Fussball

Kevin-Prince Boateng klagt an: Keine Fortschritte im Kampf gegen Rassismus

Von SPOX
Kevin-Prince Boateng spielte letzte Saison für Eintracht Frankfurt.
© getty

Kevin-Prince Boateng hat fehlende Fortschritte im Kampf gegen Rassismus im Fußball angeklagt. Der Mittelfeldspieler, der heute für Sassuolo Calcio aktiv ist und zuvor unter anderem für Eintracht Frankfurt tätig war, ging dabei auch mit der UEFA hart ins Gericht.

"Ich hatte drei oder vier Ideen. Ich habe sie ausgesprochen, darüber diskutiert. Aber am Ende des Tages ist nichts passiert. Nichts hat sich verändert. Es ist einfach Champions League: 'Say No to Racism' Das ist alles", sagte Boateng im Gespräch mit ESPN über sein Zusammenwirken mit FIFA, UEFA und auch der UN.

Vor rund sechs Jahren wurde der ehemalige deutsche U21-Nationalspieler, Sohn einer deutschen Mutter und eines ghanaischen Vaters, bei einem Freundschaftsspiel rassistisch beleidigt und ging nach einigen Minuten vom Platz. Er wurde anschließend in ein Komitee der FIFA berufen, das sich um Rassismus im Fußball kümmern sollte. "Mit der FIFA habe ich schon seit langer Zeit nicht mehr gesprochen", betont Boateng allerdings enttäuscht.

Kevin-Prince Boateng mit Vorwurf gegenüber DFL

"Alles was sich verändert hat, ist, dass der Rassismus jetzt versteckter stattfindet. Es passiert nicht mehr so offensichtlich, die Leute rufen nicht, weil sie wissen, dass es Strafen geben wird. Aber der Rassismus ist immer noch da, es passieren noch immer viele solche Dinge. Das ist traurig."

Boateng wiederholte seine Anschuldigungen gegenüber dem deutschen Fußball: "Wir kämpfen mehr gegen Pyrotechnik als gegen Rassismus. Jemand brennt eine Fackel ab und der Stadionsprecher thematisiert es sofort. Dann gibt es eine Strafe über 20.000 Euro. Aber wenn es rassistische Gesänge gibt, hört das niemand."

Kevin-Prince Boteng: Colin Kaepernick "ist ein Held"

Boateng sprach davon, dass in Deutschland "drei- bis viertausend Menschen" durch die Straßen laufen "und den Hitlergruß zeigen dürfen." Er selbst sei machtlos und wünsche sich mehr Unterstützung aus der Politik: "Ich will in jedem Interview darüber sprechen. Aber wenn es die wichtigen Menschen nicht interessiert, tun die Politiker nichts."

Auch deshalb wünscht er sich Unterstützung. Der Fußball könne einen Colin Kaepernick gebrauchen, sagte Boateng: "Diese Momente brauchen wir, damit wir demonstrieren können, wogegen wir kämpfen. Er hat viele Millionen aufgegeben für das, woran er glaubt. Er ist ein Held. Er ist wie Muhammad Ali."

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung