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FC Barcelona: Drei Helden beim Sieg gegen Real - Messi war nur zum Umarmen da

Lionel Messi bedankt sich bei Marc-Andre ter Stegen.

Der FC Barcelona hat dank eines 3:0-Sieges bei Real Madrid das Finale der Copa del Rey erreicht. Während Lionel Messi enttäuschte, überzeugten die beiden ehemaligen Bundesligaspieler Marc-Andre ter Stegen und Ousmane Dembele sowie Torjäger Luis Suarez.

Von Lionel Messi blieben von diesem Pokalhalbfinalrückspiel in Madrid keine Tore oder Assists in Erinnerung wie von den meisten anderen seiner Spiele. Ja nicht einmal so richtig gewiefte Pässe wie von eigentlich allen anderen seiner Spiele. Es blieben stattdessen Bilder in Erinnerung, die ihn beim innigen Umarmen zeigen. Mit seinen Händen stets viel größere Menschen umschließend, auf seinen Lippen ein stolzes Lächeln.

Diese 90 Minuten im Estadio Santiago Bernabeu hatten dem Kapitän des FC Barcelona schließlich bewiesen: Ja, seine Mannschaft kann auch ohne ihn in Glanzform große Spiele gewinnen!

Nach dessen Treffer zum 1:0 umarmte Messi also Luis Suarez, kurz vor dessen Auswechslung umarmte er Ousmane Dembele - und nach dem Spiel schließlich Marc-Andre ter Stegen. Er umarmte die drei Männer, die bei Barcelonas sechstem Copa-del-Rey-Finaleinzug in Folge zu Helden wurden - während Messi die meiste Zeit um den Mittelkreis rotierte und ihn manchmal auch durchquerte.

An keinem einzigen Torschuss war er beteiligt und nur knapp 82 Prozent seiner Pässe kamen an, was der zweitschlechteste Wert aller Barcelona-Feldspieler war. So eine Leistung hatte man von Messi lange nicht mehr gesehen. In den 20 Pflichtspielen zuvor (seit der Rückkehr nach seinem Unterarmbruch) blieb er nur in vier Spielen ohne Scorerpunkt. Insgesamt war Messi in dieser Zeit an 33 Toren direkt beteiligt.

FC Barcelona: Ousmane Dembele stiehlt Vinicius Junior die Show

Diesmal lieferten andere. Etwa Dembele, der in der 50. Minute auf links Dani Carvajal davonlief, den Ball flach in die Mitte legte, wo Suarez zum 1:0 verwandelte. Und 19 Minuten später, als er das Gleiche einfach auf der anderen Seite machte. Nur, dass er diesmal Sergio Reguilon entwischte und Reals Raphael Varane den Ball zum 2:0 ins eigene Tor beförderte.

"Ich denke, dass er einer der Besten der Welt wird", sagte Suarez neulich in einem Interview mit Sport über Dembele. Bei diesem Spiel gegen Real hat er den nächsten Schritt dahin gemacht. Obwohl es zunächst schien, als stehle ihm sein Linksaußen-Pendant bei Real, Vinicius Junior, die Show. Er dribbelte und schoss und dribbelte und schoss, aber irgendwie landete der Ball am Ende nie dort, wo er sollte.

Dembele stach ihn in Sachen Effizienz aus. Für ihn waren es die Assists sieben und acht in dieser Saison. Damit bereitete Dembele bereits so viele Treffer vor wie in der gesamten vergangenen Saison.

Marc-Andre ter Stegen glänzt gegen Real Madrid mit drei Paraden

Am dritten Treffer war Dembele nicht beteiligt, der gehörte Suarez ganz alleine. Sein elftes Tor im 13. Clasico leitete er selbst ein, indem er einen Elfmeter gegen Casemiro herausholte, sich dann den Ball schnappte und schließlich rotzfrech via Panenka über Real-Keeper Keylor Navas ins Tor lupfte. Es war erst der dritte Schuss aufs Real-Tor. Alle drei waren drin.

Barca-Keeper ter Stegen auf der anderen Seite wuchs unterdessen erneut über sich hinaus: einmal machte er sich ganz groß (23., Schuss Vinicius), einmal zeigte er einen Fuß-Reflex (37., Schuss Benzema) und einmal segelte er nur so durch den Strafraum (60., Kopfball Reguilon). Es waren Rettungstaten, als das Spiel noch nicht entschieden war. Als Real die bessere Mannschaft war und ter Stegens Tor phasenweise anlief. "Dann muss ich da sein", sagte ter Stegen danach nur. Und er war da.

"Er hat ein großartiges Spiel gemacht", lobte Barca-Präsident Josep Maria Bartomeu. Bereits in den vergangenen Wochen wuchs ter Stegen stets aufs Neue über sich hinaus. Etwa beim 0:0 bei Athletic Bilbao, als ihn Sport als einen "Torwart wie eine Kathedrale" bezeichnete.

Pique: "Barca ist nicht nur Messi"

Im Bernabeu hielt die Kathedrale ter Stegen den Erschütterungen stand. Der nächste Stabilitätstest steht bereits in zwei Tagen an, wenn es am selben Ort gegen den selben Gegner geht (Samstag, 20.45 Uhr live auf DAZN). Dann steht anders als diesmal nicht der Copa-del-Rey-Finaleinzug auf dem Spiel, sondern ein Neun-Punkte-Vorsprung in der Primera Division. Bald danach geht es für Barcelona im Achtelfinalrückspiel der Champions League gegen Olympique Lyon (Hinspiel 0:0).

Barcelona träumt vom Triple. Und eine wichtige Botschaft auf dem Weg zu dieser Traumverwirklichung hat die Mannschaft an diesem Mittwochabend gesendet: sie kann auch ohne einen Messi in Glanzform große Spiele gewinnen. "Wenn wir Titel gewinnen, liegt es daran, dass das gesamte Team auf dem Niveau ist", sagte Gerard Pique. "Barca ist nicht nur Messi."

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