Mohamadou Idrissou im Interview: "Ohne mich wäre die Freiburger Fußballschule pleite"

Dienstag, 27.03.2018 | 08:47 Uhr
Von 2008 bis 2010 spielte Mohamadou Idrissou für den SC Freiburg.
© getty
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Mohamadou Idrissou hat über ein Jahrzehnt in den deutschen Bundesligen gespielt und gilt vielen als Skandalprofi. Seit Januar schnürt der mittlerweile 38-Jährige die Kickstiefel für den österreichischen Viertligisten Union Hallein.

Im zweiten Teil des Interviews kritisiert Idrissou Stefan Kuntz und sein Ende beim 1. FC Kaiserslautern, spricht über die Wechsel nach Israel und Mazedonien, seine neue Herausforderung in Österreich und den berühmten Freiburger Playstation-Fangesang. Hier geht es zu Teil 1 des Interviews mit Mohamadou Idrissou.

SPOX: Beim FCK blieben Sie zwei Jahre und schossen 30 Tore in 61 Einsätzen, dennoch folgte zur Spielzeit 2014/15 der Wechsel nach Israel zu Maccabi Haifa - Ihr erster Aufenthalt außerhalb von Deutschland nach dem Leihgeschäft mit SM Caen in der Winterpause 2004/05. Wieso sind Sie nicht in der Pfalz geblieben?

Idrissou: Ich habe von Sportdirektor Stefan Kuntz kein neues Angebot erhalten. Er hat nie mit meinem Berater geredet. Am letzten Spieltag wurde ich auch nicht verabschiedet. Plötzlich war ich der Buhmann und es hieß, ich hätte gesagt, dass ich nicht verlängern möchte. Wo soll ich das gesagt haben? Er hätte das ja durch handfeste Beweise belegen können, aber die gab es nicht, weil er nichts unternommen hat. Niemand im Verein wusste davon, es war ein Alleingang von ihm. Wir sind währenddessen sogar auf ihn zugegangen, doch es kam nichts zurück. Dass der Verein in Stefan Kuntz Jahre lang eine einzige Person hat machen lassen, hat bis heute geschadet. Man sieht ja, wo der FCK mittlerweile leider angekommen ist.

SPOX: Ende des letzten Jahres posteten Sie ein Video auf Instagram und boten sich in Kaiserslautern an. Wie ernst war das gemeint?

Idrissou: Das war kein Spaß. Als ich das Video aufnahm, hatte ich noch nicht für mich festgelegt, dass ich künftig nicht mehr in Deutschland spielen möchte. Ich habe gesagt, dass ich mich in der Winterpause fit machen werde und dem FCK helfen möchte, wenn auch der Verein möchte. Es kam aber niemand auf mich zu. Sehr viele Fans wollen, dass ich zurückkehre. Für sie hätte ich das gemacht und würde es auch heute noch machen.

SPOX: Wie traurig macht Sie die sportliche Situation dort?

Idrissou: Ich leide mit dem FCK und hoffe, dass sie noch die Kurve kriegen. Wenn sie absteigen, wird der Verein endgültig am Ende sein - und das nur wegen der Alleinherrschaft einer Person. In Deutschland herrschen innerhalb der Vereine unglaubliche Eitelkeiten. Viele Präsidenten und Manager glauben, der Verein sei ihr eigenes Spielzeug. Wer auch nur irgendwie negativ darüber redet, der wird an anderer Stelle denunziert.

SPOX: Besonders positiv wurde Ihr Wechsel damals nach Israel auch nicht besprochen. Wieso Maccabi Haifa?

Idrissou: Ich hatte schon als Kind in jedem Land einen Lieblingsklub. Ich weiß nicht warum, aber in Israel war es Maccabi Haifa. Sie hatten mir schon nach meinem ersten Jahr beim FCK ein Angebot gemacht, aber ich hatte einen Vertrag und versprochen, es nach dem knapp verpassten Aufstieg in die Bundesliga ein weiteres Mal zu versuchen. Das hat leider wieder nicht geklappt. Dann bekam ich vom FCK kein neues Angebot, von Maccabi aber schon - also bin ich dorthin gewechselt.

Idrissou über die Alarmsirene in Israel und seinen Wechsel nach Mazedonien

SPOX: Wer war Ihr Lieblingsklub in Deutschland?

Idrissou: Gladbach, weil mich als Kind immer die Duelle zwischen Gladbach und Dortmund fasziniert haben. Borussia gegen Borussia, diese Spiele habe ich mir früher schon immer angeschaut. 2011 haben wir mit der Borussia 1:0 gegen den BVB gewonnen und ich habe das Tor erzielt.

SPOX: Bei Maccabi war schon kurze Zeit wieder Schluss. Im November 2014 waren Sie dann auf einmal vereinslos. Weshalb kam es dort zur Trennung?

Idrissou: Die Begleitumstände waren nur schwer zu ertragen. Der politische Konflikt war allgegenwärtig. Jeden zweiten Tag ertönte abends eine Alarmsirene über der Stadt und man musste sich in einem kleinen Bunker verschanzen. Ich konnte kaum schlafen. Als meine Mutter das hörte, hat sie mir befohlen, sofort den Vertrag aufzulösen.

Mohamadou Idrissou: Vereine und Statistiken

Saison

Verein

Spiele (Tore)

2001

FSV Frankfurt

18 (15)

2001-2002

SV Wehen

31 (13)

2001-2002

SV Wehen II

1 (2)

2002-2006

Hannover 96

64 (13)

2005

SM Caen (Leihe)

0 (0)

2006-2008

MSV Duisburg

45 (8)

2008-2010

SC Freiburg

74 (25)

2010-2011

Borussia Mönchengladbach

33 (5)

2011-2012

Eintracht Frankfurt

26 (14)

2012-2014

1. FC Kaiserslautern

61 (30)

2014

Maccabi Haifa

5 (0)

2015

KF Shkendija

5 (0)

2015-2016

KFC Uerdingen 05

22 (9)

seit 2018

Union Hallein

SPOX: Wenig später fanden Sie im Januar 2015 einen neuen Verein und unterschrieben beim mazedonischen Erstligisten KF Shkëndija. Wie in Haifa kamen Sie dort aber nur fünf Mal zum Einsatz und standen häufig nicht im Kader.

Idrissou: Der Schauspieler Blerim Destani ist ein Kumpel von mir. Sein Vater ist Besitzer des Militärdienstleisters Ecolog International, der Hauptsponsor des Klubs ist. Sie wollten einen prominenten Namen holen, um damit Werbung für den Verein zu machen und neue Spieler zu gewinnen. Ich habe für ein halbes Jahr zugesagt und dort mehr trainiert als gespielt, weil ich vom mazedonischen Verband lange Zeit keine Spielerlaubnis bekam. Das war völlig mysteriös, denn es lagen alle Unterlagen vor. Erst zum Schluss meiner Zeit habe ich verstanden, wo das Problem lag.

Idrissou über die Krankheit seiner Mutter und das Engagement in Uerdingen

SPOX: Und?

Idrissou: Der Klub kommt aus Tetovo und wurde von Albanern gegründet, die in der Stadt wohnten. Noch dazu ist der Präsident Albaner. In der Liga und vor allem im Verband herrscht ein riesiges Konkurrenzdenken, wenn es darum geht, welche drei Mannschaften die Qualifikation zur Champions und Europa League spielen. Shkëndija war 2011 das letzte Mal Meister gewesen und wollte mit mir Platz eins angreifen, um in die CL-Quali zu kommen. Das wurde aber von den Mazedoniern im Verband verhindert, weil dort der Albaner-Klub Shkëndija nicht so gern gesehen ist. Sie haben mich zwei Mal nach München geschickt, damit ich warum auch immer ein neues Visum hole. Als ich damit zum Verband ging, hieß es, die zuständige Person sei gerade zufällig nicht da und so weiter. Reine Schikane.

SPOX: Haben Sie sich zu der Zeit auch mal mit dem Karriereende beschäftigt?

Idrissou: Nie. Als ich aus Mazedonien zurückkehrte, ging es meiner Mutter schlecht. Wir wussten nicht, was sie genau hat, denn die ersten Untersuchungen ergaben keine endgültige Diagnose. Es hat eine Zeit gedauert, bis klar war, dass es Diabetes war. Sie musste dann dringend operiert werden. Ich bin der älteste Sohn, der hat in Kamerun immer eine besondere Bedeutung. Daher war das für mich in dieser Phase die wichtigste Sache, um die ich mich gekümmert habe.

SPOX: Während dieser Zeit unterschrieben Sie im August 2015 beim damaligen Fünftligisten KFC Uerdingen.

Idrissou: Ich wollte einfach dabei bleiben und nicht gar nichts tun. Ich kannte Präsident Agissilaos Kourkoudialos von Immobiliengeschäften und es kam mir gelegen, dass er mir ein Angebot machte. So konnte ich mich in einer unteren Liga fit halten. Ich habe aber von Beginn an darauf bestanden, dass sie mir keine Steine in den Wege legen, sollte sich ein größerer Klub bei mir melden. Ein halbes Jahr später war Kourkoudialos nicht mehr im Amt und der Russe Mikhail Ponomarev übernahm. Er wollte dann von einer möglichen Freigabe nichts mehr wissen.

Seite 1: Idrissou über das FCK-Ende, die Alarmsirene in Israel und den Uerdingen-Wechsel

Seite 2: Idrissou über den Wechsel nach Österreich, undankbare Freiburg-Fans und die PS3

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