Schäfer neuer Coach von Esteghlal

SID
Mittwoch, 04.10.2017 | 11:57 Uhr
Winfried Schäfer auf einer Pressekonferenz
© getty
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Achte Auslandsstation für Winfried Schäfer: Der Ex-Coach von Jamaika heuerte beim iranischen Traditionsklub Esteghlal aus Teheran an.

Teheran/Köln (SID) Winfried Schäfer war schwer beeindruckt. "Es ist ein wunderschönes Land, in dem unglaubliche Begeisterung für den Fußball herrscht", sagte der 67 Jahre alte Fußballlehrer dem SID.

Seit Dienstag ist Schäfer, der bis September 2016 Nationalcoach von Jamaika gewesen war, neuer Trainer des iranischen Erstligisten Esteghlal Teheran.

"Mein Klub, die Blauen, sind so in etwa das Bayern München von Iran", berichtete der einstige Meisterspieler von Borussia Mönchengladbach. Sein erstes Spiel bestreitet er mit seinem neuen Team nach der Länderspielpause am 13. Oktober gegen Foolad FC.

Warmherziger Empfang für Schäfer

Schäfer: "Das große Derby gegen die Roten, Persepolis, findet dann am 27. Oktober statt. Ein brisantes Duell, vergleichbar mit Schalke gegen Dortmund."

Auf seiner Facebook-Seite postete der 67-Jährige ein Foto von der Vertragsunterschrift und kommentierte dies mit den Worten "New challenge", neue Herausforderung. Angeblich soll der erfahrene Trainer im Iran umgerechnet rund 240.000 Euro pro Saison verdienen.

Ihm wurde bei seiner achten Auslandsstation ein warmherziger Empfang bereitet, mit einem großen Blumenstrauß posierte Schäfer vor einem großen Schild mit der Aufschrift "Welcome to Iran".

Nach Jamaika folgt Iran

Als Nationaltrainer von Jamaika, Kamerun und Thailand hat sich Weltenbummler Schäfer international einen Namen gemacht. "Ich habe für zwei Jahre unterschrieben", berichtete der Coach. Allerdings wurde vereinbart, am Ende der Saison Bilanz zu ziehen: "Ich habe keine Lust auf Streit, das ist besser für beide Seiten."

Vor einem Jahr hatten Schäfer und der jamaikanische Verband die erfolgreiche Zusammenarbeit beendet. Immerhin drei Jahre war der temperamentvolle Coach in der Karibik tätig. Die Reggae Boyz führte er 2015 ins Endspiel des Gold-Cups. Im Halbfinale gewann Schäfer damals das deutsche Trainerduell gegen den damaligen US-Coach Jürgen Klinsmann.

Mit Kamerun gewann Schäfer 2002 den Afrika-Cup und nahm auch an der WM teil, wo das afrikanische Team deutscher Gruppengegner (0:2) war. In der Bundesliga hatte sich Schäfer vor allem in seiner Trainerzeit beim Karlsruher SC (1987 bis 1998) einen Namen gemacht. Es folgte ein Kurz-Gastspiel beim VfB Stuttgart.

Schäfer soll Esteghlal aus dem Tabellenkeller bringen

Schäfer freut sich auf die Aufgabe im Iran. Ihm stehen drei Nationalspieler zur Verfügung, die er am Donnerstag im Länderspiel gegen Togo in Augenschein nehmen wird.

Iran hat bereits das WM-Ticket für Russland gelöst. "Ich will mich zunächst darum kümmern, wie es um die Rahmenbedingungen bestellt ist", betonte der gebürtige Mayener.

Zunächst ist er als Motivator gefragt, denn sein Team ist nach schwachem Saisonstart verunsichert, rangiert nach nur einem Sieg aus acht Spielen auf Rang elf der 16er-Liga.

Die Aufgabe des ehemaligen Bundesliga-Profis von Borussia Mönchengladbach, Kickers Offenbach und des KSC ist es, den Klub wieder nach oben zu führen. Die Erwartungshaltung ist hoch.

Bei Esteghlal tritt Schäfer die Nachfolge von Alireza Mansourian an, der aufgrund der schwachen Resultate gehen musste. Im langjährigen Assistenten von Stuttgarts Meister-Coach Christoph Daum, Roland Koch (64), war 2002/03 bereits ein deutscher Chefcoach bei Esteghlal tätig.

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