Nani greift Alex Ferguson an

Von SPOX
Nani wechselte im Sommer 2007 für gut 25 Millionen Euro zu Manchester United
© Getty

Der portugiesische Nationalspieler Nani von Manchester United hat in einem Interview schwere Vorwürfe gegen seinen Trainer Sir Alex Ferguson erhoben. Kern der Kritik: Mangelndes Vertrauen in seine Fähigkeiten und Fergies Jähzorn.

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In allen Lebenslagen gilt: Man braucht nicht zu buckeln, muss aber auch aufpassen, mit wem man sich anlegt.

Weniger gut beraten waren bislang die meisten, die es wagten, Sir Alex Ferguson die Stirn zu bieten. Der frühere niederländische Nationalspieler Jaap Stam kann ein Lied davon singen. Man kann auch bei David Beckham oder Roy Keane nachfragen, was es bedeutet, mit dem bärbeißigen Schotten auf Konfrontationskurs zu gehen.

Keiner von ihnen hatte noch eine Zukunft bei Manchester United.

Erschüttertes Selbstvertrauen

Jetzt dürfte wieder jemand den heiligen Zorn von Fergie zu spüren bekommen. Der portugiesische Nationalspieler Nani nämlich nutzte die Länderspielpause - die Seleccao bereitet sich auf das erste Match der WM-Quali-Playoffs gegen Bosnien vor -, um sich bei einer heimischen Zeitung auszuweinen und seinen Klubtrainer kräftig auf den Schlips zu treten.

Der Kern seiner Aussagen beschäftigt sich mit seiner eigenen misslichen Lage, bei United nicht zur engeren Rotation zu gehören, geschweige denn Stammspieler zu sein. Nani, der 2007 als 20-Jähriger für wahnwitzige 25 Millionen Euro von Sporting Lissabon zu den Red Devils kam, sieht seine Felle davonschwimmen.

Dem allgemeinen Anspruch, der nächste Cristiano Ronaldo zu werden, konnte der zierliche Offensivspieler von einigen spektakulären Episoden abgesehen bislang nicht gerecht werden.

Schuld daran sei Ferguson, der ihm nicht die nötige und - wie Nani glaubt - fest versprochene Rückendeckung gebe.

"Ich kann ein großes Spiel machen, aber niemand garantiert mir, dass ich im nächsten Spiel wieder dabei bin. Das erschüttert mein Selbstvertrauen", sagte Nani der Zeitung "I".

Guter Saisonstart

Dabei hatte er einen vielversprechenden Saisonstart. Im Community Shield, dem englischen Supercup, gehörte Nani zur Startelf, trat gewissermaßen das Erbe seines großen Landsmannes Ronaldo an, der zu Real Madrid gewechselt war.

Nani traf dann auch im Duell mit dem FC Chelsea, und wenngleich ManUnited die Partie im Elfmeterschießen verlor, es ließ sich gut an für den bald 23-Jährigen.

Doch danach gehörte er nur noch viermal zur Startelf in der Meisterschaft und erzielte lediglich ein Tor - zum 5:0-Endstand gegen Wigan in der 90. Minute.

Inzwischen haben ihm andere den Rang abgelaufen. Neuzugang Valencia ist ohnehin gesetzt, und zuletzt spielte sich der blutjunge Franzose Gabriel Obertan in den Fokus.

'Fuck!' hier und 'Fuck!' da!

Auch beklagte sich Nani über Fergusons wohlbekannten Jähzorn: "Im einen Moment lobt er dich, im nächsten macht er dich total fertig. Das geht oft in Minuten." Er selbst sei oft genug Opfer der Wut des Trainers gewesen.

Immerhin genieße niemand bei Ferguson einen Sonderstatus: "Er brüllt die Spieler vor allen anderen zusammen. Keiner entkommt ihm, alle sitzen im selben Boot. Giggs und Neville bekommen sogar am meisten ab, weil sie die meiste Erfahrung haben. Dann heißt es 'Fuck!' hier und 'Fuck!' da."

Nani sagt auch: "Ich war in den wichtigen Spielen gegen Liverpool, Manchester City oder Tottenham nicht dabei. Das macht mich schon traurig, aber ich denke im Moment nicht daran wegzugehen."

Kann gut sein, dass das Denken in Kürze jemand anderes für ihn übernimmt, wenn Nani von der Dienstreise mit Portugal zurückgekehrt ist. Was das bedeutet, kann man bei Stam, Beckham oder Keane in Erfahrung bringen.

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