Donnerstag, 02.09.2010

Roque Santa Cruz im Porträt

Santa Cruz: Auf dem Weg in die Versenkung

Roque Santa Cruz - einst mit Vorschusslorbeeren überhäuft, oft verletzt und dann doch gefeiert. Mittlerweile ist es wieder ruhig geworden um den ehemaligen Stürmer des FC Bayern München. Bei Manchester City ist der Paraguayer nicht mehr erste Wahl. Er droht in der fußballerischen Versenkung zu verschwinden.

Roque Santa Cruz wurde am 16. August 1981 in Asuncion geboren
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Roque Santa Cruz wurde am 16. August 1981 in Asuncion geboren

"Roque ist 30 Millionen wert!" So jubelte Uli Hoeneß, damals Manager des FC Bayern München, 2002, als man ihn auf sein paraguayisches Sturmjuwel Roque Santa Cruz ansprach. Fünf Jahre später wechselte der Offensivspieler zu den Blackburn Rovers, demotiviert durch sein Reservistendasein beim deutschen Rekordmeister und von Verletzungen geplagt. Das Ganze für wohlgemerkt nur fünf Millionen Euro. Auch danach war der mittlerweile 29-Jährige nicht von Höhen und Tiefen in seiner Karriere gefeit.

In den Fokus des europäischen Fußballgeschäfts gespielt hatte sich Roque Santa Cruz bei der U-20-Weltmeisterschaft 1999 in Nigeria, wo auch der FC Bayern München auf ihn aufmerksam wurde. Im Mai wechselte das damals 17-jährige Talent für fünf Millionen Dollar an die Isar und wurde mit Lobeshymnen empfangen: "Er ist in fünf Jahren wahrscheinlich der Beste, den wir weltweit haben", sagte Hoeneß damals.

Der Stein aber kam zunächst nicht so ins Rollen, wie man es sich in München erhofft hatte. In 48 Pflichtspielen für den FC Bayern spielte er nur sechsmal durch. Der Start war schwer, denn nicht nur mit der Eingewöhnung hatte der Teenager Schwierigkeiten. "Ich habe mich oft einsam gefühlt", sagte er später. Auch zahlreiche Verletzungen stoppten den Stürmer und immer wieder musste er pausieren.

Auf einmal Stammspieler beim FC Bayern

Dann allerdings, 2002, wurde plötzlich alles besser. Die Familie kam öfter zu Besuch, Santa Cruz übernahm die Villa von Ex-Bayern-Spieler Paolo Sergio und auch sportlich ging es nur bergauf.

Mit Paraguay nahm der 1,89-m-Hüne bei der Weltmeisterschaft teil, und trotz vieler Einwechslungen traf er in 13 Pflichtspielen für den FCB siebenmal. Auf einmal strotzte der von den weiblichen Fußballfans umschwärmte Stürmer vor Selbstvertrauen und steckte sich hohe Ziele: "Ich will 15 Tore in der Bundesliga schießen!"

Auch sein Vertrag wurde bis 2006 verlängert und die Kritiker waren plötzlich verstummt. "Roque ist jetzt Stammspieler bei uns", sagte der damalige Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld im Winter.

Immer wieder Verletzungen

Und Roque selbst? Der zog sich gleich Mitte Januar einen Innenbandriss zu, drei Monate später stoppte ihn das gleiche Band erneut. Immer weiter stürzte der Stürmer nun wieder in die Tiefen des Verletzungsstrudels, im Herbst des Folgejahres fiel er wegen eines Meniskusschadens und Knieproblemen aus, 2005 erreichte er mit einem Kreuz- und Innenbandriss im Knie den bisherigen Tiefpunkt seiner Karriere.

Erneut kämpfte er sich zurück, erneut nahm er mit Paraguay an der Weltmeisterschaft teil. An seine beste Zeit konnte Santa Cruz allerdings nicht mehr anknüpfen. Meist saß er bei den Münchnern nur noch auf der Bank und die Vereinsbosse wollten ihn loswerden. Auch für ihn selbst war klar: "Egal was passiert, wer kommt oder nicht. Ich muss gehen."

Nach acht insgesamt frustrierenden Jahren, folgte 2007 der Wechsel zum englischen Erstligisten Blackburn Rovers.

Manchester City: Die Geschichte in Bildern
Ungewohnte Eintracht zwischen Enfant terrible Carlos Tevez und Trainer Roberto Mancini, aber immerhin verbuchen die Citizens hier gegen W.B.A. die CL-Quali für 2013/2014
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Der Argentinier provozierte vor allem in der Meistersaison 2011/2012, wo er konnte. Mancini wäre Tevez gern losgeworden, am Ende gewann City den ersten Titel seit 44 Jahren
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Wie Peter Schmeichel trug auch Carlos Tevez das Trikot von Manchester United. Tevez wechselte 2009 zum Stadtrivalen - und traf in 108 Spielen schon 59 Mal
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Im Dezember desselben Jahres wurde Roberto Mancini Cheftrainer. 2011 gewann City mit ihm den FA Cup, 2012 die Meisterschaft - dank zweiter Tore in der Nachspielzeit des letzten Spieltags
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Mit Mario Balotelli hatte Mancini einen weiteren hochtalentierten Stinkstiefel in den Reihen, doch der Italiener steht seit Januar 2013 in Diensten des AC Milan
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Kun Aguero, Edin Dzeko, dazu Samir Nasri, David Silva und Tevez: Offensiv ist City hochveranlagt - und millionenschwer. Von 2007 bis 2012 zahlte der Klub für 164 neue Spieler etwa 720 Millionen Euro, nahm für 174 Abgänge aber nur 160 Mio. ein...
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Allein im Sommer 2010 gab Manchester City sage und schreibe 145 Millionen Euro für neue Spieler aus. Auch der Ex-Hamburger und Jetzt-Münchner Jerome Boateng gehörte dazu
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Allein im Sommer 2010 gab Manchester City sage und schreibe 145 Millionen Euro für neue Spieler aus. Auch der Ex-Hamburger und Jetzt-Münchner Jerome Boateng gehörte dazu
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Der Zehn-Jahres-Vertrag mit Etihad Airways spült dem Klub angeblich 466 Millionen Euro in die Kassen
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Citys Top-Transfer 2009: Emmanuel Adebayor kam für 29 Millionen Euro vom FC Arsenal
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The Nutter with the Putter: Craig Bellamy (r.) kam im Winter 2009 von West Ham United zu Manchester City, jetzt führte er Cardiff City zurück in die Premier League
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Robinho kam 2008 für 43 Millionen Euro von Real Madrid zu Manchester City, spielt aber mittlerweile wieder in Brasilien
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Auch Didi Hamann (r.) spielte für City. Er absolvierte 54 Partien im hellblauen Trikot
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Ein Altbekannter: Stuart Pearce war auch schon Trainer der Citizens
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Peter Schmeichel spielte auch 29 Partien für Manchester City
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Shaun Wright Phillips galt als eines der größten Talente, die je den Sprung in den City-Profikader schafften
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Saison 07/08: Auch der ehemalige England-Coach Sven-Göran Eriksson (r.) war Trainer bei Manchester City
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Marc-Vivien Foe spielte auch für City. Er verstarb beim Confed-Cup 2003 auf dem Platz wegen Herzstillstand - seine Nr. 23 wird nicht mehr vergeben
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Das Manchester-Derby elektrisiert nicht nur die Stadt Manchester
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Der ehemalige Weltfussballer George Weah schnürrte im Jahr 2000 auch die Schuhe für Man City
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Joe Corrigan absolvierte in der Zeit von 1967 bis 1983 592 Spiele für die Citizens
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Bert Trautmann spielte von 1949 bis 1964 für Manchester City. Er erarbeitete sich bei City den Ruf des besten Torhüters der Welt
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Colin Bell stand 1970 beim Gewinn des Europapokals der Pokalsieger in der City-Elf
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Colin Bell stand 1970 beim Gewinn des Europapokals der Pokalsieger in der City-Elf
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Der Deutsche Uwe Rösler (l.) spielte insgesamt 153 mal für City und erzielte dabei 50 Tore
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Der Deutsche Uwe Rösler (l.) spielte insgesamt 153 mal für City und erzielte dabei 50 Tore
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Michael Tarnat (l.), Kevin Keegan (M.) und David Seaman (r.) waren in der Saison 02/03 zusammen bei Man City
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In Blackburn folgt die erfolgreichste Zeit

Bereits in seinem ersten Spiel für die Rovers erzielte er einen Treffer, viele weitere sollten folgen. "Roque ist ein absoluter Volltreffer", sagte Trainer Mark Hughes im Winter über seinen besten Torschützen. "Er zeigt hier, was wirklich in ihm steckt. Roque spielt intelligent, ist ein Mannschaftsspieler und übernimmt zudem Führungsaufgaben. Er gehört zu den besten Stürmern der Liga."

Auch Santa Cruz fühlte sich in Englands Arbeiterstadt pudelwohl: "Ich bin hier ein ganz anderer Mensch. Hier habe ich erstmals das Gefühl, gebraucht zu werden. Ich habe das volle Vertrauen des Trainers, in München war das ganz anders. Da habe ich nie eine echte Chance bekommen", sagte er damals rückblickend über seine Zeit beim deutschen Vorzeigeklub.

Bei seinem neuen Verein kam plötzlich seine wahre Klasse zum Vorschein und er spielte eine überragende Saison. Mit 19 Treffern wurde der Südamerikaner viertbester Torschütze der Premier League und verpasste nur ein einziges Ligaspiel.

Ziehvater Mark Hughes

Seine zweite Spielzeit bei den Rovers war allerdings nicht mehr so gut wie die erste, und er kam in 20 Ligaspielen nur auf vier Tore. Im März 2009 verletzte sich der Angreifer erneut am Knie. Dennoch holte Mark Hughes, der ein Jahr zuvor den Trainerposten bei Manchester City übernommen hatte, seinen Lieblingsspieler zur Saison 2009/2010 in den Kader der Citizens.

Stolze 21 Millionen Euro ließ man sich Santa Cruz kosten, der am zweiten Spieltag gegen Everton sein Debüt im blauen Dress gab. Als hätte es das Schicksal nicht anders gewollt, ging es nach seinem erfolgreichen Karrieresprung zum millionenschweren Klub aus Manchester allerdings wieder bergab. Von 27 Pflichtspielen bestritt Santa Cruz nur zwei über die kompletten 90 Minuten und erzielte dabei nur vier Tore. Auch mehrere kleinere Verletzungen verhinderten seinen Durchbruch.

Viele Vereine an Santa Cruz interessiert

Nun, zu Beginn der Saison 2010/2011, scheint Santa Cruz bei ManCity auf dem Abstellgleis zu stehen. "Wir werden sehen, wie es läuft. Wie in den vergangenen Saisons haben wir auch jetzt wieder einen hochkarätig besetzten Kader, gerade in der Offensive. Ich muss also meine Chance nutzen, wenn ich denn eine erhalte. Tore sind für mich das beste Argument, regelmäßig zu spielen", erläutert er seine Chancen relativ nüchtern.

Mit zahlreichen Klubs wurde er während der Transferperiode in Verbindung gebracht. Mit Lazio Rom schien Santa Cruz fast einig, kurz vor Ende der Wechselfrist zerschlug sich ein Engagement bei den Italienern allerdings. Zumindest bis zum Winter muss er sich nun bei den Citizens durchbeißen. Aber wer weiß, vielleicht erlebt Santa Cruz bis dahin ja wieder mal ein Hoch.

Manchester City im Steckbrief

Europas Top-Transfers in der Sommerpause
An der Seite von Cristiano Ronaldo: Sami Khedira wagte den spektakulären Schritt zu den Königlichen. Real Madrid überwies rund 14 Millionen Euro an den VfB Stuttgart
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Vereint mit dem Ex-Coach: Verteidiger Ricardo Carvalho wurde von Ex-Chelsea-Trainer Jose Mourinho in die spanische Hauptstadt gelotst. Kostenpunkt: Acht Millionen Euro
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Youngster Angel di Maria war den Madrilenen sogar 25 Millionen wert. Damit er den Klub nicht als Schnäppchen wieder verlässt, erhielt er einen Sechsjahresvertrag
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Auch der FC Barcelona ließ sich in Sachen Top-Transfers nicht lumpen. Weltmeister David Villa kommt für schlappe 40 Millionen vom FC Valencia. Vertrag bis 2014
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Eine Hand voll Scheine blieb da noch übrig, also wurde Adriano (r.) verpflichtet. Der Außenverteidiger kommt für knapp zehn Millionen vom FC Sevilla und unterschrieb bis 2014
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Der dickste Geldbeutel der Premier League: ManCity-Coach Roberto Mancini (M.) präsentiert die Neuzugänge Kolarow (22,7 Millionen), Silva (28,7), Toure (24) und Boateng (12,5)
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Wie jedes Jahr wilderte auch der FC Chelsea auf dem Transfermarkt. Vom FC Liverpool wurde Yossi Benayoun (l.) für sieben Millionen Euro verpflichtet
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Eine Ecke teurer wurde der Transfer des Brasilianers Ramires (l.). 22 Millionen mussten die Blues mal eben locker machen, um Benfica Lissabon zu überzeugen
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Arsenal-Coach Arsene Wenger blieb da ein wenig bescheidener. Marouane Chamakh kam ablösefrei vom französischen Meister Girondins Bordeaux
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Javier Hernandez feierte bei ManUtd einen Einstand nach Maß - er traf beim Community Shield
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Nur einer von Vielen: Miguel Veloso (l.) wechselt von Sporting Lissabon für neun Millionen zu Genua. Weitere hochkarätige Neuzugänge: Rafinha, Eduardo, Luca Toni, Chico...
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Auch Lazio Rom verteilt Geldbündel in der weiten Welt: Aus Sao Paolo kommt der 25-Jährige Hernanes für schlanke 13,5 Millionen Euro. Vertrag bis 2015
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Vom Gegner zum Mitstreiter: Leonardo Bonucci (r.) kehrt AS Bari den Rücken und wechselt für 15,5 Millionen zu Juventus Turin, wo ihn Alessandro Del Piero schon erwartet
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Der WM-Auftritt von Edinson Cavani (l.) hat in Palermo wohl Eindruck geschunden. Für fünf Millionen Euro kommt der 23-Jährige zur neuen Saison aus Neapel
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Die trauen sich was: Der AS Rom sichert sich die Dienste von Skandalnudel Adriano (r.). Der Brasilianer, der von Image-Pflege wenig hält, spielte auch schon für Inter
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Susanne Schranner

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