Fussball

"Korruption!" Messi fliegt gegen Chile vom Platz und erhebt schwere Vorwürfe

Von SPOX
Lionel Messi kann es nicht fassen - nach einem Gerangel mit Chiles Gary Medel fliegt er vom Platz.

Für Lionel Messi ist die Copa America in Brasilien mit einer Enttäuschung zu Ende gegangen. Der mehrfache Weltfußballer sah im Spiel um Platz 3 gegen Chile in der Arena Corinthians in Sao Paulo in der 38. Minute die Rote Karte. Anschließend redete er sich seinen Frust von der Seele und erhob schwere Vorwürfe gegen den südamerikanischen Verband CONMEBOL.

Vorausgegangen war ein heftiges Gerangel zwischen Messi und Chiles Abwehrspieler Gary Medel an der Grundlinie und eine minutenlange Unterbrechung, in der Schiedsrichter Mario Diaz de Vivar aus Paraguay alle Hände voll zu tun hatte, die Spieler zur Ruhe zu bringen.

Nach Betrachtung der Videobilder blieb der Unparteiische bei seiner Entscheidung. Neben Messi wurde auch Medel des Feldes verwiesen. Die Rote Karte gegen Messi schien eine überharte Entscheidung zu sein. Der 32-Jährige schien sich lediglich gegen die Rempler und einen angedeuteten Kopfstoß von Medel zur Wehr zu setzen.

"Medel geht bei Zweikämpfen immer an die Grenze. Gelb wäre für beide in Ordnung gewesen, aber gut, vielleicht war ja der Platzverweis gegen mich ja auch von oben gesteuert", sagte Messi und spielte damit auf seine Aussagen nach dem Halbfinale gegen Brasilien an, als er dem südamerikanischen Verband CONMEBOL Korruption vorgeworfen hatte.

"Korruption": Messi erhebt schwere Vorwürfe

Selbiges wiederholte er nach dem Spiel gegen Chile. Er habe die Bronze-Medaille nicht angenommen, "weil ich finde, dass wir nicht Teil dieser Korruption sein sollten. Wir sollten das nicht noch unterstützen, all diese Respektlosigkeiten gegenüber uns. Sie haben uns schon das Finale weggenommen", fluchte "la Pulga".

Dass ihn eine saftige Strafe erwarten dürfte, sei ihm "egal", sagte Messi. "Man muss auch mal die Wahrheit aussprechen, denn so kann niemand den Fußball genießen. Ich hoffe, dass Peru im Finale gegen Brasilien nicht auch noch benachteiligt wird, aber ich bezweifle es. Dieser Pokal ist für die Brasilianer bestimmt."

CONMEBOL reagiert auf Anschuldigungen von Lionel Messi: "Völlig inakzeptabel"

Schon wenige Stunden nach dem Abpfiff reagierte der CONMEBOL-Verband mit einem Statement bei Twitter auf Messis Vorwürfe und sprach von "nicht akzeptierbaren" Aussagen: "Im Fußball verliert und gewinnt man manchmal und das Ergebnis zu akzeptieren ist eine der fundamentalen Säulen des Fair Plays. Gleiches gilt für Schiedsrichterentscheidungen, die menschlich sind und niemals perfekt sein werden."

Besonders der Vorwurf der Korruption stieß den Verantwortlichen böse auf, wie in der Erklärung deutlich wird: "Es ist völlig inakzeptabel, dass ein Wettbewerb, an dem zwölf Nationen teilnehmen, durch solch unbegründete Anschuldigungen in ein falsches Licht gestellt wird. Die Wahrheit wird hier falsch dargestellt und die Integrität der Copa America infrage gestellt."

Für die Verbands-Bosse sind die Äußerungen von Messi daher "ein Mangel an Respekt gegenüber dem Wettbewerb, allen beteiligten Fußballern und den Hunderten von Angestellten der CONMEBOL."

Erwartet wird nun eine Sperre für zwei Pflichtspiele, theoretisch also beim Doppelspieltag zum Auftakt der südamerikanischen WM-Qualifikation im März 2020. Zuvor testen die Gauchos am 9. Oktober in Dortmund gegen die DFB-Elf.

Agüero und Dybala schießen Argentinien zum Sieg

Für Messi war es im 135. Länderspiel die zweite Rote Karte gewesen. Die erste stammt aus einem Freundschaftsspiel im August 2005 gegen Ungarn. Zum Zeitpunkt von Messis Hinausstellung führte Argentinien bereits mit 2:0 durch die Treffer von Gonzalo Higuain und Paulo Dybala. Dem früheren Bayern-Profi Arturo Vidal gelang per Strafstoß lediglich noch Ergebniskosmetik für Titelverteidiger Chile.

Für Messi war der Platzverweis der negative Höhepunkt eines erneut enttäuschenden Turniers mit der argentinischen Nationalmannschaft. Nach der Niederlage im Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien (0:2) war der Traum vom ersten Titel mit der Albiceleste wieder einmal vorzeitig geplatzt.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung