Donnerstag, 25.09.2008

Carling-Cup

Zwischen peinlich berührt und stinksauer

Während die Favoriten sich im DFB-Pokal zum größten Teil schadlos hielten, gab es im englischen Carling-Cup die eine oder andere dicke Überraschung. Die Neureichen von Manchester City sorgten dabei für die größten Lacher.

Tottenham, Newcastle
© Getty

Die Citizens verloren ohne 40-Millionen-Mann Robinho gegen den Drittligisten Brighton and Hove Albion nach Elfmeterschießen. Ebenfalls gegen ein unterklassiges Team blieb Aston Villa auf der Strecke.

Dazu gab's Premieren bei Chelsea und Tottenham, die nächste Klatsche für Portsmouth und den leidgeprüften Harry Redknapp sowie einen kleinlauter Treter.

Brighton - Manchester City 7:5 n.E. (2:2, 1:1, 0:0): Geld schießt keine Tore. Zumindest nicht genug. Manchester City stolperte ohne Topeinkauf Robinho im Carling Cup über Brighton and Hove Albion. City-Trainer Mark Hughes wusste hinterher gar nicht, ob er sich schämen oder einen Wutanfall kriegen sollte, jedenfalls unterstellte er seinen Spielern einen Mangel an Professionalität. Hughes Pendant Micky Adams meinte trocken: "Ich werde mich jetzt bestimmt nicht damit brüsten, das wahrscheinlich reichste Team der Welt geschlagen zu haben." Dazu hat er auch gar keinen Grund, denn am vergangenen Wochenende blamierten sich seine Jungs bei einer 0:1-Heimschlappe gegen neun Walsaller.

Aston Villa - Queens Park Rangers 0:1: Kurz und schmerzlos machten es die Queens Park Rangers bei Aston Villa. Durch einen Treffer von Damion Stewart zog der Zweitligist in die nächste Runde ein. "Wir hatten genug Chancen um das Spiel zu gewinnen. Das Spiel war ausgeglichen. Wenn Du vorne keinen machst, musst Du immer damit rechnen hinten einen einzufangen, und so passierte es", sagt Aston Villa Trainer Martin O'Neill. Aus ihm sprach die Weisheit von vielen Jahren im Profigeschäft. Er hätte auch noch sagen können, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat, aber das sparte er sich.

Portsmouth - Chelsea 0:4: Aufregung um Michael Ballack: Nach einem Zweikampf mit Portsmouth-Verteidiger Nadir Belhadj ging der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft in der 35. Minute im Strafraum zu Boden. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter, und Frank Lampard  verwandelte sicher zum 1:0. "Das war eine Schwalbe, nie und nimmer Elfmeter", giftete Portsmouth-Manager Harry Redknapp tags darauf in der "Sun". Ballack habe "selbst eingefädelt und fiel dann hin." Durch den Elfer sei sein Team ins Hintertreffen geraten, sagte Redknapp. Dass der Strafstoß freilich nicht der einzige Grund für die Niederlage war, wusste auch er: "Wir wollten nicht abgeschossen werden", so Redknapp, "aber es wurden Fehler gemacht, die normal nicht gemacht werden." Chelsea sei ein fantastisches Team, aber die Tore seien armselig gewesen. "Wir haben gekämpft, aber das Spiel mit empörenden Gegentreffern selbst verschenkt." Warum sich Redknapp überhaupt so aufregte, ist schleierhaft, denn eigentlich ist er solche Debakel in dieser Saison ja schon gewohnt. 0:4 hieß es zum Saisonauftakt gegen, na klar, Chelsea, 0:6 am vergangenen Spieltag gegen ManCity. Bei den Blues spielte Didier Drogba in dieser Saison zum ersten Mal von Beginn an. 

Newcastle - Tottenham 1:2: Die Spurs haben gleich zwei Premieren zu feiern. Zum einen glückte der erste Sieg in einem nationalen Wettbewerb in dieser Saison, zum anderen traf 17-Millionen-Mann Roman Pawlyuchenko zum ersten Mal für seinen neuen Arbeitgeber. Es war ein hässliches Spiel zwischen dem Letzten und dem Vorletzten der Premier League, das eigentlich keinen Sieger verdient hatte. Immerhin darf auch Newcastle Hoffnung schöpfen. Die Anzeichen verdichten sich nämlich, dass Terry Venables den vakanten Trainerposten übernehmen könnte.

Pogatetz kleinlaut: Sein brutales Foul gegen ManUtd-Youngster Rodrigo Possebon war das Thema am Dienstag. Inzwischen ist klar, dass Possebon sich, entgegen erster Befürchtungen, keinen Beinbruch zugezogen hat, und Emanuel Pogatetz die Schwere seiner Unsportlichkeit eingesehen hat. Der österreichische Nationalspieler vom FC Middlesbrough erklärte öffentlich, sich beim 19-jährigen Brasilianer von Manchester United entschuldigen zu wollen: "Nachdem ich die TV-Bilder gesehen hatte, war mit klar, dass ich mein Tackling unterschätzt hatte. Der Schiedsrichter lag richtig, mir Rot zu zeigen. Ich werde mich telefonisch bei Rodrigo melden und mich dafür entschuldigen, dass ich ihn verletzt habe. Hoffentlich kommt er schnell zurück." Beim Spiel in Old Trafford (2:1 für ManUtd) war Pogatetz Possebon mit gestreckten Beinen in die Parade gefahren. Possebon trug eine offene Wunde davon und musste bereits auf dem Platz mit Sauerstoff versorgt werden.

Carling-Cup: Pogatetz verletzt Possebon
23. September 2008, Tatort: Old Trafford im Manchester. Emmanuel Pogatetz nimmt Anlauf...
© Getty
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23. September 2008, Tatort: Old Trafford im Manchester. Emmanuel Pogatetz nimmt Anlauf...
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...und springt Rodrigo Possebon rücksichtslos in die Beine
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...und springt Rodrigo Possebon rücksichtslos in die Beine
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Der erst 19-jährige Brasilianer bleibt verletzt liegen und krümmt sich vor Schmerzen
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Der erst 19-jährige Brasilianer bleibt verletzt liegen und krümmt sich vor Schmerzen
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Dem Österreicher müsste eigentlich klar sein, welche Strafe ihn erwartet
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Dem Österreicher müsste eigentlich klar sein, welche Strafe ihn erwartet
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Denn nichts anderes als Rot, ist die gerechte Strafe für ein Foul dieser Sorte. Auch wenn es Pogatetz und seine Kollegen nicht glauben wollen
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Denn nichts anderes als Rot, ist die gerechte Strafe für ein Foul dieser Sorte. Auch wenn es Pogatetz und seine Kollegen nicht glauben wollen
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Possebon muss mit Sauerstoff versorgt und mit der Trage vom Platz gebracht werden
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Possebon muss mit Sauerstoff versorgt und mit der Trage vom Platz gebracht werden
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Zum Glück ist nichts gebrochen. Aber eine lange Pause scheint dennoch sehr wahrscheinlich
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Zum Glück ist nichts gebrochen. Aber eine lange Pause scheint dennoch sehr wahrscheinlich
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