Fussball

Männlichster! Medizinkoffer! Ever!

Von Oliver Birkner / Frank Oschwald / Dominik Stenzel
Mmmmmmmmm! Jamon! Jamon! Jamon!

Ein spanischer Drittligist stellt den Clasico in den Schatten - mit einem Medizinkoffer. In der Serie A verkauft ein Schwabe in unterschiedlichen Farben Socken und auf der Insel prügeln sich Vier- und Fünfjährige. Die Blitzlichter aus Europa.

Serie A

Von Oliver Birkner

Sockenverkäufer des Spieltags: Bis zum Derby am Sonntag hatte sich die Lazio-Nordkurve im Boykott regelmäßig durch gähnende Leere ausgezeichnet. Das passte freilich hervorragend zu den leeren Köpfen mancher Laziali. Vor dem Duell mit der Roma diktierten einige Ultra-Anführer ihrem Team, für "gebrochene Knöchel" beim Gegner zu sorgen, denn das Derby sei für sie keine Schlacht, sondern "ein ethnischer Krieg". Willkommen im Jahr 2016, solch hohle Parolen haben kürzlich ja auch eine recht signifikante Wahl gewonnen. Lazios Senad Lulic, von Beruf mäßig begabter Fußballprofi, nahm sich die Gesinnung jener Tifosi besonders zu Herzen.

Nach der 0:2-Niederlage analysierte der Bosnier: "Bis vor zwei Jahren verkaufte Antonio Rüdiger in Stuttgart auf der Straße Socken und Gürtel und jetzt macht er einen auf Phänomen." So sieht's mal aus. Was erlaube Rüdiger? Der Klub beeilte sich mit einer raschen Entschuldigung aus der Bredouille herauszukommen, Lulic dachte nicht daran und erklärte später feinsinnig: "Wieso soll ich mich entschuldigen? Das war nicht rassistisch, denn auch Weiße verscherbeln Socken." Der Satz spricht für sich. Lulic drohen in einem Nachspiel nun mindestens fünf Spiele Sperre. Rüdiger hatte im Vorfeld der Zeitung "Il Tempo" etwas provokant erzählt: "Ich kenne Lazio und den Trainer nicht wirklich gut." Das dürfte sich jetzt geändert haben und womöglich kann der Deutsche Lulic sogar noch ein paar günstige Kleidungsstücke jedweder Couleur besorgen.

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Kardinal des Spieltags: Einen ganz besonderen VIP-Fan feierten die Neapolitaner per Spruchband im Stadio San Paolo: "Cardinale Voiello, einer von uns!" Besagter Kardinal ist fiktiver Charakter der Sky-Serie "The Young Pope" und darin brennender Napoli-Anhänger, der auch schon mal im azurblauen Trikot durch die Vatikan-Gemächer spaziert. Er besitzt drei Handys mit den Covern von Lorenzo Insigne, Gonzalo Higuain und Marek Hamsik, die er als "die wahre Dreifaltigkeit" propagiert. Einen römischen Lokalbesitzer, der Maradona verbal attackierte, stellte Voiello ins Achtung mit: "Du Pimmelkopf, wage es nie mehr, Gottes Namen zu missbrauchen!" Vatikan und Napoli, das passt einfach. Bereits vor Jahren feierten die Tifosi Neapels Erzbischof Crescenzio Sepe mit dem Sprechchor: "Einen Kardinal, es gibt nur einen Kardinal!" Sepe hatte dem Klub damals nach erfolgreichem Blutwunder eine große Saison prophezeit, die tatsächlich mit der Königsklassen-Qualifikation endete. Amen.

Altro? Zwei Aussetzer in Folge von Juve? Gibt's nicht. Nach dem 1:3-Blackout in Genua planierte der Meister das Team der Stunde, Atalanta. Die Nachricht an die Serie A lautete: Juventus nimmt keine Gefangenen. Die Entourage der Chefetage sieht die Sache freilich etwas differenzierter. Lapo Elkann, ein Enkel der Agnelli-Familie, die Juve kontrolliert, brach kürzlich zu einer USA-Reise auf - "wegen innovativer Business-Projekte", wie er angab. Die diskutierte Elkann zwei Tage lang in einem New Yorker Hotel verschanzt mit den innovativen Partnern Trans-Escort, Alkohol, Koks und Gras bis die Business-Kasse leergefegt war. Kein Problem. Lapo kontaktierte Turin, fingierte seine eigene Geiselnahme und bettelte um schnellste Überweisung von 10.000 Dollar Ablöse. Doch bekanntlich verhandelt Juventus nicht. So kontaktierte die Familie umgehend die Polizei, die Elkann und die Escort bei versuchter Geldabholung in Empfang nahm. Man darf auf Lapos weitere Projekte gespannt sein.

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