Die Milliardäre schweigen

Oder eine glatte Lüge

Von Stefan Moser
Donnerstag, 10.01.2008 | 12:41 Uhr
benitez, liverpool, fans
© Getty
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München - Die trotzige Beharrlichkeit, mit der sich die Chefetage des FC Liverpool weigert, zur Zukunft ihres Trainers Stellung zu nehmen, lässt eigentlich nur einen Schluss zu: Die Tage von Rafael Benitez an der Anfield Road sind endgültig gezählt - spätestens im Sommer.

In der Nacht auf Mittwoch traf sich der Sportdirektor der Reds, Rick Parry, mit den beiden amerikanischen Klubbesitzern Tom Hicks and George Gillett in den USA zu einer "turnusmäßigen Besprechung".

Nach Angaben von Parry stand dabei "nur ein einziges Thema auf der Tagesordnung", nämlich zwei alternative Entwürfe für das geplante neue Stadion in Liverpool.

Das Meeting in New York dauerte geschlagene neun Stunden, und dass es Benitez dabei nicht auf die Agenda geschafft haben soll, ist entweder fahrlässig - oder eine glatte Lüge.

Klinsmann in den Startlöchern

Denn schon seit Tagen halten sich in Liverpool Gerüchte, der Abschied des Trainers sei im Grunde bereits beschlossene Sache, als möglicher Nachfolger stehe Jürgen Klinsmann in den Startlöchern (SPOX.com berichtete).

Am Wochenende nun spitzte sich die Situation zu, als Benitez selbst in diversen Sonntagszeitungen mit seiner Angst zitiert wurde, die Klubführung würde ihn entlassen, "wenn wir nicht um den Titel mitspielen können oder gegen Inter Mailand aus der Champions League fliegen".

Zwar dementierte der Spanier postwendend die Meldung - er sei "während eines privaten Gesprächs mit Journalisten missverstanden" worden - doch der Druck auf seine Person nimmt weiter zu.

Inzwischen spekulieren englische Medien bereits darüber, dass Benitez schon vor dem Ende der Saison gehen muss, zumal es in den letzten Wochen in Liverpool sportlich weiter bergab ging.

Im Pokal blamierten sich die Reds mit einem 1:1 beim Drittligisten Luton Town. Benitez, der unter anderem wegen seiner exzessiven Rotation in der Kritik steht, schonte dabei gleich acht Stammspieler. In der Premier League liegt Liverpool mit bereits zwölf Punkten Rückstand auf Tabellenführer Arsenal auf Platz fünf.

Verzweifelte Liebeserklärungen

Seither vergeht im Nordwesten Englands kein Tag mehr, an dem Benitez nicht die eine oder andere verzweifelte Liebeserklärung an Liverpool abgibt. "Ich liebe die Fans, den Verein, die Stadt. Ich will hier bleiben", sagte der 47-Jährige zuletzt.

Sein Problem: Die Ansprechpartner Nummer eins in dieser Angelegenheit antworten nicht. Hicks, Gillett und Parry schweigen sich hartnäckig aus. Obwohl nicht nur Benitez, sondern auch die Presse und allen voran die Fans auf ein Statement warten, verweigern die Verantwortlichen die Aussage.

Vor allem aber verweigern sie ein Bekenntnis zum Trainer, der so von Tag zu Tag mehr unter Druck gerät. Dass Benitez in der Winterpause mit dem Slowaken Martin Skrtel noch seinen Wunschspieler für immerhin knapp 10 Millionen Euro verpflichten durfte, kann zwar als Indiz dafür gelten, dass Liverpool noch längerfristig mit seinem Trainer plant.

Andererseits aber bewegt sich derzeit wenig in Sachen Javier Mascherano - für Benitez eine Schlüsselpersonalie. Der Argentinier spielt derzeit auf Leihbasis in Liverpool, eine endgültige Verpflichtung würde wohl knapp 25 Millionen Euro kosten.

Hicks und Gillett weigern sich bis dato den Transfer zu finanzieren, woraufhin Benitez wissen ließ, die beiden hätten "keine Ahnung vom europäischen Transfermarkt". Das war schon vor gut sechs Wochen, seither herrscht Funkstille zwischen den beiden US-Milliardären und ihrem Trainer.

"Mourinho liebt den englischen Fußball"

Dafür spekulieren englische Meiden bereits fleißig über mögliche Nachfolger für Benitez. Neben Jürgen Klinsmann - angeblich ein persönlicher Freund von Gillett - steht Jose Mourinho dabei hoch im Kurs.

"Liverpool ist zwar nicht dasselbe wie London, aber Jose liebt den englischen Fußball", zitiert "The Guardian" einen Freund des Portugiesen, "im Augenblick ist es das Beste einfach abzuwarten."

Das gilt wohl auch für Benitez - etwas anderes bleibt ihm gar nicht übrig.

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