Dimitar Berbatov lässt seine Fußball-Karriere in Indien ausklingen: Nur noch ein Spiel, Mama

Von Christoph Sahler
Montag, 12.03.2018 | 18:24 Uhr
Dimitar Berbatov spielte vier Jahre lang für Manchester United.
© getty
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Über Bayer Leverkusen schaffte Dimitar Berbatov den Sprung in die englische Premier League, wo er acht erfolgreiche Jahre erlebte. Mittlerweile ist der Stürmer 37 Jahre alt und hat sich im letzten Sommer zu einem neuen Abenteuer aufgemacht.

14. Spieltag der Indian Super League, Atletico Kalkutta empfängt die Kerala Blasters. Zur Pause steht es 1:1. Dann, nach gut einer Stunde, kommen die Gäste mal wieder gefährlich vors Tor. Der Ball fällt an der Strafraumgrenze Dimitar Berbatov vor die Füße, Keralas Nummer neun nimmt den Schuss direkt und trifft zur Führung. Es ist Berbatovs erstes Tor für die Blasters.

Ein Jahr lang war Berbatov zuvor vereinslos. Nach einjährigen Stationen in Monaco und bei PAOK Saloniki deutete vieles auf das Karriereende des bulgarischen Rekordtorschützen hin. Er führte Gespräche mit dem FC Sunderland und Swansea City, wollte zurück nach England.

"In meinem Alter geht es nur um Fußball. Nur noch ein bisschen länger spielen, ein Spiel oder ein Jahr. Meine Mannschaftskollegen genießen, den Fußball, das Spielfeld, die Fans. Aber es hat sich nichts ergeben", sagte der 37-Jährige vor gut einem Jahr gegenüber Goals on Sunday.

Berbatov unterschreibt beim indischen Erstligisten Kerala Blasters

Nur noch ein Spiel. Berbatov erinnert an einen kleinen Jungen, der seine Mutter bittet, ihm noch eine letzte Partie auf der Konsole zu erlauben. Dieser Wunsch wurde im August letzten Jahres erhört, als Berbatov beim indischen Erstligisten Kerala Blasters für ein Jahr unterschrieb.

Der Klub aus Kochi, im Süden Indiens, wurde bei der Ankunft des einstigen Topstürmers noch von Rene Meulensteen trainiert, der einst Co-Trainer von Alex Ferguson war. Außerdem kennt Berbatov aus seiner Zeit bei United Innenverteidiger Wes Brown, der ebenfalls in Kerala unter Vertrag steht.

Wahrscheinlich halfen die beiden dabei, Berbatov vom Abenteuer Indien zu überreden. Im Team musste der eigentliche Mittelstürmer sogar seine Position abgeben und wird seit Saisonbeginn im Mittelfeld eingesetzt.

Nachdem die Blasters zu Saisonbeginn schwächelten, wurde Meulensteen durch David James ersetzt, der als Spieler unter anderem beim FC Liverpool und für Manchester City aktiv war.

Fußball im Schatten des Nationalsports

Die indische Liga wurde in den letzten Jahren immer wieder neu aufgelegt, Geldgeber und Teamnamen wechselten. Stars wie David Trezeguet, Florent Malouda und Fabio Cannavaro wurden fürs Karriereende rekrutiert.

Seit 2014 heißt die Liga also Indian Super League und orientiert sich mit ihrem Franchisekonzept an der Major League Soccer in den USA. Die ISL hat sogar dieselben Probleme wie die MLS. Während Amerikaner vorzugsweise Football, Baseball, Basketball oder Eishockey verfolgen, steht in Indien Cricket über allem.

Die Besitzer der ISL-Teams sind ehemalige Cricketspieler, Bollywood-Stars oder - wie im Fall von Atletico Kalkutta - indische Geschäftsleute und die Vereinsführung von Atletico Madrid.

Im Spiel gegen den amtierenden Meister aus Kalkutta, der in dieser Saison allerdings nur Neunter in der zehn Teams umfassenden Liga ist, stand Dimitar Berbatov wieder als Mittelfeldspieler in der Startelf.

"Ich möchte jungen Spielern helfen, sich zu entwickeln. Am Ende geht es immer um das Team", sagte er während seiner Vereinssuche bei BBC Radio.

Diese Aufgabe hat er jetzt bekommen. Der Bulgare soll für die Blasters die Fäden im Mittelfeld ziehen und seinen Mannschaftskollegen mit seiner Erfahrung unterstützen.

Manchester United als Belohnung für alles

Berbatovs Profikarriere begann mit der Jahrtausendwende bei ZSKA Sofia. Mit 18 debütierte er in Bulgariens A-Nationalmannschaft, mit 19 wechselte er zu Bayer Leverkusen.

Unterm Bayer-Kreuz schnürte er fünf Jahre lang seine Schuhe und stand 2002 sogar im Finale der Champions League. Für keinen anderen Klub hat Berbatov so viele Spiele (202) bestritten und so viele Tore (91) erzielt, wie für Bayer 04.

TeamSpieleToreAssists
Bayer Leverkusen2029134
Manchester United1495627
Tottenham Hotspur1024624
FC Fulham54206
AS Monaco53188
PAOK Thessaloniki255-
Kerala Blasters FC7--
Bayer Leverkusen U2376-
ZSKA Sofia4--

Doch die großen Momente seiner Karriere sollten noch folgen. 2006 verließ Berbatov die Bundesliga und wechselte zu den Tottenham Hotspur. Dort gewann er den FA Cup und spielte sich ins Blickfeld von Alex Ferguson.

Die Trainerlegende von Manchester United holte den Mittelstürmer 2008 für 38 Millionen Euro ins Old Trafford. "Als ich bei United unterschrieb, fühlte es sich wie eine Belohnung an für alles, wo ich in meinem Leben durch musste", sagte Berbatov in einem Interview mit ESPN.

"Wenn ich als United-Spieler im Tunnel stand, sah ich Cristiano Ronaldo, Rooney, Giggs, Scholes, Neville, Vidic, Ferdinand, Evra und van der Sar. Und ich sagte mir: 'Berba, diesen Moment musst du für immer festhalten, mein Freund.' Und dann schaute ich auf den Gegner. Er war bereits geschlagen."

Mit den Red Devils gewann er dreimal die englische Meisterschaft, zweimal den FA Cup und 2011 sogar die Trophäe des Torschützenkönigs.

Berbatov: Immer noch nicht am Ende

Über die kurzen Stationen Fulham, Monaco und Saloniki verschlug es Berbatov also nach Indien, wo er in dieser Saison zumindest in der Region Kerala den ein oder anderen für Fußball begeistern konnte.

Die Saison ist für die Kerala Blasters und ihren Starstürmer jedenfalls schon wieder beendet. Das Team verpasste als Sechster den Einzug in die Playoffs.

Mit Trainer James kam Berbatov jedenfalls alles andere als gut zurecht. Bei Instagram postete er kurz nach dem letzten Saisonspiel der Blasters ein Foto von sich und bezeichnete seinen Coach als "schlechtesten Trainer aller Zeiten".

Sollte der Post tatsächlich ernst gemeint sein, dürften sich die Wege von Spieler und Klub wohl wieder trennen. James bekam nämlich nach Saisonende direkt einen neuen Vertrag.

Im Spiel gegen Kalkutta kassierten sie am Ende noch den Ausgleich zum 2:2 und konnten in den vier darauffolgenden Partien den Rückstand auf Platz vier nicht mehr aufholen. Das Duell wird Berbatov aber dennoch in Erinnerung bleiben. Als das Spiel, in dem er sein Debüttor in Indien erzielte.

Außerdem begegnete er noch einem alten Weggefährten aus seiner Zeit bei Tottenham, der bei Kalkutta unter Vertrag steht - dem irischen Stürmer Robbie Keane.

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