuten später: Aaron Lennon zündete links den Turbo, legte halbhoch ab für Gareth Bale, der am Zentrum wartete. Der Waliser nahm den Ball direkt und zirkelte die Kugel über Hart vorbei ins Tor zum 2:2 (65.).

Die Top-Torjäger der Premier League 2011/2012
Rang 1: Robin van Persie (r.) vom FC Arsenal (30 Tore)
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Rang 1: Robin van Persie (r.) vom FC Arsenal (30 Tore)
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Rang 2: Wayne Rooney von Manchester United (27 Tore)
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Rang 2: Wayne Rooney von Manchester United (27 Tore)
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Rang 3: Sergio Agüero von Manchester City (23 Tore)
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Rang 3: Sergio Agüero von Manchester City (23 Tore)
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Rang 4: Clint Dempsey (l.) vom FC Fulham (17 Tore)
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Rang 4: Clint Dempsey (l.) vom FC Fulham (17 Tore)
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Rang 4: Yakubu Ayegbeni von den Blackburn Rovers (17 Tore)
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Rang 4: Yakubu Ayegbeni von den Blackburn Rovers (17 Tore)
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Rang 4: Emmanuel Adebayor von den Tottenham Hotspur (17 Tore)
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Rang 4: Emmanuel Adebayor von den Tottenham Hotspur (17 Tore)
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Rang 7: Demba Ba von Newcastle United (16 Tore)
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Rang 7: Demba Ba von Newcastle United (16 Tore)
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Zehn Minuten Fußball-Herrlichkeit waren damit wieder vorbei und man schaltete wieder auf Autopilot und "Safety first" - war es das? Leistungsgerechtes 2:2? Denkste! Die Nachspielzeit hatte es in sich. Erst stürmten Bale und Defoe alleine auf Savic und den abgeschlagenen Lescott zu. Bale legte im Strafraum etwas zu steil rüber, sodass Defoe freistehend aus vier Metern den Ball Zentimeter am Tor vorbei schoss.

Quasi im Gegenzug legte Ledley King den stürmischen Balotelli im Strafraum. Klarer Elfmeter, den Balotelli frech-lässig ins untere linke Eck platzierte. Buzzer-Beater-Sieg für City!

Star des Spiels: Aaron Lennon. Schnell, zu schnell und lauffreudig und dann auch noch mit dem guten Auge für den Nebenmann, wenn es sein muss. Was Lennon im Etihad gelaufen ist, war unglaublich und wichtig war, dass er auch immer in die richtige Richtung gelaufen ist. Immer wieder wechselte der Nationalspieler die Seiten. Just, als er erstmals links auftauchte, bereitete er das 2:2 vor.

Norwich City - FC Chelsea 0:0

Tore: Fehlanzeige

Noch ohne Neuzugang Gary Cahill, aber mit Frank Lampard in der Startformation, begann Chelsea-Trainer Andre Villas-Boas bei Norwich City.

Die Blues versuchten an der Carrow Road das Heft direkt in die Hand zu nehmen, taten sich aber anfangs extrem schwer. Norwich stand hinten kompakt und kam immer wieder über Konter zu Torchancen.

Chelsea dagegen agierte ideenlos und schaffte es nicht, den letzten Pass an den Mann zu bringen.

Die erste richtige Chance für Chelsea hatte Fernando Torres, der in der 27. Minute mit dem Außenrist an John Ruddy scheiterte.

In der 37. Minute musste dann Lampard verletzt raus. Der Mittelfeldspieler zog sich eine Wadenverletzung zu. Torlos ging es in die Kabine. Bezeichnend für das schwache Spiel: In der ersten Halbzeit gab es nicht ein einziges Foulspiel.

Die Blues kamen wacher aus der Pause und hatten endlich klare Torchancen. Wieder war es Torres, der nach einer Bosingwa-Hereingabe aus kurzer Distanz mit der Pieke das Tor verfehlte (60.). Nur zwei Minuten später scheiterte Juan Mata an Keeper Roddy.

Norwich verlegte sich ausschließlich aufs Verteidigen. Chelsea spielte sich weitere hochprozentige Möglichkeiten heraus, aber Ramires (73.) und Mata (81.) konnten die Kugel nicht im Norwich-Gehäuse unterbringen.

So blieb es beim letztlich enttäuschenden Unentschieden für die Blues. Die Norwich-Anhänger hingegen verabschiedeten ihr Team mit tosendem Applaus.

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