Rohes Fleisch durch die Nase

Von Oliver Birkner / Frank Oschwald / Dominik Stenzel
Montag, 30.01.2017 | 14:43 Uhr
Pepe spielt gerne mit Puppen

Die Filmbranche wildert schon wieder in der Glitzerwelt des Fußballs. Die Wahl der Produzenten für den mächtigen und muskulösen Superhelden ist allerdings diskutabel. In Italien kickt die schlechteste Mannschaft der Welt und in England bekommt Klopp die volle Breitseite.

Serie A

Von Oliver Birkner

Faust des Spieltags: Es war einer dieser Tage zum Vergessen. Denn die kalte Dusche, mit der Lazio in der 90. Minute die 0:1-Niederlage gegen Chievo kassierte, führte zu einer turbulenten dritten Halbzeit. Einer der Tifosi lehnte sich über die Balustrade und ging den Römer-Kapitän Lucas Biglia mit deftigen Beleidigungen und Spuckattacken an. Der tobende Argentinier konnte gerade noch energisch von den Ordnungskräften zurückgehalten werden, bevor er den Schuldigen persönlich exekutierte. Auf der Tribüne formte sich derweil ein Tohuwabohu um den Anhänger, an dem unter anderem Biglias Frau und Lazios Nachwuchsprofi Mamadou Tounkara beteiligt waren. Der 21-jährige Spanier senegalischer Herkunft, der 2012 aus Barcas-Jugendakademie nach Rom kam, realisierte die Gelüste seines Capitano und verpasste dem Tifoso einen satten Faustschlag. Beide wurden kurzfristig in Polizei-Gewahrsam genommen. Tounkara erhält nun wohl ein einjähriges Verbot, jedwede Sportveranstaltung zu besuchen. Kurioserweise dürfte "The Hammer" Tounkara allerdings auf dem Rasen eingesetzt werden.

Transfercoup des Spieltags: Ehre, wem Ehre gebührt, und so erhielt Gigi Buffon am Samstag allerhand Glückwünsche zu seinem 39. Geburtstag. "Du stoppst offensichtlich auch die Zeit, grande Capitano!" schrieb Mitspieler Paulo Dybala, der bei Buffons Debüt in Parma gerade zwei Jahre zählte. Mittlerweile pariert der Torhüter seit über 15 Jahren für Juve. Im insgesamt 990. Karrierespiel (inklusive Nationalelf) machte Gegner Sassuolo dem ewigen Gigi freilich ebenfalls ein nettes Präsent und prüfte ihn kein einziges Mal ernsthaft. Seine Kollegen sorgten währenddessen rasch für klare Verhältnisse.

Unter anderem traf Gonzalo Higuain nun an sechs Spieltagen in Folge. Apropos Higuain. Auf der Zielgeraden des Wintermarkts durfte natürlich die begehrte italienische Transfer-Scoop-Bombe nicht fehlen. "Wir schalten schnell noch einmal ins Stadion, wo heiße Juve-Neuigkeiten warten", hieß es im TV. Trommelwirbel! "Ich habe soeben mit Higuain gesprochen", sagte der Reporter. "Und er fragte, ob ich wüsste, wohin sein Ex-Napoli-Kumpel Gabbiadini wechselt." Der Kracher-Coup des Wochenendes.

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Altro? Im europäischen Panorama gibt es sie tatsächlich, die noch schlechteren Klubs als den HSV. Aufsteiger Pescara beispielsweise. Der Tabellenletzte verlor tapfer 0:3 bei Inter und muss weit zurückblättern, um den letzten sportlichen Erfolg in der Serie A aufzustöbern. Der gelang am 6. Januar 2013 beim 2:0 in Florenz. Seither sammelte man in der Beletage charmante 31 Niederlagen und acht Remis. Die einzigen drei Zähler errang das Team in der Hinrunde bei Sassuolo am grünen Tisch. Trainer Massimo Oddos Analyse erklärte die laufende Misere messerscharf: "Vorne fehlen uns einfach die fehlenden Tore."

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