Samstag, 19.07.2008

Tottenhams Präsident attackiert ManUtd-Coach

"Fergie ist ein arroganter Heuchler"

München - Der Präsident der Tottenham Hotspur, Daniel Levy (im Bild), hat Manchester Uniteds Manager Sir Alex Ferguson als arroganten Heuchler bezeichnet.

© Getty

Der Grund: Fergusons beharrliche Abwerbungsversuche von Dimitar Berbatow. Schon im vergangenen Sommer hatte der Bulgare, der früher in der Bundesliga für Leverkusen stürmte, auf Fergies Liste ganz oben gestanden. Seitdem hatten sich die offensiven Annährungsversuche gehäuft. Doch jetzt hat Levy genug. Er hat offiziell Beschwerde bei der Premier League eingelegt.

"Die öffentlich getätigte Aussage des Managers (Ferguson, Anm. d. Red.), er habe ein Angebot für Dimitar Berbatow abgeben und sei zuversichtlich, dass der Transfer bald über die Bühne gehen würde, ist ein himmelschreiendes Beispiel für pure Arroganz und Beeinflussung eines unserer Spieler", empörte sich der Präsident der Spurs in einem offiziellen Statement auf der Vereinshomepage.

Ferguson böse angegriffen

Es sei "wahrscheinlich der bislang schlimmste Angriff eines Premier-League-Managers auf einen fremden Spieler und noch dazu eine unglaubliche Heuchlerei", rief man sich Fergusons Aussagen bezüglich Cristiano Ronaldo und Real Madrid noch mal ins Gedächtnis.

Der ManUtd-Coach hatte trotz Ronaldos Wunsch, Manchester in Richtung Madrid zu verlassen, dem Wechsel einen Riegel vorgeschoben und sich bitter über die Machenschaften der Königlichen beschwert.

Auch Liverpool angezeigt

Laut Levy wären die neusten Äußerungen über Berbatow "nur der Gipfel einer ganzen Reihe von Vorkommnissen seit dem letzten Sommer" gewesen, mit denen Manchester United die Regeln der Premier League verletzt habe. Deswegen habe man nun den Rechtsweg gewählt.

Und auch der FC Liverpool bekam sein Fett weg: Dessen Trainer Rafael Benitez hatte sich unlängst ebenso offensiv über eine Verpflichtung von Stürmer Robbie Keane geäußert und wird nun ebenfalls angezeigt.

"Benitez hat erst kürzlich bezüglich Robbie ähnliche Kommentare abgegeben, deswegen haben wir vergangene Woche auch Beschwerde gegen Liverpool eingelegt", meinte Levy. Sein Problem: Sowohl Berbatow als auch Keane haben ihm bereits mitgeteilt, den Verein unbedingt verlassen zu wollen.

Daniel Levy beklagt "schändliches Verhalten"

Das sei aber nur das Ergebnis der Abwerbeversuche gewesen. Man habe den Spielern soweit den Kopf verdreht, dass sie nun einen negativen Einfluss auf alle Spieler der Spurs ausüben würden.

"Das Verhalten der beiden Klubs war schändlich", beschwerte sich Levy. "Wir haben beiden Vereinen frühzeitig mitgeteilt, dass wir kein Interesse daran haben, Robbie oder Dimitar zu verkaufen und dass sie es unterlassen sollen, den Spielern Angebote zu machen. Beide Vereine haben das einfach arrogant ignoriert."

Von der Premier League und den beiden beklagten Vereinen gibt es bislang noch keine Stellungnahme.

SPOX

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