Aufblühen, weit weg von der deutschen Kälte

Von Christina Stelzl
Mittwoch, 07.06.2017 | 15:30 Uhr
Ciro Immobile scheint bei Lazio Rom endlich angekommen zu sein
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Ciro Immobile wechselte im Sommer 2014 als Torschützenkönig der Serie A zu Borussia Dortmund und sollte dort Robert Lewandowski beerben. Nach einem Jahr als Bankdrücker trennten sich Wege wieder. Zurück in seiner Heimat präsentiert er sich nun wieder in Topform und ist mit 23 Saisontreffern Toptorschütze bei Lazio Rom.

2. Juni 2014 - Borussia Dortmund verpflichtet den damals 24-jährigen Ciro Immobile vom FC Turin. Er sollte eine neue Ära einleiten. Die Ära nach dem großen Robert Lewandowski, der zum FC Bayern München wechselte. In große Fußstapfen musste er dabei treten, denn der Pole verließ den BVB als Torschützenkönig. Für Immobile, der 2014 aufgrund seiner überzeugenden Leistungen auch sein Länderspieldebüt feiern durfte sowie im Aufgebot für die WM in Brasilien stand, legte die Borussia eine Ablösesumme von 18,5 Millionen Euro hin.

Der Mittelstürmer erfüllte sich mit dem Wechsel zum Revierklub einen großen Traum. Bereits Wochen vor der Vertragsunterzeichnung sagte er: "Borussia ist eine sehr bedeutende Mannschaft und für meine Entwicklung wäre es wichtig, in der Champions League zu spielen."

Torschützenkönig der Serie A

Es folgte also der logische Schritt - ein Wechsel ins Ausland zu einem Verein mit internationalem Format. Der in der kleinen Gemeinde Torre Annunziata in der Nähe von Neapel aufgewachsene Italiener war bisher nur in seiner Heimat aktiv. Er begann seine Karriere in der Jugendmannschaft von Juventus Turin und kam über die Serie B-Klubs Siena, Grosseto und Pescara zum FC Genua.

Beim ligurischen Erstligisten deutete er sein Potenzial bereits mit fünf Treffern und drei Vorlagen an, ehe er ein Jahr später beim FC Turin durchstartete. Der Rechtsfuß sicherte sich mit 22 Treffern die Torjägerkanone, noch vor den Weltstars Luca Toni, Carlos Tevez und Gonzalo Higuain.

In Dortmund angekommen schwärmte sein damaliger Trainer Jürgen Klopp sofort von Immobile: "Er hat die perfekten Maße und ist ein Kraftpaket, das Tore aus allen Lagen gemacht und bisher in einer Mannschaft gespielt hat, die mit am laufintensivsten im italienischen Fußball agierte." Tempofußball - man hätte meinen können, Immobile passt wie die Faust aufs Auge zu den Schwarz-Gelben.

Immobile: "Die Deutschen sind kalt"

Doch aus dem erhofften Lewy-Ersatz und neuem Sturmjuwel wurde schnell ein Bankdrücker mit lediglich drei Saisontreffern. Anfangs noch in der Startelf, war vor allem an Pierre-Emerick Aubameyang im weiteren Verlauf der Saison kein Vorbeikommen. Der Gabuner, der ebenfalls im Sommer 2013 nach Dortmund wechselte, lief Immobile in der Bundesliga mit 16 Saisontoren schnell den Rang ab.

Lediglich in der Champions League zeigte Immobile seinen Torriecher und überzeugte mit vier Treffern. Geholfen hat es ihm nichts. "Ich habe vier Tore in der Champions League erzielt und wurde dann auf die Bank gesetzt".

Ein weiterer Faktor für die gescheiterte Beziehung war, dass sich Immobile in Deutschland nie richtig wohlfühlte. Der temperamentvolle Italiener vermisste vor allem die Wärme im Umgang der Menschen. Gegenüber der SportWeek verriet er: "Die Deutschen sind kalt, da kann man nichts machen". Auch in Sachen Gastfreundschaft war Immobile anderes gewohnt. Denn seit seinem Wechsel hat ihn "kein Teamkollege zu sich nach Hause zum Abendessen eingeladen".

Rückkehr an alte Wirkungsstätte

Folgerichtig endete das Intermezzo beim BVB, trotz gültigen Vertrag bis 2019, nach nur einem Jahr. Nach einem kurzen Abstecher nach Spanien zum FC Sevilla, wo Immobile ähnlich erfolglos agierte, zog es den Mittelstürmer letztendlich zurück nach Italien. Als Leihspieler kickte er ein halbes Jahr für seinem alten Arbeitgeber FC Turin, seit Sommer 2016 steht der mittlerweile 27-Jährige bei Lazio Rom unter Vertrag.

Die Verantwortlichen der Biancocelesti stellten ihn mit der Verpflichtung abermals in seiner Karriere vor eine Herkulesaufgabe. Diesmal sollte er das Erbe von Ex-Nationalspieler und Weltmeister Miroslav Klose, der im Sommer 2016 seine Karriere bei Lazio beendet hatte, antreten. eine Plan, der aufging.

"Er tut uns sehr gut"

Gleich im ersten Saisonspiel glänzte Immobile mit einem Treffer und einer Torvorlage - ein Einstand nach Maß, den sein neuer Trainer Simone Inzaghi sofort ins Schwärmen brachte: "Er tut uns sehr gut. Seit seiner Ankunft bringt er Top-Leistungen. Er ist ein Spieler, den ich unbedingt wollte".

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Mit 23 Saisontreffern landete der Toptorschütze des Hauptstadtklubs am Ende der Saison auf Platz sechs der Torjägerliste. Zudem schoss immobile Lazio fast im Alleingang ins Finale der Coppa Italia.

In Rom spüre der Mittelstürmer nun endlich volles Vertrauen, was ihn "sehr glücklich macht". Er scheint dort nach vergeblichen Anläufen in Deutschland und Spanien sein Glück gefunden zu haben: "Ich bin wieder ich selbst. Der Torjäger, der ich schon immer gewesen bin."

Ciro Immobile im Steckbrief

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