Alexander Hleb exklusiv

"Kuranyis Wechsel hat mich überrascht"

Von Interview: Florian Regelmann
Dienstag, 27.11.2007 | 11:40 Uhr
Alex Hleb, Arsenal
© Getty
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München - Bevor Alexander Hleb zu Arsenal wechselte, wirbelte er vier Jahre lang für den VfB Stuttgart. Von 2001 bis 2005 absolvierte Hleb 131 Bundesliga-Spiele für die Schwaben. 13 Tore und 31 Vorlagen standen in dieser Zeit für ihn zu Buche.  

Im zweiten Teil des SPOX-Interviews äußert sich Hleb zu seinem alten Klub, zu den anderen "Jungen Wiilden" aus Stuttgarter Tagen und erklärt seine "Socken-Taktik".  

SPOX: Sie haben bestimmt noch viel Kontakt nach Stuttgart. Schauen Sie immer gleich nach den Ergebnissen des VfB?

Hleb: Natürlich habe ich noch viele Kontakte. Ich habe auch Premiere und schaue den VfB, wenn ich Zeit habe.

SPOX: Was sagen Sie zur Saison des VfB?

Hleb: Stuttgart hatte letzte Saison genau die Atmosphäre und den Zusammenhalt in der Mannschaft wie bei uns jetzt. Das hat man diese Saison irgendwie am Anfang ein bisschen verloren. Deshalb sind die Probleme gekommen. Aber wenn sie das nun wieder finden, ihr altes Niveau und den alten Teamgeist, jeder für jeden kämpft, dann kommen sie auch wieder nach oben.

SPOX: Insgesamt sieht es international schlecht aus für die Bundesliga. Wie nimmt man das in England auf?

Hleb: In England spricht man natürlich darüber und alle sagen, das Niveau in der Bundesliga ist schlecht. Ich weiß nicht genau. Es ist natürlich schwer, weil Bayern München nicht dabei ist. Die haben die Erfahrung in der Champions League. Es ist schade. Als ich die Gruppe von Stuttgart gesehen habe, habe ich schon gedacht, dass Glasgow Rangers und Olympique Lyon Mannschaften sind, die der VfB normal schlagen kann. Ich habe zuletzt das Spiel von Bremen bei Lazio Rom gesehen. Mein Gefühl war, dass die andere Mannschaft einfach den Sieg mehr wollte als Bremen.

SPOX: Was sagen Sie zum Werdegang der anderen jungen Wilden (Andreas Hinkel, Kevin Kuranyi, Timo Hildebrand) des VfB von damals?

Hleb: Ich habe Andreas beim Spiel gegen Sevilla getroffen. Ich weiß auch nicht. Als wir in Stuttgart zusammen gespielt haben, hat er fantastische Leistungen gezeigt. Ich habe gedacht, Barcelona, Real, alle wollen ihn kaufen. Und auf einmal hat er alles Selbstvertrauen verloren. Ich verstehe nicht, warum das passiert ist. Bei Kevin hat mich sein Wechsel nach Schalke sehr überrascht. Ich habe gedacht, er wechselt zu einem internationalem Topklub. Aber Schalke und Stuttgart sind auf gleichem Niveau. Schalke ist sicher nicht besser als Stuttgart, aber das war seine Entscheidung. Und für Timo ist es ganz schwer. Ich schaue viel spanischen Fußball. Zuletzt hat er ja über 15 Tore gekriegt in den letzten Spielen. Ich habe sein Gesicht gesehen, er ist richtig sauer. Aber solche Phasen gibt es. Es kommen auch wieder bessere Zeiten für ihn.

SPOX: Sind Sie auch in London ein "echter Schwabe" geblieben? Sie brauchen keine fünf Autos in der Garage und wirken sehr bescheiden.

Hleb: Ja, natürlich. Aber bei uns bei Arsenal sind eigentlich alle so.

SPOX: Was hat es eigentlich mit ihren Socken auf sich? Das sind doch Kindersocken.

Hleb: Nein, das ist eine ganz normale Größe. Ich mache die nur selber kleiner, weil ich es einfach nicht mag, wenn die Socken so lang sind und bis zum Knie gehen. Das ist alles. Ich habe so ein viel besseres Gefühl im Fuß. Und Tomas Rosicky hat es mir jetzt schon nachgemacht.

SPOX: Sie sind auch Kapitän der weißrussischen Nationalmannschaft. Mit Bernd Stange haben Sie jetzt einen neuen Trainer. Was ist los in Weißrussland?

Hleb: Das ist sehr schwer. Natürlich haben wir super Talente in der U-16 bis U-21. Aber sie müssten versuchen nach Europa zu kommen. Das ist schwierig, ich weiß das ja selber. Aber es gibt keinen anderen Weg. Wir haben nur vier, fünf Spieler, die in Europa unter Vertrag stehen. Das ist einfach zu wenig. Stange ist ein guter Trainer, aber es ist ganz schwer für ihn, weil wir einfach keine Leute haben. Wir haben nur ganz junge, die aber noch nicht so weit sind und deshalb haben wir auch gegen Luxemburg verloren.

SPOX: Wie geht es Ihrem Bruder Wjatscheslaw, der zusammen mit Ihnen in Deutschland gespielt hat?

Hleb: Er spielt momentan in Kaunas. Aber wenn du nach vorne kommen willst, musst du in einer großen Liga spielen. Er ist auch keine 20 mehr, sondern schon bald 25. Er hat das Talent, aber er muss seine Chance jetzt nutzen.

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