Philippinen-Coach Thomas Dooley im Interview

"Fühlte sich an wie ein Lotterie-Gewinn"

Von David Helm
Montag, 27.06.2016 | 16:24 Uhr
Thomas Dooley machte 81 Länderspiele für die USA
© getty
Advertisement
Primera Division
Sa20:45
Atletico - Real: Wer siegt im Derbi madrileño?
J1 League
Live
Kobe -
Hiroshima
Primera División
Getafe -
Alaves
Premier League
Arsenal -
Tottenham
Premiership
Ross County -
Celtic
Premier League
Liverpool -
Southampton
Championship
Reading -
Wolverhampton
Primera División
Leganes -
Barcelona
Ligue 1
PSG -
Nantes
Serie A
AS Rom -
Lazio
Premier League
Man United -
Newcastle
Primera División
Sevilla -
Celta Vigo
Championship
Fulham -
Derby County
Ligue 1
Dijon -
Troyes
Ligue 1
Guingamp -
Angers
Ligue 1
Straßburg -
Rennes
Ligue 1
Toulouse -
Metz
Premier League
Leicester -
Man City (DELAYED)
Eredivisie
Breda -
Ajax
Primera División
Atletico Madrid -
Real Madrid
Serie A
Neapel -
AC Mailand
Premier League
West Bromwich -
Chelsea (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Everton (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Malaga -
La Coruna
Serie A
Crotone -
Genua
Super Liga
Ivanjica -
Partizan
Championship
Leeds -
Middlesbrough
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Lokomotiva Zagreb
Ligue 1
Caen -
Nizza
Serie A
Benevento -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Juventus
Serie A
SPAL -
Florenz
Serie A
FC Turin -
Chievo Verona
Serie A
Udinese -
Cagliari
Primera División
Espanyol -
Valencia
Premier League
Zenit -
Tosno
Ligue 1
Lyon -
Montpellier
Premier League
Watford -
West Ham
First Division A
Brügge -
Waasland-Beveren
Superliga
Bröndby -
Nordsjaelland
Primera División
Las Palmas -
Levante
Serie A
Flamengo -
Corinthians
Primera División
Bilbao -
Villarreal
Serie A
Inter Mailand -
Atalanta
Ligue 1
Bordeaux -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Racing
Ligue 1
Amiens -
Lille
Serie A
Hellas Verona -
Bologna
Premier League
Brighton -
Stoke
Primera División
Eibar -
Real Betis
Copa Sudamericana
Libertad -
Independiente
Championship
Ipswich -
Sheffield Wed
Copa Libertadores
Gremio -
Lanus
Indian Super League
Chennai -
NorthEast United
Copa Sudamericana
Flamengo -
Junior
Indian Super League
Kerala -
Jamshedpur
Ligue 1
St. Etienne -
Straßburg
Premiership
Dundee -
Rangers
Premier League
West Ham -
Leicester
Primera División
Celta Vigo -
Leganes
A-League
FC Sydney -
Brisbane
Primera División
Alaves -
Eibar
Championship
Barnsley -
Leeds
Serie A
Bologna -
Sampdoria
Championship
Norwich -
Preston
Primera División
Real Madrid -
Malaga
Ligue 1
Rennes -
Nantes
Serie A
Chievo Verona -
SPAL
Serie A
Sassuolo -
Hellas Verona
Premier League
Liverpool -
Chelsea
Primera División
Real Betis -
Girona
Championship
Sheff Utd -
Birmingham
Ligue 1
Caen -
Bordeaux
Ligue 1
Dijon -
Toulouse
Ligue 1
Metz -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Lille
Ligue 1
Troyes -
Angers
Premier League
Tottenham -
West Bromwich (DELAYED)
Primera División
Levante -
Atletico Madrid
Premier League
Swansea -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Man United -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Watford (DELAYED)
J1 League
Cerezo Osaka -
Kobe
J1 League
Kashima -
Kashiwa
Primera División
La Coruna -
Bilbao
Eredivisie
Excelsior -
PSV
Premier League
Southampton -
Everton
Super Liga
Cukaricki -
Roter Stern
Ligue 1
Nizza -
Lyon
Serie A
Genua -
AS Rom
Serie A
AC Mailand -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Neapel
Primera División
Real Sociedad -
Las Palmas
Ligue 1
Marseille -
Guingamp
Premier League
Huddersfield -
Man City
Serie A
Lazio -
Florenz
Primera División
Villarreal -
Sevilla
Premier League
Burnley -
Arsenal (DELAYED)
First Division A
Brügge -
Zulte-Waregem
Primera División
Valencia -
Barcelona
Serie A
Juventus -
Sampdoria
Ligue 1
Monaco -
PSG
Primeira Liga
Benfica -
Setubal
Superliga
River Plate -
Newell's Old Boys
Premier League
Spartak -
Zenit
Serie A
Atalanta -
Benevento
Championship
QPR -
Brentford
Primera División
Espanyol -
Getafe
Ligue 1
Amiens -
Dijon
Ligue 1
Straßburg -
Caen
Coppa Italia
Sampdoria -
Pescara
Ligue 1
Bordeaux -
St. Etienne
Premier League
Watford -
Man United
Copa del Rey
Real Madrid -
Fuenlabrada
Premier League
Brighton -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
West Bromwich -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Leicester -
Tottenham (DELAYED)
Copa Sudamericana
Independiente -
Libertad
Coppa Italia
Chievo Verona -
Hellas Verona
Ligue 1
Angers -
Rennes
Ligue 1
Guingamp -
Montpellier
Ligue 1
Lyon -
Lille
Ligue 1
Metz -
Marseille
Ligue 1
Nantes -
Monaco
Ligue 1
Toulouse -
Nizza
Copa del Rey
Barcelona -
Murcia
Premiership
Rangers -
Aberdeen
Cup
Anderlecht -
Lüttich
Ligue 1
PSG -
Troyes
Premier League
Stoke -
Liverpool
Copa del Rey
Atletico Madrid -
Elche
Premier League
Bournemouth -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Arsenal -
Huddersfield (DELAYED)
Premier League
Man City -
Southampton (DELAYED)
Premier League
Everton -
West Ham (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Swansea (DELAYED)
Copa Libertadores
Lanus -
Gremio
Indian Super League
Goa -
Bengaluru
Coppa Italia
Udinese -
Perugia
Copa del Rey
Villarreal -
Ponferradina
Cup
Zulte-Waregem -
Brügge
Coppa Italia
Genua -
Crotone
Copa Sudamericana
Junior -
Flamengo
Indian Super League
Jamshedpur -
Kalkutta
Serie A
AS Rom -
SPAL
Primeira Liga
Sporting -
Belenenses
Ligue 1
Dijon -
Bordeaux
Serie A
Neapel -
Juventus
Championship
Leeds -
Aston Villa
Primera División
Malaga -
Levante
Primeira Liga
Porto -
Benfica

Thomas Dooley war einst einer der besten Innenverteidiger der Bundesliga, gewann mit Schalke 04 den UEFA-Cup und brachte dem 1. FC Kaiserslautern Meisterschaft und Pokal. Drei Mal war er kurz vor einer Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft. Verletzungen ließen ihn Verzweifeln - bis jemand merkte, dass sein Name sehr undeutsch ist. Unter Jürgen Klinsmann, Jürgen Klopp und Peter Neururer bildete er sich weiter. Heute hat er wohl einen der abenteuerlichsten Jobs im Fußball. SPOX sprach mit Dooley über seine verrückte Karriere.

SPOX: Herr Dooley, seit zwei Jahren trainieren Sie die Nationalmannschaft der Philippinen. Wie lebt es sich auf dem Inselstaat?

Thomas Dooley: Es ist traumhaft schön. Und obwohl 80 Prozent der Bevölkerung in Armut leben, sind die Menschen herzensgut. Trotz der zahlreichen Rückschläge durch Naturkatastrophen verlieren sie nicht ihre Freude am Leben. Diese Mentalität ist beeindruckend. Deshalb fühle ich mich wohl und freue mich, dass ich hier zumindest noch zwei Jahre Vertrag habe.

SPOX: Was sind sportlich gesehen die größten Unterschiede?

Dooley: Ich sage es mal so: In Deutschland gibt es viele gute Trainer. In den USA gibt es viele, die meinen, sie seien gute Trainer. Auf den Philippinen gibt es gar keine guten Trainer. (lacht)

SPOX: Und wie hat es Sie dann nach Südostasien verschlagen?

Dooley: Mehrere Manager haben es über Jahre hinweg nicht geschafft, für mich einen Trainerjob zu finden. Als ich deshalb in einer Fußball-Akademie in den USA einen jungen Filipino trainiert habe, kam dessen Vater irgendwann auf mich zu und meinte, ich solle doch mal die Philippinen trainieren. Ich habe dann im Scherz geantwortet. Er meinte ganz ernst zu mir: 'Nein ehrlich! Du wärst der richtige Mann.' Er hat dann Kontakt zum philippinischen Verband aufgenommen. Die konnten es nicht glauben, dass ich Interesse an dem Job habe. Drei Tage später hat sich dann eine Reihe von Filipinos auf den Weg nach Los Angeles gemacht.

SPOX: Und da wurde alles klar gemacht?

Dooley: Ja, wir haben uns zwei Stunden über Ziele, Ausrichtung und meine Ideen unterhalten. Eigentlich wollten die Leute vom Verband noch andere Trainer anschauen, aber nach dem Gespräch war alles fix.

SPOX: Auf welche Probleme stößt man als philippinischer Nationalcoach?

Dooley: Basketball ist die Sportart Nummer eins, danach kommt Boxen - Fußball spielen hier wenige. Das liegt daran, dass die Menschen keine Möglichkeit haben, Fußball anzuschauen. Wir müssen erfolgreicher werden und so das Interesse steigern.

SPOX: Wie lange kann das dauern?

Dooley: Sicherlich fünf bis zehn Jahre. Damals in den USA habe ich gesagt, wir haben ein Generationsproblem, hier haben wir ein Kulturproblem. Wir müssen die Euphorie steigern. Nach dem Sieg gegen Nordkorea im März war die Reaktion der Fans und der Medien gewaltig. Das müssen wir wiederholen.

SPOX: Wie groß sind die Möglichkeiten der aktuellen Nummer 120 der Weltrangliste?

Dooley: Das Potenzial ist riesig. Den AFF Suzuki-Cup (Südostasienmeisterschaft, Anm. d. Red.) sehen jedes Jahr 700 Millionen Leute, das sind mehr als bei der Asien-Meisterschaft. In den letzten Jahren sind wir im Halbfinale ausgeschieden und in naher Zukunft wollen wir den Titel. Das nächste Ziel heißt Qualifikation zur Asien-Meisterschaft. Das würde die Popularität steigern. In den nächsten fünf bis zehn Jahren sollte Fußball der Sport Nummer eins sein. Dann träumen wir auch von einer WM.

SPOX: Derzeit sind Sie in Deutschland unterwegs. Sind Sie auf der Suche nach Spielern für die Philippinen?

Dooley: Unter anderem, ja. Früher hatten wir mehrere internationale Spieler im Team. Heute kommen nur drei Spieler aus Österreich, Deutschland und England. Von der Qualität her muss ich mich eher in der 3. oder 4. Liga umsehen. Aber die Entfernung ist ein großer Nachteil: Wenn wir jemanden berufen, ist er 18 Stunden unterwegs, dazu kommt der Zeitunterschied von sieben Stunden. Und dann der Klimaschock: Die Philippinen sind wie eine große Sauna.

SPOX: Wie leistungsfähig sind die Spieler dann noch?

Dooley: In der Vergangenheit war es so, dass europäische Spieler schlechter waren als die einheimischen. Als sie ankamen waren sie durch die Strapazen so gerädert, dass sie nicht ihr volles Potenzial abrufen konnten. Da musst du dir überlegen, ob du 8000 Euro für einen Spieler ausgibst, der nur auf der Bank sitzt.

SPOX: Wie wollen Sie die Spieler locken?

Dooley: Mit Erfolgen. Wir müssen es schaffen, uns für die Asien-Meisterschaften zu qualifizieren und dort eine gute Rolle spielen. Wir müssen natürlich auch darauf hoffen, dass gute Talente nicht in andere Nationalmannschaften berufen werden.

SPOX: Sie wollen derzeit professionelle Strukturen schaffen. Ist diese Phase mit der in den USA vor 25 Jahren zu vergleichen?

Dooley: Der Unterschied ist schon gewaltig: In den USA gab es zwar keine Liga, aber dafür haben 20 Millionen Kinder Fußball gespielt. Auf den Philippinen ist es andersrum. Wir haben eine Liga, aber es fehlen die Millionen Kinder, die den Unterbau bilden können.

SPOX: Sie waren von 2011 bis 2014 Co-Trainer der USA unter Jürgen Klinsmann. Wie haben Sie die Arbeit dort erlebt?

Dooley: Jürgen ist ein netter, sympathischer Mensch und ein unheimlicher Motivator. Außerdem ist er diszipliniert und zielorientiert. Dadurch hat er in seiner Amtszeit bereits extrem viel in den USA bewegt. Er muss zwar hin und wieder etwas Gegenwind verkraften, aber das ist ganz normal in dem Beruf.

SPOX: Er gilt als Meister der Motivation. Haben Sie den Aspekt in Ihre Arbeit mit einfließen lassen?

Dooley: Ja sicherlich. Als ich meinen Fußballlehrer gemacht habe, habe ich ein Praktikum bei Peter Neururer und Jürgen Klopp absolviert. Die Art und Weise, wie sie motivieren und trainieren, wollte ich aus erster Hand kennen lernen.

SPOX: Und Sie haben sich dann das Beste von allen abgeschaut?

Dooley: Ja, man versucht von jedem etwas mitzunehmen. In meine Arbeit fließen Aspekte von meinen ehemaligen Trainern Kalli Feldkamp, Jürgen Klopp und Jürgen Klinsmann ein. Daraus wird dann mein eigener Trainer-Stil.

Seite 1: Thomas Dooley über das Abenteuer Philippinen und die Zusammenarbeit mit Klinsmann, Neururer und Klopp

Seite 2: Thomas Dooley über die deutsche Nationalmannschaft und seine Entdeckung durch die USA

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung