Der Hunger nach Erfolg

Von Martin Gödderz
Dienstag, 24.08.2010 | 15:23 Uhr
Marouane Chamakh kam aus Bordeaux und ist eine der Top-Neuverpflichtungen des FC Arsenal
© Getty
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Nach zwei Spieltagen steht der FC Arsenal auf dem zweiten Tabellenplatz der Premier League. Neben dem Unentschieden zum Auftakt gegen den FC Liverpool (1:1) fuhren die Gunners einen Kantersieg gegen Neuling FC Blackpool (6:0) ein. Wie stark ist Arsenal wirklich und was hat sich verändert?

Am 14. August gab Arsenal-Trainer Arsene Wenger seine Vertragsverlängerung in London bis 2014 bekannt und versprach dem Klub, für den er bereits seit 14 Jahren als Trainer arbeitet, weiterhin die Treue. "Mein Herz gehört Arsenal und mein Wunsch ist es, dass dieser Klub Titel gewinnt. Ich bin nach wie vor voll motiviert", sagte Wenger.

Nichts anderes konnte man vom mittlerweile 60 Jahre alten Franzosen erwarten. Er hängt mit vollem Herzen am Klub und seiner Spielphilosophie. Eine Auffassung, die auch von Kollegen bewundert wird. "Ein Champions League-Titel wäre Arsene zu gönnen, da er seit Jahrzehnten hervorragende Arbeit leistet", sagt beispielsweise Ottmar Hitzfeld im "Kicker"-Interview.

Arsenal-Präsident Peter Hill-Wood ist ebenfalls voll des Lobes: "Arsene ist ein sehr talentierter Mann." Und: "Wir glauben, dass das junge Team, das er in den letzten Jahren aufgebaut hat, unsere Geduld mit Titeln belohnen wird."

Seit 2004 ohne Titel

In den Ausführungen des Vereinspräsidenten schwingt mit, dass der ganze Verein hungrig auf einen Titel wartet. Dass Fans und Vereinsführung der sehnliche Wunsch in dieser Saison erfüllt wird, ist allerdings kaum zu erwarten.

Der letzte Titel liegt bereits sechs Jahre zurück. Aus dem damaligen Kader um Thierry Henry, Kolo Toure und Ashley Cole ist kein einziger Spieler mehr übrig geblieben. Die Mannschaft befindet sich in einem ständigen Wandel, die Spielweise hat sich jedoch wenig verändert.

Arsene Wenger ist dafür bekannt, jungen Spielern das Vertrauen zu schenken und sie zu Weltklasse-Spielern zu formen. Das war so, das bleibt so. Die Entwicklung der letzten Jahre geht allerdings dahin, dass Arsenal die Spieler, die unter Wenger zu Stars reifen, am Ende nicht mehr halten kann.

Wann geht Fabregas?

Bestes Beispiel dafür ist Cesc Fabregas, der zu einem Führungsspieler und Weltstar wurde, Arsenal aber lieber heute als morgen verlassen würde.

Der Wechsel des Spaniers zum FC Barcelona ist nur noch eine Frage der Zeit. Dass Wenger seinen wichtigsten Mann weiter trainieren darf, grenzt an ein Wunder - Arsenal widerstand bislang allen Verlockungen aus Katalonien.

Fabregas selbst nimmt's gelassen hin. Wo andere Spieler auf die Barrikaden gehen oder sich schlichtweg verweigern, ist der Spanier ein echter Sportsmann. "Ich bin Profi und verstehe Arsenals Entscheidung, mich nicht zu verkaufen. Nun richte ich meine Konzentration zu 100 Prozent auf Arsenal", sagte Fabregas brav.

Chamakh fügt sich gut ein

Dass er mindestens noch ein Jahr bleibt, ist die beste Nachricht des Sommers für Wenger. Schließlich ist Fabregas der Antreiber des schnellen, auf Ballbesitz ausgelegten Systems.

Schon früh bekannt gab der Verein indes die Verpflichtung des Marokkaners Marouane Chamakh von Girondins Bordeaux, der als Sturm-Ersatz für den abgewanderten Eduardo (Schachtjor Donzek) dienen soll. Die Sturmspitze überzeugte zum Premier League-Auftakt und passt gut in das wenger'sche System.

Rechtsverteidiger Sagna sagt über ihn: "Er kann den Unterschied ausmachen." Zudem verglich Sagna seinen neuen Mitspieler mit dem Ex-Gunner Emmanuel Adebayor.

Squillaci voller Ehrfurcht vor Wenger

Daneben wurde die anfällige Abwehr umgestellt. Mit William Gallas (34) und Sol Campbell (35) verließen zwei Oldies den Verein. Dafür wurden mit dem Polen Laurent Koscielny (25) und dem Franzosen Sebastien Squillaci (30) gleichwertiger Ersatz verpflichtet.

Bei Squillacis Antritts-Interview mit dem "Guardian" schwang gleich eine gute Portion Respekt für Wenger mit. "Wenn man als französischer Spieler ein Angebot von ihm bekommt, kann man das unmöglich ablehnen", sagte der Innenverteidiger ehrfürchtig.

Er wird sich in dieser Saison zusammen mit Koscielny um den Platz neben Vorjahres-Entdeckung Thomas Vermaelen streiten.

Suche nach Torwart bislang erfolglos

Dass die Neuzugänge die Londoner jedoch auf einen Streich in Schlagdistanz zu Chelsea und ManUtd bringen, ist zu bezweifeln. Sie stopfen eher Löcher im Kader. Die mit Abstand größte Lücke im Team konnte aber noch immer nicht geschlossen werden.

Auf der Torwartposition steht Stammkeeper Almunia auf der Abschussliste. So entschied Wenger in der Sommerpause: "Manuel Almunia ist ein talentierter Torhüter. Im Training hält er großartig. Das große Problem liegt darin, dass er bei großen Spielen nervös ist und dadurch dumme Fehler begeht. Nach der WM werden wir Angebote für Torhüter abgeben."

Bisher blieb die Suche nach einem Nachfolger allerdings erfolglos: Der FC Fulham wollte Mark Schwarzer nicht ziehen lassen und auch die Alternative, Shay Given, erhielt bislang keine Freigabe von seinem Verein Manchester City. Jetzt buhlt Arsenal angeblich um den niederländischen Nationalkeeper Martin Stekelenburg von Ajax Amsterdam.

Überzeugender Saisonstart

Sollte bis zum 31. August kein neuer Torwart präsentiert werden, muss Manuel Almunia eine weitere Saison das Arsenal-Tor hüten. Zum Saisonstart unterliefen Almunia zumindest keine Fehler. An der Anfield Road holte Arsenal in letzter Minute einen Punkt und überzeugte spielerisch, obwohl Leistungsträger wie van Persie und Fabregas fehlten.

Dabei zeigte sich aber auch wieder eines der altbekannten Probleme: Arsenal ist eine der spielstärksten Mannschaften der Welt, der Offensive fehlt es aber - vor allem in Duellen mit Top-Teams - an Kaltschnäuzigkeit. In der ersten Halbzeit dominierten die Gunners Liverpool nach Lust und Laune. Trotzdem stand es nach 46 Spielminuten 1:0 für Liverpool.

Unterbindet man den Spielfluss schnell, bekommt Arsenal Probleme - nicht zuletzt weil erfahrene Führungsspieler fehlen, die in einem solchen Fall die Mannschaft mitreißen. Gegen Liverpool war Manuel Almunia (33) der mit Abstand älteste Gunner auf dem Feld, danach folgten mit Andrej Arschawin (29) und Sagna (27) wahrlich keine Leadertypen.

"Er bräuchte ein, zwei Weltklassespieler mehr"

Ottmar Hitzfeld bringt ein weiteres Problem auf den Punkt. "Wenger lässt attraktiven Fußball spielen, sogar auf Kosten des Erfolgs", sagt der Schweizer Nationaltrainer, meint aber einschränkend, "dass Wenger offenbar auch nicht ganz die finanziellen Mittel hat, wie Chelsea oder ManUtd". Sein Fazit: "Er bräuchte einfach ein, zwei Weltklassespieler mehr."

Hinzu kommt, dass das junge Team seit Jahren vom Verletzungspech verfolgt wird. So verletzte sich Leistungsträger Samir Nasri gleich zu Saisonbeginn und fällt einen Monat aus. Ein Risiko, dass Wenger in Kauf nimmt: Der Coach verpflichtet vornehmlich technisch starke und schnelle Spieler, die allerdings meistens weniger robust und deshalb verletzungsanfällig sind.

Die Konkurrenz schläft nicht

So positiv Wengers Vertragsverlängerung in London gesehen wird: Ein Paradigmenwechsel ist bis 2014 unter diesen Voraussetzungen nicht zu erwarten. Wenger wird sein Konzept weiter durchziehen - in Jack Wilshere wartet auch schon das nächste Talent auf den großen Durchbruch.

Doch nur wenn die Mannschaft verletzungsfrei bleibt, die Neuzugänge einschlagen und ein hochkarätiger Torwart verpflichtet wird, können die Gunners um den Titel mitspielen - zumal Manchester City zu den "Big Four" aufgeschlossen hat und Arsenal gar zu überholen droht.

Die Form stimmt jedenfalls, dazu steht die Mannschaft bedingungslos hinter dem Trainer. "Alles, was er uns gegeben hat, müssen wir ihm zurückgeben", sagt Sagna. Die Spieler haben nun immerhin weitere vier Jahre Zeit, Wengers Arbeit mit Titeln aufzuwiegen.

Gallas wechselt nach Tottenham

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