Premier League - 18. Spieltag

Tottenham und United die Gewinner des Spieltags

Von SPOX
Dienstag, 27.12.2011 | 22:27 Uhr
Gareth Bale (l.) schnürte gegen Norwich City einen Doppelpack
© Getty
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Am traditionellen Boxing Day schenkten zahlreiche Top-Teams Punkte her: Arsenal und Chelsea kamen nicht über ein 1:1 hinaus, auch City spielte nur remis. Manchester United fertigte dagegen Wigan gnadenlos ab und ist nun punktgleich mit dem Stadtrivalen. Tottenham nutzte die Patzer der Konkurrenz und festigte mit dem 2:0 in Norwich Platz drei.

Norwich City - Tottenham Hotspur 0:2 (0:0)

Tore: 0:1, 0:2 Bale (55./67.)

Der bisherige Spieltag war wie gemalt für Tottenham Hotspur. Die Stadtrivalen Arsenal und Chelsea ließen beide Federn und so hatten die Spurs in Norwich die Chance, auf vier bzw. fünf Punkte davon zu ziehen und Tabellenplatz drei weiter zu festigen.

Doch Tottenham hatte anfangs Mühe, gegen die dicht gestaffelte Abwehr des Aufsteigers zu Torchancen zu kommen. Norwich agierte klug und lauerte seinerseits auf Konter.

Es dauerte etwa 30 Minuten bis die Spurs-Offensive ins Rollen kam. Erst scheiterte Bale nach einem Katastrophenfehler von Martin (30.). Nur eine Minute später hatte dann Adebayor die große Chance zur Führung. Trotz weiterer hochkarätiger Chancen durch Bale (35.) und van der Vaart (38.) ging es torlos in die Kabine.

Im zweiten Durchgang dauerte es dann zehn Minuten, bis Bale nach starker Vorarbeit von Adebayor zur Führung der Spurs einschob.

Damit war der Bann gebrochen. Norwich gelangen so gut wie keine Entlastungsangriffe mehr. Tottenham hatte das Spiel vollends im Griff und erhöhte durch einen Sololauf von Bale in der 67. Minute völlig verdient auf 2:0.

Dabei blieb es dann auch. Neben Bale zeigten vor allem Adebayor und van der Vaart eine starke Leistung.

FC Arsenal - Wolverhampton Wanderers 1:1 (1:1)

Tore: 1:0 Gervinho (8.), 1:1 Steven Fletcher (38.)

Aufgrund eines Streiks der Londoner U-Bahnfahrer musste das Spiel auf Dienstag verlegt werden. Zudem mussten die Gunners auf Theo Walcott verzichten, für ihn rückte Yossi Benayoun ins Team. Dazu durfte Tomas Rosicky von Anfang an ran.

Die erwartete Dominanz der Gastgeber war aber vorerst nicht zu erkennen. Stattdessen spielten die Wolves mutig nach vorne und suchten den Abschluss. Doch mitten in diese Phase fiel ein gnadenloser Konter der Gunners: Benayoun hatte Gervinho perfekt bedient, der wiederum umkurvte Torhüter Wayne Hennessey elegant und schob ein.

Jener Gervinho und vor allem Goalgetter Robin van Persie sorgten in einer fahrigen Partie für ein wenig Abwechslung. Der Niederländer vergab zweimal aus vielversprechender Position (15. und 30.), Mikel Arteta schlenzte einen Freistoß aus bester Position in die Arme des gegnerischen Schlussmannes (33.).

Wolverhampton nahm nur noch sporadisch am Spielgeschehen teil, kam aber auf kuriose Art und Weise zum Ausgleich. Ein abgefälschter Distanzschuss landete genau auf dem Schädel von Steven Fletcher, der überrascht aber zielgenau ins linke untere Eck einköpfte.

Die zweiten 45 Minuten waren zunächst vor allem durch eins geprägt: Langeweile. Wolverhampton beschränkte sich ausschließlich auf die Defensivarbeit und Arsenal fand keine Wege durch eine gut organisierte 11-Mann-Abwehr. Einzig Gervinho sorgte für Spannung, doch es fehlte die Unterstützung seiner Mitspieler.

Nach 20 Minuten purer Leere sorgten erst van Persie mit einem Freistoß (66.) und Mertesacker per Kopfball (67.) wieder für Spannung, doch Hennessey rettete beide Male mit tollen Paraden.

Das Spiel hatte wieder Feuer, Alex Song ebenfalls. Völlig übermotiviert trat er unmittelbar nacheinander zwei Gegenspieler im Mittelfeld gnadenlos um. Ein strenger Schiedsrichter hätte in beiden Fällen Rot gezeigt, Referee Stuart Attwell beließ es bei Gelb. Stattdessen schickte Attwell auf der anderen Seite Nenad Milijas nach einer Grätsche gegen van Persie vom Platz.

In den Schlussminuten rannte Arsenal pausenlos an. Doch alleine van Persie vergab zahlreiche Großchancen zur erneuten Führung, so blieb es beim 1:1. Auch dank eines überragend aufgelegten Hennessey, der einige tolle Paraden zeigte.

Manchester United - Wigan Athletic 5:0 (2:0)

Tore: 1:0 Park (8.), 2:0, 3:0, 5:0 Berbatow (41., 58., 78./Elfmeter), 4:0 Valencia (75.)

Rote Karte: Sammon (39.)

Manchester United hat seine eindrucksvolle Serie fortgesetzt und den achten Sieg im neunten Match nach der historischen Derby-Schmach (1:6 gegen City) eingefahren. Schon nach acht Minuten klingelte es zum ersten Mal im Wigan-Gehäuse. Patrice Evra tanzte sich über seine linke Seite gegen drei Mann zur Grundlinie. Sein kluges Zuspiel in den Rücken der Abwehr verwertete Ji Sung Park aus elf Metern.

Nach der Führung drückten die Red Devils weiter aufs Gas und schnürten Wigan, das in der Defensivbewegung mit einer Fünferkette um den eigenen Sechzehner verteidigte, in die eigene Hälfte. Wenn bei den Gästen etwas nach vorne ging, dann über die rechte Seite. Ronnie Stam brachte immer wieder scharfe Hereingaben an den Fünfmeterraum, doch Conor Sammon verpasste ein ums andere Mal.

In der 39. Minute stand Sammon dann im Mittelpunkt. Bei einem Zweikampf mit Michael Carrick ruderte Wigans einzige Spitze etwas zu ungestüm mit den Armen und wurde von Schiedsrichter Phil Dowd mit Rot unter die Dusche geschickt - eine überzogene Entscheidung.

Nur zwei Minuten später kam es noch dicker für die Gäste. Dimitar Berbatow, um den sich Gerüchte um einen Wechsel zu seinem früheren Klub Bayer Leverkusen ranken, erhöhte aus kurzer Distanz auf 2:0 (41.).

Auch nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. United am Drücker, Wigan mit einer Fünfer- und einer Viererkette um den eigenen Sechzehner restlos überfordert.

So erhöhten Berbatow (58.) und Valencia (75.) zunächst noch auf 3:0 bzw. 4:0, ehe es Berbatow überlassen war, nach Foul von Antolin Alcaraz an Park per Strafstoß den 5:0-Endstand herzustellen.

Durch das Remis von City gegen West Bromwich Albion stehen die Red Devils nun punktgleich mit dem Stadtrivalen an der Tabellenspitze.

West Bromwich Albion - Manchester City 0:0

Citizen-Coach Roberto Mancini hatte ein schweres Spiel prophezeit - und genauso kam es. City rannte an, die Baggies verteidigten aufopferungsvoll.

Die beste Chance im ersten Durchgang vergab David Silva, der es nach Vorarbeit von Vincent Kompany und Kun Agüero fertig brachte, den Ball aus kurzer Distanz über den Querbalken zu bugsieren.

Besser machte es nach dem Seitenwechsel Mario Balotelli, doch sein Fernschuss landete über dem verdutzt schauenden Ben Foster am Aluminium (53.). Im Anschluss entwickelte sich eine temporeiche Partie.

Jerome Thomas hätte zum gefeierten Helden werden können, doch sein Gewaltschuss landete nur am rechten Pfosten (73.).

Am Ende blieb es beim torlosen 0:0. City bleibt dank des besseren Torverhältnisses Tabellenführer, United hat nun aber ebenfalls 45 Punkte.

FC Chelsea - FC Fulham 1:1 (0:0)

Tore: 1:0 Mata (47.), 1:1 Dempsey (56.)

An der Stamford Bridge gab es nach dem deftigen Weihnachtsbraten am Boxing Day zunächst Magerkost. Chelsea legte recht behäbig los, Fulham, nach der 0:5-Packung gegen Manchester United erst mal auf Defensivarbeit bedacht, hatte keine große Mühe, dagegen zu halten.

Die beste Chance in der Anfangsphase hatten die Gäste, doch Cech wischte Dempseys satten Gewaltschuss gerade noch um den linken Pfosten (9.). Auf der Gegenseite vergab Torres die beste Chance des ersten Durchgangs. Nach einem feinen Heber von Mata nahm der Spanier den Ball am Fünfmeterraum erst artistisch mit der Brust an, ehe er mit seinem Gewaltschuss nur Fulham-Keeper Stockdale traf (16.).

Die zweite Hälfte begann dann mit einem Paukenschlag. Torres spitzelte den Ball an der Strafraumkante mit dem Rücken zum Tor zurück auf Mata, der die Kugel aus 17 Metern unhaltbar ins rechte Eck schlenzte (47.).

Doch Chelseas Führung hielt nicht lang. Nur neun Minuten nach Matas Kunstschuss grätschte Fulhams bester Torschütze Clint Dempsey den Ball nach feiner Vorarbeit von Bryan Ruiz aus kurzer Distanz in die Maschen (56.) - sein sechster Saisontreffer.

In der Folgezeit entwickelte sich ein munteres Match mit Chancen auf beiden Seiten. Fulham traute sich deutlich mehr zu, Kerim Frei wuselte sich immer wieder gefährlich von links ins Zentrum.

Zwingender agierten jedoch die Hausherren. Der für Frank Lampard eingewechselte Florent Malouda scheiterte mit seinem feinen Hackentrick am glänzend reagierenden Fulham-Keeper David Stockdale (66.). Daniel Sturridge, Didier Drogba und Raul Meireles hatten in der Schlussphase noch einige Schusschancen, am Ende blieb es jedoch beim Remis.

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