Dienstag, 29.11.2016

Chapecoense auf Weg zum Finale der Copa Sudamericana

Flugzeug mit Erstligisten abgestürzt

Brasiliens Fußball liegt in tiefer Trauer: Bei einem Flugzeugunglück in Kolumbien kam ein Großteil der brasilianischen Profimannschaft Chapecoense ums Leben. Die Reise, die für den Klub zum größten Erfolg der Vereinshistorie werden sollte, endete in einer Tragödie.

Die Mannschaft von Chapecoense im Halbfinale der Copa Sudamericana
© getty
Die Mannschaft von Chapecoense im Halbfinale der Copa Sudamericana

Brasiliens Regierung verhängte eine dreitägige Staatstrauer. Auch FIFA-Chef Gianni Infantino nahm Anteil: "Das ist ein sehr, sehr trauriger Tag für den Fußball. In dieser schweren Zeit sind unsere Gedanken bei den Opfern, ihren Familien und Freunden."

Chapecoense befand sich auf dem Weg nach Medellín, um dort am Mittwoch das Final-Hinspiel in der Copa Sudamericana gegen Atlético Medellín zu bestreiten, als rund 50 Kilometer vor Kolumbiens zweitgrößter Stadt die Maschine am Montagabend abstürzte.

Insgesamt hatten sich neun Besatzungsmitglieder und 72 Passagiere an Bord befunden: Nach ersten Informationen starben 75 Menschen, sechs wurden lebend geborgen. Unter ihnen sollen sich nach Medienberichten vier Spieler befinden.

Demnach handelt es sich um die Abwehrspieler Alan Ruschel und Neto sowie die beiden Torhüter Danilo und Follmann. Auf der Passagierliste hatte auch der Ex-Hoffenheimer Matheus Biteco gestanden. Der 21-Jährige war vom Bundesligisten Anfang des Jahres für die Rückrunde ausgeliehen worden, kam aber zu keinem Einsatz.

Absturzursache noch unklar

Der Flughafen von Medellín gab bekannt, dass die Maschine - eine Avro RJ der bolivianischen Fluggesellschaft Lamia - gegen 22 Uhr wegen eines elektronischen Fehlers einen Notfall gemeldet hatte. Man wisse aber noch nicht, "ob dem Flugzeug das Benzin ausgegangen ist, es einen technischen Defekt gab oder ob das schlechte Wetter die Ursache war", sagte Elkin Ospina, Bürgermeister von La Ceja, der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Der Klub, der aus der Stadt Chapecó im südbrasilianischen Bundesstaat Santa Catarina stammt, war erst 2014 als Zweiter der Série B in Brasiliens Top-Liga aufgestiegen. Der Titel in der Copa Sudamericana, dem zweitwichtigsten kontinentalen Wettbewerb hinter der Copa Libertadores, wäre für den Verein der größte Erfolg in der erst 1973 begründeten Vereinsgeschichte gewesen.

Final-Gegner Atlético Nacional sprach umgehend nach dem Unglück via Twitter sein Beileid aus: "Wir bedauern zutiefst das Unglück und solidarisieren uns mit Chapecoense." Der südamerikanische Fußballverband Conmebol sagte das Finale des Vereinswettbewerbs ab. Auch der brasilianische Fußball-Verband CBF war tief bestürzt: "Wir drücken unsere Solidarität aus und beten für die Passagiere und die Besatzung des Fluges."

ManUnited spricht Beileid aus

Der Absturz ist nicht das erste schwere Flugzeugunglück, das einen Profi-Fußball-Verein betrifft. Am 4. Mai 1949 waren 15 Spieler des italienischen Meisters FC Turin ums Leben gekommen. Neun Jahre später explodierte am 6. Februar 1958 eine Maschine mit der englischen Fußballmannschaft Manchester United in München beim Startversuch. Damals starben 23 Menschen, darunter acht Spieler, drei Offizielle sowie Fans und Journalisten.

Der Klub aus der Premier League bekundete via Twitter seine Bestürzung über das Unglück in Kolumbien: "Unser Beileid an Chapecoense nach dem tragischen Flugzeugabsturz. Mögen die Verstorbenen in Frieden ruhen. Was für ein schreckliches Ereignis."

SPOX

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