Oh Dear, du fröhliche

Von Wolff Fuss
Freitag, 21.12.2007 | 12:08 Uhr
Arsenal, Chelsea
© Getty
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München - Die Bundesliga schlummert gemütlich unterm Tannenbaum, und erholt sich. Von zu vielen Spielen und einem übervollen Terminkalender, so heißt es. Die Spanier machen zwei Wochen auf "Stille Nacht".

"Einsam wacht" nur die Premier League. Die lässt es über die Feiertage mal so richtig krachen. Vier Spieltage zwischen dem 22. Dezember und dem 2. Januar.

Also während die einen zurückfahren, erhöhen die Engländer die Schlagzahl. Es heißt, man kann über die Feiertage die Meisterschaft nicht gewinnen, aber man kann sie verlieren. Hört sich fast nach einer philosophischen Dimension an.

Ist aber doch durchaus plausibel. Nehmen wir beispielsweise den FC Liverpool: Zuletzt drei Pflichtspielniederlagen in Folge, wenn die sich jetzt über die Feiertage eine ernsthafte Krise ans Bein binden lassen, müssen sich die Reds einmal mehr vorzeitig aus dem Titelrennen verabschieden.

After Christmas-Shopping-Tour

Für die Großen vier der Liga geht es in erster Linie darum, die Tage so unbeschadet wie möglich zu überstehen und das betrifft das Punktekonto genauso wie die Verletztensituation.

So ist aus dem Londoner Westen schon wieder ein gequältes Aufstöhnen zu vernehmen: John Terry fehlt dem FC Chelsea für mindestens drei Monate wegen eines Mittelfußbruchs. Didier Drogba hat es noch immer am Knie, Malouda ist seit Wochen nicht fit und Kalou, Obi Mikel und Essien (plus eventuell auch Drogba) verabschieden sich ab Anfang Januar Richtung Afrika-Cup.

Sollten sich weitere Spieler verletzen, bekommt der FC Chelsea ein ernsthaftes Problem. Insofern wird jetzt bei den Blauen schon mal vorsichtshalber geprüft, was Transfermarkt und Finanzen so hergeben.

Mit Anelka klar

Wenn Abramowitsch derartige Gedanken öffentlich macht, klingt das fast wie eine Drohung. Da wird dann schon mal der Gesamtetat eines engagierten Erstligisten binnen vier Wochen auf den Kopf gehauen. Mit Nicolas Anelka soll man bereits klar sein. Für 15 Milliönchen ist er erst der Anfang.

Einem wie Michael Ballack kann eigentlich nichts Besseres passieren, als jetzt diese Fülle an Spielen. Vergangenen Mittwoch feierte er im Ligapokal gegen den FC Chelsea ein passables Comeback, für 22 Minuten gegen den FC Liverpool.

Nach 8 Monaten Pause bekommt er jetzt innerhalb kürzester Zeit genügend Chancen, sich Matchpraxis zu holen. Die braucht er auch, denn ab Januar, muss er dann, aufgrund der Absenzen von Essien und Mikel im Mittelfeld, voll in die Verantwortung gehen. Wenn ihm das gelingt, dann wird das sein Durchbruch in England.

Lehmann besinnlich - Almunia für England?

Für einen anderen deutschen Nationalspieler, Jens Lehmann, so sieht es zumindest im Moment aus, könnte es eine deutlich besinnlichere Zeit werden, unfreiwillig. Er hütet Bank statt Tor und kann eigentlich nur hoffen, dass Manuel Almunia die Tage für herzhafte Fehlgriffe nutzt.

Die Chancen dafür stehen allerdings nicht sehr gut. Er wirkt immer souveräner in seinen Vorstellungen im Arsenal-Tor. Insofern gibt er Arsene Wenger nicht den geringsten Grund, auf dieser Position irgendetwas zu verändern. Aber noch mal, über Weihnachten kann es schnell gehen, und da sich Almunia ja jetzt auch noch fürs englische Nationalteam ins Gespräch gebracht hat - er erwägt im Sommer die englische Staatsbürgerschaft zu beantragen - werden seine Leistungen, gerade auch vom englischen Boulevard, noch gründlicher seziert.

Red-Light Devils

Und Manchester United? Die Red Devils sind im Moment sportlich voll in der Spur, sorgen allerdings außerhalb des Sports für unschöne und traurige Schlagzeilen.

Wer Alex Ferguson kennt, der weiß, das könnte, wenn sich die Vorwürfe wegen Vergewaltigung gegen einen seiner Nachwuchsspieler bestätigen, nicht nur ein juristisches, sondern auch ein vereinsinternes Nachspiel haben.

Is' noch was? "Fab Cap"!

Fab Cap? Na sie wissen schon, das ist der, der mit Handauflegen den Weltmeister für Südafrika formen soll. Na klar, Fabio Capello! Der hat in der vergangen Woche in seiner ersten Pressekonferenz via Dolmetscher zu Protokoll gegeben, er sei der englischen Sprache zwar noch nicht mächtig, wolle sich jetzt aber doch intensiver damit beschäftigen.

Das hat fast etwas Gütiges! Außerdem würde er sich jetzt über die Feiertage, wenn es die Familie zulasse, das ein oder andere Spiel aus der Premier League ansehen. Das nenne ich einen gelungen Einstand!

Bleiben Sie sportlich, auch über die Feiertage,

Wolff Fuss

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