Montag, 12.05.2008

ManUnited feiert 17. Meistertitel

Die Warnung kommt per SMS

München - Mit dem breitesten Lächeln im Gesicht und der neuen, glänzenden Medaille des Premier-League-Champions um den Nacken schritt Sir Alex Ferguson durch die Katakomben des JJB Stadiums zu Wigan. Kurze Zeit zuvor hatte der 66-Jährige seinen zehnten Meistertitel mit Manchester United unter Dach und Fach gebracht.

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© Getty

Durch Tore von Cristiano Ronaldo und Ryan Giggs gewannen die Red Devils mit 2:0 in Wigan, während der FC Chelsea an der heimischen Stamford Bridge nicht über ein 1:1 gegen Bolton hinaus kam. Dem Ballack-Klub hätte allerdings auch ein Sieg angesichts des weitaus schlechteren Torverhältnisses nicht zum Titel gereicht.

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Stattdessen feierte Manchester United seine fünfte Titelverteidigung seit der Gründung der Premier League 1992. "Wir haben es verdient, den Cup zu holen, denn wir haben das beste Team, das in der Premier League den besten Fußball gezeigt hat", meint Cristiano Ronaldo.

"Werden Rekord einstellen"

Manchesters Superstar erzielte gegen Wigan seinen 31. Treffer in 34 Einsätzen. So viele Saisontore hatte in England zuletzt 1995/96 Stürmerlegende Alan Shearer für die Blackburn Rovers erzielt.

Für die herausragende Saison gab's nach Spielende für Ronaldo noch ein Extralob vom Chef: "Eine dermaßen hohe Treffsicherheit ist für einen Flügelspieler einfach sensationell", schwärmte Ferguson.

Doch nicht nur seinen Superstar, sondern das komplette Team sieht der ManUnited-Coach ganz oben auf seiner persönlichen Bestenskala: "Wenn wir jetzt noch die Champions-League gewinnen, dann muss man wohl sagen, dass es das beste Team ist, das ich je trainiert habe."

Neben dem großen Ziel des Champions-League-Gewinns schielt Sir Alex noch auf einen zweiten großen Coup. Mit 17 Meisterschaften ist United nur noch einen Titel von Rekordchampion FC Liverpool entfernt. "Ich denke, dass dieses Team den Rekord einstellen wird, denn die Mannschaft ist noch jung und immer noch in der Entwicklung", sieht Ferguson in die Zukunft.

Grant erster Gratulant

Zur Frage, ob die gelungene Meisterschaft ihn in seiner Entscheidung gestärkt hätte, sein Engagement in Manchester weiterzuführen, antwortete Ferguson süffisant: "Ich bin sehr stolz, dass ich so lange überlebt habe. Und was wäre ich ohne all das hier. Meine Frau Cathy jagt mich jeden morgen um sieben Uhr aus dem Haus und ich will mir nicht ihren Zorn zuziehen."

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Einer der ersten Gratulanten zum Titel war brisanterweise Blues-Coach Avram Grant. "Ich habe Alex nach dem Spiel eine SMS geschrieben und ihm zum Titel gratuliert. Sie haben eine starke Saison gespielt", so der Israeli.

Aber in gewohnt trockener Manier fügte Grant im Hinblick auf das Finale um die Champions-League noch hinzu: "Ich habe ihm zwar alles Gute gewünscht. Aber morgen werde ich ihm eine weitere Nachricht schicken, um ihm zu sagen, dass ich ihm für das nächste Spiel nichts Gutes wünsche."

Revanche in Moskau

Dieses "nächste Spiel" steigt dann am 21. Mai. Im Champions-League-Finale haben die Blues die Chance zur Revanche - diesmal im direkten Duell.

Während ManUtd. in Hochstimmung in die russische Hauptstadt reist, muss sich Ballacks Team nicht nur um Kapitän John Terry, sondern auch um Didier Drogba Sorgen machen.

Neben Michael Ballack gehörte der Stürmerstar von der Elfenbeinküste zuletzt zu Chelseas auffälligsten Akteuren, ließ gegen Bolton aber große Chancen aus und musste nach einem Schlag aufs Knie wiederholt mit Eis behandelt werden. "Natürlich bin ich im Finale dabei, das ist selbstverständlich", gibt sich der Ivorer kämpferisch.

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Chelsea kämpferisch

Und auch die Verletzung von Kapitän Terry ist offenbar doch nicht so schlimm, wie vorerst angenommen. Der 27-Jährige zog sich entgegen ersten Angaben keine Brüche am Arm zu und will damit sogar im Champions-League-Finale einlaufen: "Ich denke, für das Spiel in Moskau werde ich fit sein."

"Es ist nichts gebrochen", bestätigte der Verteidiger zuversichtlich. "Es ist zwar jetzt einfach zu sagen, aber der Champions-League-Titel fehlt mir noch in meiner Sammlung. Den will ich mehr als alles andere."

Ob Sir Alex Ferguson in der Nacht des 21. Mai ebenso grinsend durch die Katakomben des russischen Luschniki-Stadions schreiten kann, liegt nicht zuletzt daran, wie Chelsea die verpasste Meisterschaft verkraftet.

"Hätten wir den Titel verspielt, dann wäre es sehr schwer geworden. So sind wir aber pyschologisch im Vorteil", meint Ferguson. Nutzt sein Team diesen Vorteil aber nicht, wird Sir Alex sein Lächeln wohl gefrieren.

 

Torsten Adams

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