Sonntag, 28.02.2010

Premier League, 28. Spieltag

Dreikampf um die CL-Quali

28. Spieltag in der englischen Premier League: Chelsea verliert an der heimischen Stamford Bridge gegen Manchester City, aber der Schocker des Wochenendes trug sich im Britannia Stadium zu. Tottenham schlug Everton und auch Liverpool bleibt oben dran.

Carlos Tevez erzielte bei Manchester Citys Sieg beim FC Chelsea zwei Tore
© Getty
Carlos Tevez erzielte bei Manchester Citys Sieg beim FC Chelsea zwei Tore

Stoke City - FC Arsenal 1:3 (1:1)

Allen Unkenrufen zum Trotz hat sich der FC Arsenal den ersten Sieg im Britannia Stadium seit 1981 geschnappt und damit gleichzeitig die Gunst der Stunde genutzt, den Abstand auf die Tabellenspitze zu verkürzen. Vor dem Anpfiff hieß es noch, dass das bis dato 2010 noch ungeschlagene Stocke City ein echter Prüfstein für die Gunners sein würde, und die Potters entpuppten sich als weit mehr als das.

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Premier League, 8. Spieltag

Schon in der 8. Minute brachte Mittelfeldmann Danny Pugh sein Team in Front, und schon sah es so aus, als würde Stoke den fünften Heimsieg in Folge gegen Arsenal einfahren. Aber die Gäste hatten andere Pläne: Trotz des Fehlens von Gallas, Diaby und Arschawin wurde nun zum Angriff geblasen, man merkte dem Team deutlich an, dass es nach der Niederlage im FA-Cup auf Revanche aus war.

Noch vor der Pause glich der Däne Nicklas Bendtner aus (32.). Nach Wiederanpfiff, spätestens aber mit dem Platzverweis gegen Stokes Abwehrmann Ryan Shawcross (66.) nach bösem Foul an Aaron Ramsey, war Arsenal endgültig am Drücker. Ramsey musste übrigens ausgewechselt werden.

Mit einem üblen Beinbruch wird der 19-Jährige vermutlich lange Zeit ausfallen. Shawcross, das muss man ihm lassen, war sichtlich geschockt von dem, was er angerichtet hatte. Am 23. Februar 2008 wurde Eduardo da Silva im Spiel gegen Birmingham City praktisch die gleiche Verletzung zugefügt. Der Kroate brauchte ziemlich genau ein Jahr, bis er wieder komplett fit war.

"Wenn man sieht, dass ein Spieler auf eine solche Weise verletzt wird, ist das nicht akzeptabel", schimpfte Trainer Arsene Wenger: "Wir wissen nicht, wie lange Aaron ausfällt, aber es wird
lange sein. Das ist kein Fußball mehr."

Minutenlang musste Ramsey auf dem Platz mit einer Sauerstoffmaske versorgt werden, bevor er in einen direkt ans Spielfeld gefahrenen Krankenwagen abtransportiert werden konnte. Der TV-Sender "SkySport" verzichtete in der Live-Übertragung auf Wiederholungen der Szene, weil die Bilder zu aufwühlend seien.

"So oft, wie uns so etwas passiert, glaube ich nicht mehr an Zufälle", meinte Wenger. Shawcross, der nach der dem fälligen Platzverweis mit Tränen in den Augen vom Feld ging, entschuldigte sich bei Ramsey.

"Es war absolut keine Absicht. Ich würde nie einen Kollegen bewusst verletzen", sagte er: "Ich bin in Gedanken bei ihm und wünsche ihm eine möglichst schnelle Genesung."

Arsenal nutzte die Überzahlsituation nach kurzem Schockzustand zu zahlreichen Torchancen, musste aber bis zur 90. Minute warten, ehe Cesc Fabregas mit einem Elfmeter den Siegtreffer erzielte. Wegen Ramseys Verletzung ließ Schiedsrichter Peter Walton sieben Minuten nachspielen. Doch bevor Stoke City nochmal alles versuchen konnte, um wenigstens den Ausgleich zu markieren, sorgte Defensivass Thomas Vermaelen für die endgültige Entscheidung.

FC Chelsea - Manchester City 2:4 (1:1)

Der FC Chelsea musste durch die erste Heimniederlage seit 15 Monaten einen herben Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft hinnehmen. Michael Ballack sah neun Minuten vor dem Ende die Gelb-Rote Karte.

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Die Blues, nach einer vorherigen Roten Karte gegen Belletti (75.) am Ende nur noch mit neun Spielern auf dem Platz, verloren 2:4 gegen Manchester City und bleiben nur dank des Pokal-Einsatzes von Verfolger Manchester United Tabellenführer.

ManUtd, das am Sonntag im Cup-Finale auf Aston Villa trifft, hat nun bei gleicher Anzahl von Spielen nur noch einen Punkt Rückstand auf Chelsea und die um drei Treffer bessere Tordifferenz.

Die Blues hatten zuletzt am 30. November 2008 beim 1:2 gegen den FC Arsenal ein Liga-Heimspiel verloren. Ballacks Platzverweis wegen eines Fouls an der Mittellinie nach vorheriger Verwarnung wegen Meckerns war der Tiefpunkt eines tristen Nachmittags für Chelsea.

Dabei war der Spitzenreiter durch Frank Lampard (42.) in Führung gegangen, doch dann wurde mit Carlos Tevez ausgerechnet ein langjähriger ManUtd-Spieler zum Wegbereiter für City.

Dem Argentinier gelang unmittelbar vor der Pause der Ausgleich, und nach dem 1:2 von Craig Bellamy (51.) traf er auch zum 1:3 (76., Foulelfmeter). Bellamy erhöhte mit seinem zweiten Tor auf 1:4 (87.), ehe Lampard per Strafstoß (90.) zumindest noch Ergebniskosmetik betrieb.

Sekunden vor dem 1:3 hatte Ballack mit einem 17-Meter-Schuss knapp den Ausgleich verpasst. Belletti sah wegen seines Fouls nur 15 Minuten nach der Einwechslung die Rote Karte.

City, mit den früheren Hamburgern Nigel de Jong und Vincent Kompany angetreten, verbesserte sich durch den Erfolg vorübergehend auf Rang vier und unterstrich damit seine Ambitionen auf einen Champions-League-Platz.

"Wir sind immer noch Tabellenführer. Zwar nur mit einem Punkt, aber immerhin. Das ist das einzig Gute am heutigen Tag", meinte Blues-Coach Carlo Ancelotti: "Wir müssen jetzt nach vorne schauen und weiter auf unsere Stärken vertrauen."

Vor dem Spiel hatte Wayne Bridge den obligatorischen Handschlag mit John Terry verweigert und damit auf Terrys Affäre mit seiner Ex-Freundin reagiert. Wegen der Liaison mit dem Unterwäschemodel Vanessa Perroncel, die zusammen mit Bridge einen Sohn hat, war der verheiratete Terry als Kapitän der englischen Nationalmannschaft abgesetzt worden - und Bridge
zurückgetreten.

Was Englands Nationalcoach Fabio Capello immer noch wurmt. "Das ist wie eine Verletzung", sagte Capello, äußerte aber auch Verständnis für Bridges Entscheidung. Der Italiener hofft
allerdings mit Blick auf die WM in Südafrika noch auf einen Sinneswandel: "Ich habe selbst als Spieler nur eine WM gespielt. Solche Chancen hat man nicht oft. Wenn er seine Meinung noch ändert, steht die Tür offen."

Tottenham Hotspur - FC Everton 2:1 (2:0)

Die Spurs haben sich zumindest vorrübergehend wieder auf den vierten Platz geschieben. Roman Pawljutschenko brachte die Hausherren an der White Hart Lane früh in Front (11.). Der Russe traf bereits in der Vorwoche doppelt in Wigan.

Nach einer knappen halben Stunde legte Luca Modric mit seinem zweiten Saisontreffer nach. Everton kam zwar zehn Minuten nach der Pause durch Yakubu zum Anschlusstreffer, der Ausgleich war der Toffees aber vergönnt.

FC Liverpool - Blackburn Rovers 2:1 (2:1)

Die Reds bleiben nach dem Heimsieg weiter an Platz vier dran und liefern sich mit ManCity und den Spurs einen Dreikampf um die CL-Qualifikation. Kapitän Steven Gerrard erzielte nach 20 Minuten mit seinem sechsten Saisontor die Führung für Liverpool.

In der 40. Minute feierte Keith Andrews nach einem verwandelten Elfmeter seinen ersten Treffer in dieser Saison. Der Jubel über den Ausgleich hielt allerdings nicht lange: Fernando Torres, der erstmals seit Wochen wieder von Beginn an ran durfte, traf kurz vor der Pause zum 2:1. Der bereits dreizehnte Saisontreffer des Spaniers.

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